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    AndernachDie Steinweger Nachbarschaft in Andernach ist eine der ältesten

    Die 17 Andernacher Nachbarschaften gehören seit Jahrhunderten zum traditionellen Gut der Bäckerjungenstadt. Die RZ widmet ihnen eine Serie. Heute: Heute geht es um die Steinweger Nachbarschaft.

    So sah es um 1880 in Hochstraße/Ecke Steinweg vor dem Kaufhaus aus.
    So sah es um 1880 in Hochstraße/Ecke Steinweg vor dem Kaufhaus aus.

    Der Steinweg war der erste gepflasterte Weg der Stadt, auf dem der Warenverkehr zu den Verladeplätzen des Rheins lief. Die Straße war eine wichtige Handelsroute für die Güter, die aus der Pellenz über die südliche Kirchpforte ins Zentrum Huunsmark (Gerichtsplatz) und weiter über die Schaaren zum Rhein transportiert wurden. Ein Großteil der Warenströme bestand aus Steingut der Pellenz und landwirtschaftlichen Produkten des Maifeldes.

    Die Steinweger Nachbarschaft ist sehr alt - ob sie die älteste Andernachs ist, lässt sich nicht belegen. Im Protokollbuch von 1667 wurden wichtige Ereignisse von 1624 nachgetragen: aus einer Zeit, als die ersten Wellen des Dreißigjährigen Krieges auch Andernach trafen und in der die Bürger Plünderungen, Zerstörungen und damit viel Not erfuhren. Aus der Zeit sind viele Aufzeichnungen und Protokolle verloren. Die Jahreszahl 1624 gilt als offizielles Gründungsdatum dieser Gemeinschaft. Wahrscheinlich ist sie aber viel älter. Damals wurde unter anderem festgehalten, dass Amtmann, Schultheiß, Schöffen und die Nachbarschaft beschlossen, dass ein neu angekommener Nachbar für die Aufnahme in die Gemeinschaft zwei Quart guten rheinischen oder moselländischen Weins plus anderer Dinge zu entrichten hatte.

    Die Steinweger besitzen heute fünf Protokoll- oder Lagerbücher: ein Fundus mit Schilderungen der Auseinandersetzungen im Dreißigjährigen Krieg, dem Kölnischen Krieg, der in den Spanisch-Niederländischen-Krieg mündete, sowie wichtiger Ereignisse über Andernach und die Einheimischen.

    Viel Raum nimmt die Thematik "Zisterzienser der Propstei des Himmeroder Hofes" ein. Diese machten einen beachtlichen Teil der Steinweger Nachbarschaft aus. Durch Schenkung und Spenden erwarben die Zisterzienser erst einen Hof an der gepflasterten Twergasse. Sie ist heute eine namenlose Sackgasse zwischen dem Haus Steinweg 19 und dem Garagenhof Palm. Von hier aus bauten die frommen Leute ihren Besitz weiter bis zum Bau und Besitz des Himmeroder Hofes aus. Die Streitereien mit der Stadt und der Nachbarschaft nahmen kein Ende. Die Pröpste dachten immer nur an sich und überzogen die Stadt mit gerichtlichen Auseinandersetzungen um ihre Bürgerrechte.

    In den Streitereien der Stadt und der Steinweger nannte man den amtierenden Hofverwalter niemals Propst, sondern herabsetzend Hofherr oder Kellner. 1694 gab es einmal Lichtblicke unter Propst Nicolas Stark, der zu Stadtrat und Nachbarschaft ein besseres Verhältnis aufbauen wollte. Er spendete der Nachbarschaft siebeneinhalb Maß Wein für das Gelog. Der Nachfolger Calas verfiel wieder ins alte Denken, und dessen Nachfolger Dahm trieb es auf die Spitze: Die Weindeputate kamen unregelmäßig, mal kam nichts, mal war der Wein ungenießbar.

    Die Steinweger reagierten, verbauten den Weg der Himmeroder zu ihrer Straße und schlossen sie aus der Gemeinschaft aus. 1710, drei Jahre später, wurden sie wieder in die Nachbarschaft aufgenommen. In den Protokollen der Nachbarschaft ist nachzulesen, dass das Verhältnis nie ungetrübt war, dass man sich aber fortan akzeptierte. Die Säkularisierung beendete das Kapitel Zisterzienser vom Himmeroder Hof. Heute ist das Projekt Eigentum der Familie Doetsch. Musterhaft renoviert, ist es ein Schmuckstück der Altstadt.

    Die Beiträge stammen von einem rührigen Nachbarn: Heinz Wessels.

    Steinweg, Kirchgasse und Marktgasse

    Die Traditionsnachbarschaft Steinweg umfasst die Straßen Steinweg, Kirchgasse und Marktgasse, die Twergasse existiert nicht mehr. Die Mitgliederzahl umfasst 77 Männer und Frauen. Amtmann ist seit 2011 Veit Michael Saul, Albertstraße 27, Andernach, Tel. 02632/ 475 86, E-Mail an migo.saul@web.de

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