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    Plaidt/OchtendungDie Anklage lautet schwerer Raub und räuberische Erpressung: In Geheimsprache die Überfälle vorbereitet

    Die Anklage lautet schwerer Raub und räuberische Erpressung: Für sechs Männer und eine Frau im Alter von 20 sowie 21 Jahren sieht die Sache nicht gut aus.

    Foto: Max Diesel - Fotolia

    Die Anklage lautet schwerer Raub und räuberische Erpressung: Für sechs Männer und eine Frau im Alter von 20 sowie 21 Jahren sieht die Sache nicht gut aus. Sie müssen sich derzeit vor der 2. Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts Koblenz verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, in wechselnder Zusammensetzung im vergangenen Winter und Frühjahr zwei Tankstellen in Plaidt sowie einen Lidl-Markt in Ochtendung und in Dierdorf überfallen zu haben. Am zweiten Prozesstag machte die 21-jährige Angeklagte aus Neuwied ausführliche Angaben zum Tathergang, während sich ihre mutmaßlichen Mittäter nicht äußerten. Zuvor hatte die Vorsitzende Richterin Helga Diedenhofen an deren Verwandte und Bekannte eindringlich appelliert: "Keine Angehörigen sollten versuchen, Einfluss zu nehmen. Das ist für die Angeklagten nicht von Vorteil."

    Bereits beim ersten Prozesstag hatte sie die Mitangeklagten verwarnen müssen, nicht mit Briefen auf die anderen Beteiligten einzuwirken (die RZ berichtete).

    Fühlt sich die 21-Jährige von den jungen Männern unter Druck gesetzt - das wollte die Richterin zunächst geklärt wissen. "Im Moment nicht", erwiderte die junge Frau und machte deutlich, dass sie bereue, bei den Überfällen mitgemacht zu haben. Mit fester Stimme schilderte sie, wie sie zwei der jungen Männer im vergangenen Jahr durch eine Freundin in einer Disco kennengelernt habe. Sie traf sich weiterhin mit ihnen, obwohl sie durch einen Verwandten erfahren hatte, dass der Freundeskreis des Duos nicht der beste sei.

    Im November hätten die beiden Männer ihr einige Tage vor der Tat erzählt, dass sie einen Discounter in Ochtendung überfallen wollten. Da sie als Auszubildende bei der Marktkette gearbeitet hatte, erkundigten sie sich bei ihr auch über den Umgang mit dem Geld an den Kassen und die Überwachungssysteme in der Marktkette.

    Die Männer besaßen aber weder einen Führerschein noch ein Auto. Also kutschierte sie die Neuwiederin mit ihrem Wagen an den Tatort, gab ihnen auch noch Handschuhe und zwei Schals, um sich zu vermummen. Auf die Frage der Richterin, warum sie mitgemacht habe, antwortete die junge Frau, sie habe nicht gewusst, wie sie sich rausreden solle. Geld habe sie nicht gebraucht, gleichwohl erhielt sie für ihre Tatbeteiligung 500 Euro.

    Nach dem Überfall sei im Dezember die Initiative erneut von einem der beiden Männer ausgegangen, einen weiteren Discounter, diesmal in Dierdorf, auszurauben. Wieder habe sie das Duo bis in die Nähe des Marktes und nach der Tat nach Hause gebracht. Da die Beute geringer war, habe sie 300 Euro für ihre Hilfe bekommen. Auch über Gespräche der Männer, bei denen es um die Tankstellen-Überfälle, an denen sie aber selbst nicht beteiligt war, berichtete die Angeklagte. Sie habe so auch von einem missglückten Einbruch bei einem Neuwieder Juwelier erfahren.

    Die Männer hätten sich oft in einer Art Geheimsprache unterhalten, wobei in den Wörtern nach Vokalen die Laute "wi" oder "bi" gesetzt wurden. "Tawinke Plabit" hieße etwa "Tankstelle Plaidt". Der Sinn dieser Ausdrucksweise sei, dass kein zufälliger Mithörer sie verstehe. Die junge Frau gab auch an, dass sie diese Sprache verstehe und bei Übersetzung von Gesprächsprotokollen helfen könnte. Als einer der Mitangeklagten in den Saal rief, dass er die Sprache angeblich nicht verstehe, wies ihn die Richterin zurecht: Mit dem Zwischenruf zeige er, dass er wisse, was gemeint ist. Der Prozess wird fortgesetzt.

    Silvin Müller

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