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    MayenDas seit 165 Jahren in Mayen ansässige Familienunternehmen Wagener schließt

    Die Mayener Innenstadt ist bald um eines ihrer traditionsreichsten inhabergeführten Geschäfte ärmer. Das seit 165 Jahren in Mayen ansässige Familienunternehmen Wagener prägt den oberen Marktplatz - in Kürze schließt es seine Pforten.

    Mit dem Modehaus Wagener verliert die Mayener Innenstadt eines der traditionsreichsten inhabergeführten Fachgeschäfte.
    Mit dem Modehaus Wagener verliert die Mayener Innenstadt eines der traditionsreichsten inhabergeführten Fachgeschäfte.
    Foto: Elvira Bell

    Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

    Große Plakate mit der Aufschrift "Räumungsverkauf" im Schaufenster und auf dem Markt weisen auf die Geschäftsaufgabe hin. "Ich sehe keine Zukunft mehr für mein Geschäft", sagt Günter Wagener. "Wir können den Preiskampf nicht mehr mitmachen!"

    Seinen Ursprung hat das Unternehmen im Jahr 1849 in einer an der Nette gelegenen Mühle. "Mein Ur-Ur-Urgroßvater Josef Wagener hat dort eine Spinnerei und Färberei betrieben", erzählt Günter Wagener. Er selbst hat das Geschäft 1979 von seinem Vater übernommen und kümmert sich seither gemeinsam mit seiner Frau Klara um die Kunden. Günter Wagener hat seinen Beruf an der Einzelhandelsfachschule in Nagold von der Pike auf erlernt. Seine Frau, eine ehemalige Kindergartenleiterin, absolvierte seinerzeit ebenfalls noch eine spezielle Ausbildung, bevor sie ins Geschäft einstieg.

    Mitte der 80er-Jahre kauften die Wageners den angrenzenden Lebensmittelladen Luxem und vergrößerten so ihre Verkaufsfläche. Heute verfügt ihr Modegeschäft, in dem sechs Mitarbeiter beschäftigt sind, über eine Fläche von 215 Quadratmetern. Dort bieten sie vor allem Kleidung von deutschen und italienischen Herstellern an.

    In den 80er- und 90er-Jahren erlebte das Modegeschäft seine Blütezeit. Das Modehaus Wagener war ein Geschäft, das ganze Familien - vom Enkel bis zu den Großeltern - eingekleidet hat. Seither gingen die Umsätze trotz umfangreicher Modernisierungsmaßnahmen nach und nach zurück.

    Das Kaufverhalten der Kunden habe sich insbesondere seit der Einführung des Euro geändert, berichtet Wagener. Aber auch der Internethandel und vor allem der Konkurrenzdruck durch Bekleidungsketten mit ihren zahlreichen Sonderverkaufsaktionen hätten dem Mayener Modehaus arg zugesetzt. Beratung und Service seien allem Anschein nach kein wirklicher Kaufanreiz mehr, sagt Wagener. Von anderen Unternehmen weiß er: Vor allem jüngere Kunden lassen sich ausführlich beraten und kaufen später im Internet ein.

    Jetzt zieht Wagener die Konsequenzen. "Es rechnet sich nicht mehr", sagt er. Seit dem 14. Mai läuft der Räumungsverkauf. Ob es einen Leerstand am Fuße der Genovevaburg geben wird, ist momentan noch unklar. Sicher ist aber: Das Ganze soll verkauft werden.

    Die Hände in den Schoß legen will Wagener künftig aber nicht. Der 63-Jährige möchte sich im spirituellen und meditativen Bereich fortbilden und strebt eine Ausbildung als psychologischer Heilpraktiker an.

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