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  • Auf dem Maifeld über Zukunft der Landwirtschaft diskutiert

    Welling. Wenn Wahlen bevorstehen, dürfen die Landwirte und Winzer des Kreisgebietes bei ihrer Generalversammlung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) erwarten, dass die Politik bei ihrer Zusammenkunft in Welling vertreten ist. Die Bauern sind derzeit mächtig geladen und wollten konkret wissen, wie sich CDU, SPD, Grüne und FDP die künftige Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz vorstellen.

    Über die "Perspektiven der Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz" diskutierten (von links): Marco Weber (FDP), Christine Schneider (CDU), BWV-Hauptgeschäftsführer Josef Derstappen, Thorsten Wehner (SPD), Dietmar Johnen (Die Grünen) und Kreisvorsitzender Tobias Fuchs.  Foto: Heinz Israel
    Über die "Perspektiven der Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz" diskutierten (von links): Marco Weber (FDP), Christine Schneider (CDU), BWV-Hauptgeschäftsführer Josef Derstappen, Thorsten Wehner (SPD), Dietmar Johnen (Die Grünen) und Kreisvorsitzender Tobias Fuchs.
    Foto: Heinz Israel - hi

    Von unserem Mitarbeiter Heinz Israel

    Aber bevor die Podiumsteilnehmer ihre Sicht der Dinge darstellen konnten, konfrontierte sie der Kreisvorsitzende Tobias Fuchs mit dem Ärger der Woche. "Die jüngste Sau ist Glyphosat im Bier und wurde am Donnerstag durch die Republik getrieben", schimpfte er. Die ständige Diffamierung der Landwirte als Tierquäler und Umweltvergifter tue richtig weh. Mit jedem negativen Artikel und TV-Bericht bleibe etwas in den Köpfen hängen und die Politik glaube mehr und mehr in Zugzwang zu geraten. So kämen ohne Not eine Verordnung und eine Dokumentationspflicht nach der anderen. "Damit muss Schluss sein", forderte Fuchs unter dem Beifall der 120 Zuhörer. Michael Horper, der Präsident des BWV, verwies auf Gewässerschutz und Tierwohl und pflichtete dem Kreisvorsitzenden bei: "Ein Verbraucher muss schon 1000 Liter Bier pro Tag trinken, um die festgelegten Grenzwerte bei Glyphosat zu überschreiten."

    Tobias Fuchs forderte ein Umdenken in der Landespolitik hinsichtlich der vielen Fehlstunden in der Ausbildung sowie der Defizite in der Pflanzenbauberatung und Unterstützung bei der Nutztierhaltung durch die Dienstleistungszentren (DLR). Man wünsche sich eine Politik, die sich vor ihre Bauern stellt. Die Fachfragen an das Podium stellte Dr. Josef Derstappen, BWV-Hauptgeschäftsführer.

    Christine Schneider, 43-jährige CDU-Landespolitikerin aus der Südpfalz, kritisierte einen Auftritt von Umweltministerin Ulrike Höfken in Berlin. Es sei nicht Aufgabe der Politik vorzuschreiben, ob die Bauern ökologische oder konventionelle Landwirtschaft betreiben wollen. Die CDU werde eine Bürokratiebremse einbauen und prüfen, ob manche Vorgaben noch nötig sind. In der Vergangenheit seien zusätzliche Aufgaben ohne dazu erforderliche Stellen auf die Agrarverwaltung übertragen worden. Schwerpunkt müsste die Beratung und nicht die Kontrolle sein.

    Thorsten Wehner (48), SPD-Landespolitiker aus Wissen, sieht die Landwirtschaft auch als Erhalter der Kulturlandschaft. Er forderte Planungssicherheit für die Landwirte und trat ein für deren Wettbewerbsfähigkeit. Man wolle flächendeckend an den DLR festhalten und 35 neue Stellen schaffen.

    Dietmar Johnen, (50), MdL Bündnis90/Die Grünen, aus der Vulkaneifel, wünschte sich für die Zukunft eine bessere Wertschätzung der Landwirtschaft. Es gelte, regionale Strukturen, zum Beispiel Schlachthöfe, zu erhalten. Er erwarte Rahmenbedingungen, die praktikabel seien, und ärgerte sich über eine CD für die elektronische Antragstellung, die nicht brauchbar war.

    Marco Weber (40) FDP-Kandidat aus Daun, verlangte, den Bereich Landwirtschaft zurück ins Wirtschaftsministerium zu verlagern. Auch er will, dass jeder Bauer entscheiden kann, wie er mit seiner Familie den Hof bewirtschaftet. Sein Vorwurf an die Grünen: "Sie haben das Image der Landwirtschaft beschädigt." Man könne nicht zulassen, dass per Rechtsverordnung ins Eigentum eingegriffen wird. Seine Forderung zum BAföG: "Die Ausbildung zum Meister muss uns genau so viel wert sein wie das Studium zum Master."

    In der Diskussion wurden unter anderem der riesige Flächenverbrauch und Umweltauflagen beim Wegebau kritisiert. Themen waren auch das Abschaffen der Gebühren bei der Meisterausbildung und das Ärgernis mit den Ausgleichsflächen.

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