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  • Andernach: Ein süßer Taler für die Bäckerjungenstadt

    Andernach. Reinhard Schneider hat vor 35 Jahren den Bäckerjungentaler erfunden. Mittlerweile ist die Mürbeteigsüßigkeit ausgestorben. Das konnte der Andernacher Bäckermeister nicht ertragen. Jetzt präsentierte der 78-Jährige eine Neuauflage des Traditionsgebäcks.

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    Die Freude über die Neuauflage der Bäckerjungentaler ist groß: Ulrike Schmitz und Reinhard Schneider (beide vorn) präsentieren die ersten Exemplare und halten die alten Holzformen in den Händen. Getestet und für empfehlenswert befunden haben das Gebäck (hinten, von links) Miesenheims Ortschef Gerhard Masberg, Bürgermeister Claus Peitz, Oberbürgermeister Achim Hütten und Tourismuschefin Kristina Neitzert.
    Die Freude über die Neuauflage der Bäckerjungentaler ist groß: Ulrike Schmitz und Reinhard Schneider (beide vorn) präsentieren die ersten Exemplare und halten die alten Holzformen in den Händen. Getestet und für empfehlenswert befunden haben das Gebäck (hinten, von links) Miesenheims Ortschef Gerhard Masberg, Bürgermeister Claus Peitz, Oberbürgermeister Achim Hütten und Tourismuschefin Kristina Neitzert.
    Foto: Katrin Franzen

    Von unserer Redakteurin Katrin Franzen

    In der Miesenheimer Bäckerei von Ulrike Schmitz geht es emsig zu (Rheinstraße 30). Während an der Theke die Kunden ihr Brot kaufen, findet im kleinen Café nebendran die Präsentation der Taler statt. Auf einem Tisch liegen vier Variationen des essbaren Souvenirs aus: kleine Taler, große Taler, Käsetaler und Desserttaler. Holzformen werden herumgereicht, mit denen die Taler hergestellt wurden. Reinhard Schneider ist glücklich über diesen Anblick. "Da steckt mein Herzblut drin, dass das nicht verloren geht."

    Reinhard Schneider (rechts) schlüpfte 1979 gern ins Bäckerjungenkostüm und verkaufte die Taler. Er hatte die Bäckerjungentaler 1979 erfunden und selbst gebacken. Erstmals wurden sie beim Richtfest der Tiefgarage angeboten. Schneider: „Ich bin jedes Fest mit der Karre durch die Stadt und habe die Taler verkauft.“ Damals kostete der große Taler 5 Mark, der kleine 1,50 Mark.
    Reinhard Schneider (rechts) schlüpfte 1979 gern ins Bäckerjungenkostüm und verkaufte die Taler. Er hatte die Bäckerjungentaler 1979 erfunden und selbst gebacken. Erstmals wurden sie beim Richtfest der Tiefgarage angeboten. Schneider: „Ich bin jedes Fest mit der Karre durch die Stadt und habe die Taler verkauft.“ Damals kostete der große Taler 5 Mark, der kleine 1,50 Mark.

    Es war das Jahr 1979, als Schneider die zündende Idee hatte. Er kannte essbare Souvenirs aus anderen Städten und dachte sich: Auch die Bäckerjungenstadt könnte so etwas gebrauchen. Er zeichnete die beiden Kultfiguren samt Bienenstock. "Die wurden sonst immer ohne dargestellt. Ich wollte den Bienenstock mit drauf haben", erzählt der Andernacher. Die Vorlage schickte er dem Formenschnitzer Josef Merkens: Der fertigte die Holzformen, die sogenannten Molden, an. Noch heute steht sein Herstellername auf der Rückseite der großen Form - und der Hinweis: Handarbeit.

    Heute, 35 Jahre später, hat Schneider diese alten Molden von der Wand abgenommen und ist mit ihnen zu Ulrike Schmitz gefahren. Die beiden begaben sich zusammen in die Backstube und fertigten in Handarbeit die Neuauflage der Taler. Auf die Idee war Schneider gekommen, weil die Leute ihn öfter auf die Taler und die Verbindung zur Essbaren Stadt angesprochen hatten. Und es tat ihm leid, dass die Taler verschwunden waren. Den letzten sah er vor rund einem Jahr in Andernach.

    Bäcker- und Konditormeisterin Ulrike Schmitz hat sichtlich Spaß an dem Projekt. Sie erzählt: "Es ist 20 Jahre her, dass ich auf diese Weise handwerklich Spekulatius hergestellt habe." Sie findet es schade, wenn traditionelle Produkte nicht mehr hergestellt werden, und freut sich, dass Reinhard Schneider sie bei einem Neujahrsempfang ansprach, ob sie Lust hätte, die Bäckerjungentaler zu backen. "Ich bin für Neues immer offen", sagt sie und lacht herzlich. So haben die beiden auch zwei neue Kreationen entworfen: Käsetaler aus Laugengebäck und Pralinendessert mit Nugat-Ganache-Füllung, Ananaskonfitüre und flambiertem Marzipan. Zu kaufen gibt es die Taler in der Bäckerei von Ulrike Schmitz. Doch noch ist nicht ganz klar, wie viel sie kosten sollen. "Das müssen wir noch kalkulieren", sagt Schneider.

    Oberbürgermeister Achim Hütten freut sich über die Initiative. "Das trägt zur Identität der Stadt bei, dass man die Bäckerjungen auch essen kann." Vor allem für Touristen sei es eine schöne Erinnerung. Bürgermeister Claus Peitz sagte, dass die Marke der Bäckerjungenstadt in den vergangenen Jahren etwas ins Hintertreffen geriet, weil Andernach bekannt wurde für den Geysir und die Essbare Stadt - und jetzt auch Fair-Trade-Stadt ist. "Deshalb ist die Wiederbelebung richtig toll", sagt Peitz. Tourismuschefin Kristina Neitzert erklärte, dass über den Verkauf der Taler auch in der Tourist-Info und an anderen Stellen nachgedacht werde.

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