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  • Urnengang im Klassenzimmer

    Kobern-Gondorf. Die Landtagswahl ist gelaufen - zumindest an der Realschule plus und Fachoberschule Untermosel in Kobern-Gondorf. Die Schule gehört zu den 172 weiterführenden Schulen in Rheinland-Pfalz, die sich in diesem Jahr an der Juniorwahl beteiligt haben. Die Wahl bildet den Abschluss einer Unterrichtseinheit, in deren Verlauf Schüler nicht nur Informationen über das Wahlsystem und den Landtag, sondern auch die Parteiprogramme erhalten. Ziel ist es, dass Jugendlichen sich selbst eine Meinung bilden und am politischen System teilhaben wollen.

    Foto: Volker Schmidt

    Von unserem Redakteur Volker Schmidt

    Auf die Einhaltung der Regularien einer Wahl wird genau geachtet: Auf dem Lehrerpult in der Klasse 10a ist eine Wahlkabine aufgebaut. Als Leonie ihren Stimmzettel einwirft, zieht Wahlhelfer David das Blatt Papier zurück, mit dem er den Schlitz der Wahlurne abgedeckt hat. Leonie wirft den blauen Zettel ein.

    "Die Schüler bekommen den gleichen Wahlzettel, mit dem auch am 13. März gewählt wird", sagt Lehrer Dieter Möntenich, der auch Rektor der Schule ist. In Kobern-Gondorf ist das der des Wahlkreises 12, zu dem die Stadt Mayen sowie die Verbandsgemeinden Maifeld, Vordereifel und Rhein-Mosel gehören. Dass alles so abläuft, wie bei einer echten Wahl "finden die Schüler schon gut", sagt Möntenich. Auch wenn ihre Stimme letztendlich nicht gewertet wird.

    Wählen ist das eine, wissen, was man mit seiner Stimme bewirkt, und für welche Inhalte die wählbaren Parteien stehen, das andere. Die Lehrer begleiten den Prozess der politischen Sozialisation, bekommen im Rahmen der Juniorwahl Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt, die sie nutzen können - auf unterschiedlichen Niveaustufen, denn die Juniorwahl wird in unterschiedlichen Klassenstufen durchgeführt. In Kobern-Gondorf wird das Programm zum Beispiel in den Stufen 8 bis 12 angeboten, also in allen Klassen, in denen Sozialkunde unterrichtet wird.

    Die 10a von Dieter Möntenich beschäftigt sich heute mit politischen Themen, die bei der Landtagswahl eine Rolle spielen. Der Lehrer hat zwölf Thesen aus dem Wahl-O-mat herausgesucht. Aufgeteilt in Kleingruppen, greifen sich die Schüler eine These heraus und finden Argumente die dafür und dagegen sprechen. Eine Gruppe sucht sich zum Beispiel die These aus: "Rheinland-Pfalz soll sich dafür einsetzen, dass gleichgeschlechtliche Paare gemeinsam Kinder adoptieren dürfen." Während die Schüler der Gruppe mehrheitlich der Meinung sind, dass das eine gute Sache ist, erklärt ein Schüler: "Als Kind würde ich das nicht so toll finden, wenn ich nur Mama und Mama oder Papa und Papa hätte."

    Es wird viel kontrovers diskutiert, sagen Möntenich und Lea Beuscher, die das Projekt an der Schule federführend begleitet - vor allem auch die Flüchtlingsfrage. Kein Wunder, werden die Schüler doch täglich mit den Auswirkungen konfrontiert, denn an der Schule werden auch 55 Flüchtlingskinder unterrichtet. Beuscher erklärt, dass auch im Unterricht Gespräche auf Stammtischniveau stattfinden. Je jünger die Schüler, desto mehr plappern sie auch mal Parolen - zum Beispiel der Eltern - nach. "Das Ziel soll es aber sein, zu zeigen, dass solche Stammtischdiskussionen schlecht sind, dass man stattdessen fundiert informiert", so Beuscher. Sehr gern würde sie noch intensiver auf das Thema Politik eingehen, aber bei einer Stunde Sozialkunde pro Woche ist ihre Zeit beschränkt. "Das ist viel zu wenig", sagt sie. Das Thema Flüchtlinge habe man zum Beispiel in verschiedenen Fächern diskutiert - zum Beispiel auch in Religion.

    Die Schüler der 10 a machen derweil den Eindruck, als ob sie gut informiert in die Landtagswahl gegangen sind. Ohne große Probleme können sie die besprochenen Thesen den einzelnen Parteien zuordnen. Lea Beuscher und Dieter Möntenich halten die Juniorwahl für eine gelungene Sache. Die Schüler hätten das Projekt jedenfalls gut angenommen. "Meine Zehner waren wirklich euphorisch", berichtet Beuscher. Was die Schüler gewählt haben, bleibt natürlich geheim. Die Juniorwahl-Ergebnisse für das gesamte Land werden am Wahlsonntag um 18 Uhr bekannt gegeben.

    Weitere Infos und Ergebnisse der Wahl (ab 13. März, 18 Uhr) finden Sie im Internet unter der Adresse www.juniorwahl.de

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    Nina Borowski

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