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  • Uni Koblenz-Landau: 29 Studenten kommen auf jeden Wissenschaftler

    Koblenz. Im Bundesschnitt kommen 14,1 Studenten auf einen Professor oder Dozenten an einer Universität oder anderen Hochschule. Rheinland-Pfalz steht mit 16,5 Studenten schon schlechter da - und die Universität Koblenz-Landau unterbietet diesen Wert noch einmal gewaltig: Hier sind im Jahr 2014 glatte 29 Studenten auf einen Wissenschaftler gekommen - der schlechteste Wert der Universitäten im Land.

    An der Universität Koblenz-Landau lernen immer mehr Studenten - doch die Betreuungsrelation ist schlecht. Auf dem Campus in Koblenz gibt es außerdem nicht genügend Räume.
    An der Universität Koblenz-Landau lernen immer mehr Studenten - doch die Betreuungsrelation ist schlecht. Auf dem Campus in Koblenz gibt es außerdem nicht genügend Räume.
    Foto: Christoph Bröder

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Auf jeden wissenschaftlichen Beschäftigten kommen damit mehr als doppelt so viele Studenten wie im Bundesschnitt - eine "katastrophale Betreuungsrelation", kritisiert Andreas Biebricher, Landtagsabgeordneter der CDU. In einer Kleinen Anfrage hatte er das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur nach aktuellen Zahlen zu Studenten, Lehrenden und der Betreuungsrelation am Standort Koblenz gefragt, außerdem zur Entwicklung der Fläche der Universität. Und die Antwort liest sich nicht gerade positiv für diese.

    Die Zahlen, die das Ministerium aufführt, zeigen wieder einmal: Die Zahl der Studenten steigt kontinuierlich, am Koblenzer Standort der Universität von 6577 im Jahr 2010 auf 7944 im Jahr 2015. Gleichzeitig gibt es auch mehr "wissenschaftliches und künstlerisches Personal", wie es in der Statistik heißt, auf dem Campus Koblenz hat dieses von 560 im Jahr 2010 auf 597 im Jahr 2014 zugenommen (genannt werden immer die neuesten vorliegenden Zahlen). Die meisten Mitarbeiter sind befristet beschäftigt, an der Uni Koblenz-Landau laut Andreas Biebricher mehr als 70 Prozent.

    Der eigentliche Haken ist: Die Zahl der Studenten und der Wissenschaftler steigt nicht gleich schnell. Die Zunahme bei den Studenten war in den vergangenen Jahren stärker als bei den Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeitern und anderen Lehrkräften - mit dem Ergebnis, dass die Betreuungsrelation tendenziell noch etwas schlechter wird. Kamen 2010 noch 27,3 Studenten auf jeden Wissenschaftler (bundesweit waren es 12), so waren es 2014 besagte 29.

    In ihrer Antwort an Biebricher relativiert das Wissenschaftsministerium das schlechte Abschneiden bei den Betreuungsrelationen. Beim Vergleich müsse man berücksichtigen, welche Fächer an einer Hochschule oder in einem Bundesland vorherrschen. Wo Natur- und Ingenieurwissenschaften dominieren, sind die Gruppengrößen immer deutlich kleiner als bei den Geistes- und Kulturwissenschaften, die in Rheinland-Pfalz und auch in Koblenz vorherrschen.

    Eine Zahl, die das Ministerium nennt, überrascht dennoch: Ende 2015 waren ganze 11 Professorenstellen an der Uni Koblenz-Landau unbesetzt - insgesamt gab es 2014 gerade mal 76. Pressesprecher Bernd Hegen erklärt dies damit, dass es immer eine gewisse Fluktuation beim Personal gibt und es in der Regel lange dauert, bis eine Professorenstelle wieder besetzt werden kann. "Meist liegt die Zahl der unbesetzten Professorenstellen in Koblenz deshalb bei fünf bis sieben", kurzfristig habe sich diese jetzt erhöht, weil der Uni fünf neue Professuren zugesprochen wurden. Zur Vertretung der vakanten Professorenstellen werden vorübergehend andere Wissenschaftler eingestellt.

    Und nicht nur bei dem Betreuungsverhältnis hakt es, sondern auch bei den Räumen. Der Zuwachs an Raumkapazitäten hält ebenfalls nicht mit den wachsenden Studentenzahlen Schritt. Standen der Uni am Standort Koblenz 2010 insgesamt 24 835 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, so waren es 2014 nicht viel mehr, nämlich 26 818. Bernd Hegen räumt ein, dass die Uni ihre Fläche erweitern muss, "auch in Koblenz gibt es Raumprobleme". In diesem Sommersemester sollen deshalb 1000 Quadratmeter neu angemietet werden, im Wintersemester 2016/17 könnten ein bis zwei angemietete Räume für große Lehrveranstaltung dazukommen.

     

    Die Betreuungsrelation an den Hochschulen:

    Das rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerium hat Zahlen vorgelegt, wie viele Studenten im Jahr 2014 auf einen Professor oder anderen Wissenschaftler an den Universitäten gekommen sind. Nicht enthalten ist das Personal, das über Drittmittel finanziert wird.

    Koblenz-Landau                      29,0
    Trier                                     23,7
    Kaiserslautern                         18,5
    Mainz                                    12,3
    Durchschnitt Rheinland-Pfalz      16,5
    Durchschnitt Deutschland          14,1

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