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    MittelrheinTal total: Bürgerprotest rettet Raderlebnistag im Mittelrheintal - RZ-Podiumsdiskussion in Boppard

    Tal total wird aller Voraussicht nach auch 2014 mit gesperrten Bundesstraßen auf beiden Seiten des Rheins stattfinden. Dies ist das wichtigste Ergebnis einer Podiumsdiskussion, die die Rhein-Zeitung in der Bopparder Stadthalle veranstaltete.

    Von unserem Redakteur Thomas Torkler

    Auch wenn noch nicht alles in trockenen Tüchern ist, dürfte man innerhalb der verantwortlichen Romantischer Rhein GmbH von dem ursprünglichen Beschluss abgekehrt sein, B 9 und B 42 künftig nicht mehr sperren zu wollen.

    Moderiert vom stellvertretenden Chefredakteur unserer Zeitung, Peter Burger, gaben die Podiumsmitglieder ihre ganz persönliche Einschätzung zur Zukunft des Raderlebnistages im Welterbe Oberes Mittelrheintal ab. Die zuletzt viel gescholtene Geschäftsführerin der Romantischer Rhein GmbH, Claudia Schwarz, gewann der massiven Kritik an den zunächst veröffentlichten Plänen, die Bundesstraßen nicht mehr zu sperren, auch etwas Gutes ab: "Ich sehe es positiv, dass Tal total noch so viele Emotionen erzeugt."

    "Dieses Tal ist so schön, dass man es nicht noch attraktiver machen muss. Die Menschen sollten stolz darauf sein", betonte Ulla Brede-Hoffmann aus Mainz. Jahr für Jahr genießt sie mit 120 Inlineskatern den Fahrspaß im Welterbetal.
    "Dieses Tal ist so schön, dass man es nicht noch attraktiver machen muss. Die Menschen sollten stolz darauf sein", betonte Ulla Brede-Hoffmann aus Mainz. Jahr für Jahr genießt sie mit 120 Inlineskatern den Fahrspaß im Welterbetal.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Seit drei Jahren habe man in den Gremien diskutiert. Am Ende sei man sich einig geworden, dass man den Erlebnistag in der ursprünglichen Form nicht mehr wolle. So sei dann auch mehrheitlich entschieden worden.

    Bevölkerung, Institutionen und Vereine reagierten entsetzt - wie auch Infrastrukturminister Roger Lewentz. Tal total ohne die Sperrung der Straßen nur auf Radwegen stattfinden zu lassen, kommt für ihn schon aus Sicherheitsgründen gar nicht infrage. "Außerdem gibt es zwischen Kaub und Rüdesheim gar keine Radwege", so Lewentz.

    Das häufig angeführte Argument des Besucherrückgangs zählt für den Minister nicht: 70.000 Menschen im Rheintal zu erleben, das ist nach wie vor eine starke Zahl", so Lewentz. Auf die Frage, ob Tal total in der bisherigen Form noch zeitgemäß sei, antwortete Lewentz: "Früher war mehr Herzblut drin. Aber für unsere Menschen hier appelliere ich dringend: Lasst uns Tal total beibehalten."

    Dafür ist auch der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Lothar Weinand. Er fordert allerdings einige Einschränkungen in Bezug auf das bisherige Konzept: "Es muss eine Möglichkeit für kurzfristig anreisende Hotelgäste geschaffen werden. Eine Verringerung der Sperrzeiten auf einen Zeitraum von 10 bis 17 Uhr würde das An- und Abreisegeschäft entspannen", ist Weinand überzeugt.

    "Es war nie eine Veranstaltung für Gastwirte, sondern für die Menschen. Man darf nicht auf den schnellen Euro schauen", sagte Boppards Bürgermeister Walter Bersch.
    "Es war nie eine Veranstaltung für Gastwirte, sondern für die Menschen. Man darf nicht auf den schnellen Euro schauen", sagte Boppards Bürgermeister Walter Bersch.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Wenn die Gastronomiebetriebe weniger eingeschränkt werden, sei auch die Mehrzahl der Betreiber für eine Beibehaltung des Raderlebnistages. Weinand schränkt allerdings ein: "Für die Betriebe, die direkt an der Strecke, also in der ersten Reihe, liegen, ist Tal total ein Bombengeschäft. Die zweite Reihe könne dagegen eher zumachen am Erlebnistag.

    Dann müssen sie eben in die erste Reihe kommen und gemeinsam mit Vereinen initiativ werden, lautete eine vielfach geäußerte Empfehlung. Vereine wie der vom Propsteigarten in Hirzenach engagieren sich nach wie vor jedes Jahr stark. Allein 75 ehrenamtliche Helfer sind in Hirzenach bei Tal total aktiv, berichtete Ortsvorsteher Hans-Josef Karbach auf dem Podium in der Bopparder Stadthalle.

    "Man sollte soziale Medien wie Facebook stärker nutzen und auf diesen Plattformen gezielt für Tal total werben", findet Sebastian Reifferscheid aus Osterspai. Er gründete eine Facebook-Seite, die schon 1700 "Gefällt mir"-Klicks" hat.
    "Man sollte soziale Medien wie Facebook stärker nutzen und auf diesen Plattformen gezielt für Tal total werben", findet Sebastian Reifferscheid aus Osterspai. Er gründete eine Facebook-Seite, die schon 1700 "Gefällt mir"-Klicks" hat.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Dort stand überraschend auch ein gar nicht eingeladener Gast. Rudolf Scharping, der als Ministerpräsident den Erlebnistag etabliert hatte, wollte es sich nehmen lassen, der Podiumsveranstaltung unserer Zeitung beizuwohnen. Moderator Peter Burger nahm ihn natürlich prompt aufs Podium.

    Die Idee, die Radfahrer auf die Radwege zu verbannen, fand Scharping absurd. Er empfahl, sich neue Gedanken zu machen, um sich unter 40 Raderlebnistagen in Rheinland-Pfalz weiter behaupten zu können. Beispielsweise sollte man die Deutsche Bahn einbinden, die ein Raderlebnistag-Paket für Gäste schnüren könnte. Auch der Bund Deutscher Radfahrer, dessen Präsident Scharping ist, könne behilflich sein und bei seinen Mitgliedern die Werbetrommel für Tal total rühren.

    Solche und weitere Vorschläge nimmt Claudia Schwarz gern entgegen, die in Zusammenarbeit mit Kommunen und Vereinen dem Raderlebnistag wieder mehr Leben einhauchen möchte.

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