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  • Rosenmontag in Koblenz: Polizei zeigt mehr Präsenz

    Koblenz. Zehntausende Narren werden Koblenz am Rosenmontag in den Ausnahmezustand versetzen - und sie sollen sich sicher dabei fühlen. Das ist das Ziel der Polizei für diesen Tag.

    Foto: dpa

    Von unserer Redakteurin Dris Schneider

    Eigentlich ist die Situation ein bisschen widersprüchlich: Denn obwohl die Koblenzer Polizei kein erhöhtes Gefährdungspotenzial beim Rosenmontagszug oder an den närrischen Tagen insgesamt sieht, rüstet sie doch in gewisser Weise auf. „Objektiv gibt es keine stärkere Gefährdung, aber die subjektive Wahrnehmung vieler Menschen hat sich verändert. Darauf reagieren wir“, sagt Manuel Wehrmann, Leiter der unter anderem für die Innenstadt zuständigen Polizeiinspektion Koblenz 1.

    Die abstrakte Angst vor Terror, die seit den Anschlägen von Paris vorherrscht, und die Angst vor sexuellen Übergriffen nach den Vorfällen in Köln schaffen ein besonderes Klima. Das sagt auch AKK-Präsident Franz-Josef Möhlich: „Man ist schon vorsichtiger, geht mit offeneren Augen durch die Stadt, nicht nur an Karneval, sondern davor schon beim Weihnachtsmarkt zum Beispiel. Aber die Sicherheitsmaßnahmen sind verstärkt, und wir werden bestimmt nicht die Pferde scheu machen.“

    Reagiert wird mit unterschiedlichen Maßnahmen, immer eng verbunden mit anderen Partnern wie dem Ordnungs- oder dem Jugendamt, berichtet Manuel Wehrmann: „Ansprechbarkeit“ ist ein ganz wichtiges Ziel, sagt er. Und zwar verbunden mit einer im Stadtgebiet verteilten ganz klaren Präsenz der uniformierten Einsatzkräfte, ausgestattet mit Stiefeln, Overalls, Schlagstöcken. „Während früher die Bevölkerung eher von den Polizisten abgerückt ist, weil man neben einem solchen vielleicht martialisch gekleideten Menschen nicht in Feierlaune kam, ist es heute genau umgekehrt“, sagt Manuel Wehrmann. „Die Menschen suchen die Nähe zur Polizei, weil sie sich dann sicherer fühlen.“

    Dazu kommt der Aspekt, den die Polizei Aufklärung nennt. Aufklärung über das, was im Entstehen beobachtet werden kann. Polizisten in Zivil oder Karnevalskostüm mischen sich vor allem an neuralgischen Punkten wie dem Jesuitenplatz oder dem Altlöhrtor unter die Menschen und registrieren so schon ganz am Anfang, wenn eine Situation sich bedrohlich entwickeln könnte, melden dies an die Einsatzstelle, wo dann entsprechend reagiert werden kann.

    Als dritter wichtiger Aspekt kommt Überwachung hinzu, und das gleich auf mehrere Arten: Erstens gehört die Koblenzer Polizei zu den Pilotprojekten Körperkamera, und so werden an Rosenmontag mindestens sechs Beamte mit einer solchen „Body Cam“ unterwegs sein. Zweitens sind sogenannte mobile Kameras an Stativen im Einsatz, wie man sie auch aus Fußballstadien kennt. Und drittens wird es in Koblenz an einigen Plätzen und Straßen erstmals eine Videoüberwachung geben - wo genau, wird derzeit noch geklärt, sagt Wehrmann. Die Überwachung selbst bringt mehrere positive Aspekte mit sich, erklärt er: Sie wirkt präventiv, weil sie zu Verhaltensänderungen führen kann, und wenn doch etwas passiert, kann sie Beweise liefern.

    Außerdem wird ein spezielles Sicherheitsmobil unterwegs sein, bei dem potenzielle Opfer schnell eine Aussage machen können, um nicht extra zum Polizeipräsidium gehen zu müssen - auch das eine Reaktion auf die Ereignisse in Köln, wo viele Menschen berichteten, dass sie lange warten musten, bis sie eine Aussage machen konnten.

    Mehr Polizisten als in früheren Jahren sollen eingesetzt werden, im vergangenen Jahr war die Zahl mit 200 beziffert worden. Auch Studenten der Polizei, die noch ihre Ausbildung an der Hochschule auf dem Hahn absolvieren, sollen dabei sein. Dass dies so kontrovers diskutiert wird, kann Manuel Wehrmann nicht verstehen. „Es wurden immer auch Polizisten in Ausbildung mit eingesetzt, das ist ganz normal.“ Natürlich würden die nicht unbedingt in vorderster Linie stehen, aber es gebe ja so viele Arbeiten zu tun an diesen Großkampftagen, dass man auf jeden Fall eine sinnvolle Verwendung für sie findet.

    „Ich kann nicht sagen, dass nichts passieren wird in Koblenz, das kann man nie“, sagt Manuel Wehrmann. „Aber ich kann sagen, dass wir alles dafür tun, damit friedlich gefeiert werden kann.“

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