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  • Pilotprojekt: Trainer für interkulturelle Kompetenz

    Vallendar/Region. Wenn ein Deutscher die Weltkarte aufschlägt, liegt Europa im Zentrum. Allein deshalb denken manche, dass wir der Nabel der Welt sind. Und daran messen und bewerten sie alles: Verhalten, Emotionen, Rituale und gesellschaftliche Regeln. Durch die Zuwanderung von Migranten und Flüchtlingen gerät diese Selbstverständlichkeit ins Wanken, man ist unsicher oder genervt, weil man das fremde Verhalten nicht verstehen kann. Was fehlt, nennt sich interkulturelle Kompetenz. Sie hilft, im Zusammenleben besonnen miteinander umzugehen und Missverständnisse zu vermeiden.

    Ethnologin Anke Hollatz leitet das Weiterbildungsprojekt.
    Ethnologin Anke Hollatz leitet das Weiterbildungsprojekt.
    Foto: Katrin Franzen

    Von unserer Redakteurin Katrin Franzen

    Genau an dieser Stelle setzt das berufsbegleitende Pilotprojekt "Ausbildung zum Trainer für interkulturelle Kompetenz" an. Dieses wird von Ethnologen betreut und in Kooperation von mehreren Institutionen gestemmt (Infotext). Die Weiterbildung will die Teilnehmer befähigen, einen möglichst konfliktfreien Umgang mit Menschen anderer Kulturen in ihrem Arbeitsumfeld voranzubringen.

    Anke Hollatz von Familie & Beruf hat das Pilotprojekt am Mittwoch in Vallendar vorgestellt. Die Projektleiterin ist überzeugt: "Interkulturelle Kompetenz wird das Handwerkszeug unserer Gesellschaft werden." Als Ethnologin (früher: Völkerkundler) weiß sie, was das A und O der interkulturellen Kompetenz ist: den eigenen weltanschaulichen Standpunkt zu verlassen und das anfangs fremde Verhalten als gleichwertig zu betrachten - und damit Ärger und Ablehnung zu vermeiden. "Wir wollen helfen, den Reibungsverlust gering zu halten und zum ganzheitlichen Verständnis in unserer Gesellschaft beitragen", sagt sie. Das gilt vor allem für personalverantwortliche Mitarbeiter aus Unternehmen, Sozialverbänden, Behörden, Gesundheitsweisen und Schulen.

    Barbara Schäfgen, Regionalleiterin der IHK-Akademie, ist glücklich, dass es mit dem Pilotprojekt nun eine gezielte Weiterbildung auf diesem Sektor gibt: "Das ist endlich eine fundierte Qualifikation", sagt sie. Zwar werden bereits Seminare zur interkulturellen Kompetenz angeboten. "Das geht dann aber nur zwei bis drei Tage und vermittelt eine Anleitung für den ersten Moment." Man lernt, welche Formen der Begrüßung es gibt, und wie die Essgewohnheiten in anderen Kulturen aussehen. Aber dies reicht nicht bis zum Kern des Verstehens und des miteinander Arbeitens. "Wenn das gegenseitige Verständnis da ist, gibt's viel weniger Frust und eine deutlich größere Motivation auf beiden Seiten in den Betrieben", ist Schäfgen sicher. Wer möchte, kann über das Teilnahmezertifikat hinaus auch ein IHK-Zertifikat erwerben, das mit einer weiteren Prüfung erworben wird.

    Die berufsbegleitende Ausbildung richtet sich bewusst nicht an Ehrenamtler, die in der Flüchtlingsarbeit an erster Stelle aktiv sind, sagt Hollatz. "Wir suchen Multiplikatoren, die in Entscheidungspositionen oder Scharnierfunktionen arbeiten." Denn: Die Teilnehmer werden nicht nur selbst in der interkulturellen Kompetenz ausgebildet. "Sie lernen bei uns, selbst Trainer zu sein und andere Mitarbeiter zu schulen", erklärt Hollatz.

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    Nina Borowski

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