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    KoblenzOpposition gegen Vorsitzende: Neue Querelen im Tierschutzverein Koblenz

    Wieder gibt es im Tierschutzverein erhebliche Unruhen. Am 11. Dezember findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Einziger Tagesordnungspunkt: Neuwahl des Vorstands. Wie kam es dazu?

    Die Lebens- und Arbeitsbedingungen sind im neuen Tierheim bei Rübenach um Längen besser als am alten Standort in Moselweiß. Richtig zur Ruhe kommt der Verein, der Träger des Tierheims ist, aber nicht: Nicht zum ersten Mal gibt es massive interne Querelen.
    Die Lebens- und Arbeitsbedingungen sind im neuen Tierheim bei Rübenach um Längen besser als am alten Standort in Moselweiß. Richtig zur Ruhe kommt der Verein, der Träger des Tierheims ist, aber nicht: Nicht zum ersten Mal gibt es massive interne Querelen.
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Eine Oppositionsgruppe rund um den ehemaligen Zweiten Vorsitzenden Horst Braun und Lutz Hecht, ehemaliger Geschäftsführer des Evangelischen Stifts St. Martin, der als Vorsitzender kandidieren wird, erhebt schwere Vorwürfe gegen die amtierende Vorsitzende Gisela Kroppenberg.

    Von Überforderung, aber auch von fehlender sozialer Kompetenz im Umgang mit Mitarbeitern und finanziellen Unregelmäßigkeiten ist die Rede. Wieder einmal steht der Verein in den Negativschlagzeilen - wie schon 2009, als Neuwahlen zunächst vom Vorstand abgelehnt, dann aber per Gericht durchgesetzt wurden. Damals unterlag eine Oppositionsgruppe letztlich doch dem amtierenden Vorstand, viele Mitglieder verließen den Verein. 2012 dann erhoben Mitarbeiterinnen schwere Mobbingvorwürfe gegen Tierheimleiterin Kirstin Höfer und Tierschutzvereinsvorsitzende Gisela Kroppenberg. Diesmal ist die Vereinsvorsitzende allein im Fadenkreuz der Kritik.

    Protest gegen Missstände

    Nun also das nächste Kapitel. Die Neuwahlen sind nötig, weil Horst Braun sein Amt als Zweiter Vorsitzender niedergelegt hat, um gegen verschiedene Missstände zu protestieren, erklärt er im Gespräch mit der Rhein-Zeitung. Damit ist er nach seinen Angaben innerhalb einer Wahlperiode das dritte Vorstandsmitglied, das den Vorstand verlässt - das muss satzungsgemäß zu Neuwahlen führen.

    Vor allem folgende Knackpunkte stehen im Mittelpunkt: Dringend notwendige bauliche Maßnahmen wie ausbruchsichere Hundeausläufe seien verzögert worden, so Horst Braun; noch immer läge für das neue Tierheim außerdem keine Betriebsgenehmigung durch das zuständige Veterinäramt vor. „Das ist aber eine reine Formalie“, erklärt der zuständige Veterinär Dr. Rudolf Schneider auf Anfrage der RZ.

    Die derzeit vor allem über Facebook geführten Diskussionen sieht Gisela Kroppenberg kritisch: Es würden einfach Anschuldigungen erhoben - ohne Beweise, sagt sie auf Nachfrage unserer Zeitung. Und: „Sämtliche Phasen der Bauplanung und Bauausführung sind unter Steuerung und Kontrolle von Naturschutzbehörden und renommierten Fach- und Bauplanern durchgeführt wurden.“

    Besonders kritisch werten Braun und Hecht die Zusammenarbeit des Vorstands mit einer Werbeagentur, deren Inhaberin gleichzeitig Mitglied im Vorstand war. Mit Wissen der Vorsitzenden seien Rechnungen an der Kontrolle vorbeigegangen. Dieses Vorstandsmitglied sei im Frühjahr ausgeschieden, ein zivil- oder strafrechtliches Verfahren stehe noch aus. „In der letzten Mitgliederversammlung sind von einigen Mitgliedern Vorwürfe zu den Ausgaben für Werbemittel erhoben worden, ohne dass hierzu eine belastbare Begründung vorgelegt wurde“, hält Gisela Kroppenberg dagegen. Der Vorstand werde aber belegen, dass es umfassende Prüfungen gebe - und der Vorfall werde auch „ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren gegen die Verleumder“ nach sich ziehen.

    Aber es sind noch weitere Vorwürfe, die gegen die amtierende Vereinsvorsitzende erhoben werden. Wenn jemand Kritik geäußert habe, habe sie versucht, ihn mundtot zu machen, sagt Lutz Hecht. Und dabei auch nicht vor unsauberen Mitteln zurückgescheut. So habe sie zum Beispiel Mitarbeiterinnen aufgefordert, einen Kollegen mit Handyaufnahmen oder Gesprächsnotizen zu bespitzeln, um Argumente für eine Abmahnung zu bekommen.

    Auch den Grund für die Mitgliederversammlung mit Neuwahl stellt Kroppenberg anders dar, wie der Einladung zu entnehmen ist: „Leider ist es in den vergangenen Monaten immer wieder zwischen Tierheimleitung und Vorstand zu Differenzen in Bezug auf die Führung des Tierheims gekommen“, heißt es in der von der Vorsitzenden unterzeichneten Einladung. Und weiter: „Auch wurden erhebliche Beschwerden an den Vorstand herangetragen. Dies betrifft insbesondere eine mangelnde Versorgung der Tierheimtiere und unzureichende Arbeitsstrukturen. Die Konflikte waren trotz intensiver Bemühungen nicht beizulegen.“

    „Mobbing“ gegen Tierheimchefin?

    Gisela Kroppenberg zeigt sich enttäuscht, dass die „Opposition“ sich an die Zeitung gewandt hat. Man hätte das erst einmal intern klären sollen: „Durch derartige Aktivitäten wird dem Ruf des Tierheims und des Vereins ein erheblicher Schaden zugefügt.“

    Sie wollten auch eigentlich gar keine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit waschen, sagen Horst Braun und Lutz Hecht. Aber die Formulierungen in der Einladung empfinden sie als öffentliches Mobbing gegen Tierheimleiterin Kirstin Höfer, die immer wieder vom Vorstand vor den Spagat gestellt würde, mit zu wenigen Mitarbeitern zu viele Aufgabenfelder abdecken zu müssen. „Ich habe aus der Krankenhausleitung von Dienst- und Schichtplänen wirklich eine Menge Ahnung“, sagt Lutz Hecht. „Aber wie man mit sechs Köpfen die Aufgaben von 7,7 Stellen abdecken soll, das muss erst einmal jemand zeigen.“

    Ist also die Neuwahl des Vorstands quasi auch eine Personalentscheidung pro oder kontra Tierheimleiterin Höfer? „Das kann man so sagen“, sagt Horst Braun. „Wir wollen gern mit Kirstin Höfer weiter zusammenarbeiten. Zwischen Gisela Kroppenberg und ihr ist das Verhältnis dagegen ziemlich zerrüttet.“ Und die Mitarbeiter, ist er überzeugt, stünden fest hinter ihrer Chefin Höfer.

    Zur Mitgliederversammlung am 11. Dezember im Gymnasium auf der Karthause sind nur Mitglieder mit ihrem Mitglieds- und einem Personalausweis zugelassen.

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