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    Nahversorgung: In vielen Ortskernen der Region fehlen Lebensmittelläden

    Winningen/Region. An der Untermosel gibt es immer weniger Lebensmittelgeschäfte in den Ortskernen. So schlossen in jüngerer Vergangenheit sowohl in Löf als auch in Dieblich Lebensmittelgeschäfte in den Dorfzentren. In Dieblich öffnete zwar ein neuer Markt, aber nicht im Ortskern, sondern im Neubaugebiet, eher am Ortsrand. Nun steht mit dem Spar-Markt in Winningen das nächste Lebensmittelgeschäft vor dem Aus.

    Es gibt immer weniger Lebensmittelmärkte in den Ortszentren. Der Winninger Markt am Marktplatz schließt nun zum Ende des Monats.
    Es gibt immer weniger Lebensmittelmärkte in den Ortszentren. Der Winninger Markt am Marktplatz schließt nun zum Ende des Monats.
    Foto: Tim Kosmetschke

    Geschlossen werden soll der Laden, in den auch eine Metzgerei integriert war, zum 30. April. Es habe sich am Ende einfach nicht mehr gelohnt, erläutert Marktinhaber Georg Schenk gegenüber unserer Zeitung. Den Markt betrieb er zusammen mit seiner Frau seit 2004, zuletzt mit drei weiteren Angestellten. „Es tut mir für die älteren Menschen in Winningen, die nicht mobil sind, leid, aber ich kann es nicht ändern. Wenn die andern alle meinen, sie müssten in den Supermarkt zum Einkaufen fahren, dann ist das eben so“, betont Georg Schenk. Und in Winningen wird es auch direkt wohl keinen neuen Markt geben. „Es ist kein Investor an mich herangetreten, der einen Markt in einer Größenordnung bis 800 Quadratmeter hier betreiben möchte“, sagt Ortsbürgermeister Eric Peiter.

    799 Quadratmeter sind bezüglich des Baurechts dabei die entscheidende Größe. „Bis zu dieser Größe ist der Bau und Betrieb eines Lebensmittelmarkts eine Sache zwischen der jeweiligen Gemeinde und dem Investor. Für einen größeren Markt müssten Verbandsgemeinde, ADD und Kreisverwaltung auch ihre Zustimmung geben“, sagt Dieter Weinand, Leiter der Bauabteilung bei der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel.

    Dass Winningen aber langfristig ohne einen Lebensmittelmarkt bleibt, befürchtet Eric Peiter allerdings nicht. „Im Rahmen der Anlage, die der Winninger Unternehmer Horst Kröber in seinem Projekt Leben und Wohnen im Alter in Winningen plant, wird es auch einen Nahversorger geben“, betonte der Ortschef gegenüber unserer Zeitung. Bis die Anlage steht, sind seiner Meinung nach Übergangskonzepte gefragt. „Dies kann beispielsweise ein Hol- und Bringdienst sein. Oder man fragt Händler, ob sie nicht ein- oder zweimal die Woche mit ihrem Verkaufswagen nach Winningen kommen“, sagt Peiter.

    In Löf hat man mit fahrenden Händlern gute Erfahrungen gemacht. „Vor acht Jahren schloss der Lebensmittelmarkt bei uns, und seitdem machen Händler mit ihren Verkaufswagen auch Station hier, das klappt sehr gut. Und zudem hat der Metzgerladen Hünten sein Sortiment etwas erweitert“, sagt der Löfer Ortschef Rudi Zenz.

    Ein Ortskern ohne Lebensmittelgeschäft – dieses Schicksal drohte auch Bassenheim im Herbst 2015. Dann entschied sich der Mülheim-Kärlicher Unternehmer Gerd Harner, in den Räumen des alten Edeka-Marktes das „Bassem-Center“ zu eröffnen. Seit anderthalb Jahren gewährleistet er nun die Grundversorgung für die 3000-Einwohner-Gemeinde. „Man muss natürlich zugeben, dass es kein einfaches Geschäft ist. Ob ein solcher Markt erhalten bleibt, hängt letztendlich immer von den Bürgern ab“, so Gerd Harner.

    Dabei ist der Lebensmittelmarkt mitten im Ort nicht nur für die physische, sondern mindestens ebenso für die psychische Versorgung wichtig. „Für das Selbstwertgefühl eines Menschen ist es ein gewaltiger Unterschied, ob er sich die nötigen Lebensmittel selbst besorgt oder ob er sie sich bringen lassen muss“, sagt Gerd Harner. Zudem ist der Markt auch ein sozialer Treffpunkt. „Deshalb ist es wichtig, dass man den Kunden in solchen Geschäften auch die Möglichkeit gibt zu verweilen. Beispielswiese mit einem angeschlossenen Café“, so Harner.

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

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