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  • Närrischer Nachholtermin: RoSo kam bei Narren gut an

    Koblenz. Die Koblenzer Karnevalsgeschichte ist ab sofort um ein kurioses Kapitel reicher, denn einen „Rosensonntag“ gab es noch nie. Und der hatte es in sich, denn die närrischen Zuschauer erlebten den „Zuch“, der am Rosenmontag im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen war, nämlich doch noch. Was die meisten jedoch überraschte, waren die Dimensionen des Spektakels. Zwar hatte die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) in Absprache mit Behörden, Polizei und Hilfsdiensten die Zugstrecke halbiert, doch gab es trotzdem fast die volle Dosis – und am Ende auch noch eine faustdicke Überraschung: Die Polizei spricht von 80 000 bis 100 000 Besuchern. Damit hatten die größten Optimisten nicht gerechnet.

    Ministerpräsident Horst Seehofer verwandelt sich in den "Bavarius Rex" und schnappt nach Bundeskanzlerin Angela Merkel: Der Carneval-Club Korpskommando Koblenz punktete beim "Zuch" wieder einmal mit einem Beitrag, der zur aktuellen Politik passt. Fotos: Thomas Frey
    Ministerpräsident Horst Seehofer verwandelt sich in den "Bavarius Rex" und schnappt nach Bundeskanzlerin Angela Merkel: Der Carneval-Club Korpskommando Koblenz punktete beim "Zuch" wieder einmal mit einem Beitrag, der zur aktuellen Politik passt. Fotos: Thomas Frey
    Foto: Thomas Frey

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Wer den „Zuch“ in voller Länge erleben wollte, musste gut zwei Stunden einplanen. Die Prognose, dass einige Gruppen infolge Urlaubsplanung und Grippesaison deutlich kleiner ausfallen würden, traf nur in Teilen ein, zumal die äußeren Bedingungen stimmten. Es blieb trocken, die Sonne kam durch, bei Temperaturen um die 6 Grad ließ es sich trefflich feiern. Wer mit einem komischen Gefühl und der Frage im Gesicht, ob das Ganze funktionieren würde, gekommen war, wurde schnell von seinen Zweifeln befreit. Viele Zuschauer hatten sich maskiert und drehten das Rad der Zeit drei Wochen zurück.

    Auch wenn sich viele Gruppen und Vereine zeitloser und klassischer Themen bedienten, zeigte sich sehr schnell, dass man einen Karnevalszug nicht so einfach ausfallen lassen kann. Denn auch wenn die politischen Beiträge vor allem die Züge in Düsseldorf, Köln und Mainz prägen, heißt das nicht, dass die Koblenzer Narren keinen politischen Karneval können. Ganz im Gegenteil. So widmete der Carneval-Club Korpskommando Koblenz seinen Beitrag den Auseinandersetzungen zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem bayerischen Ministerpräsidenten, Horst Seehofer, der kurzerhand in einen „Bavarius Rex“ verwandelt wurde. Die Prognose, dass das Leitmotiv mit dem Dinosaurier auch noch 2017 funktionieren wird, wollte niemand wagen. Ein weiteres Argument dafür, den Rosenmontagszug zeitnah nachzuholen, was wohl auch der Katholischen Jugend St. Peter entgegenkam, die einen Feuer speienden Drachen auf die Piste schickte und damit die Doppelzüngigkeit von Geopolitikern anprangerte – von Frieden sprechen und gleichzeitig Waffen verkaufen wollen: Das ist eine Logik, die nicht nur Narren kritisch hinterfragen.

    Und auch der allzu sorglose Umgang mit der Umwelt wurde thematisiert – und zwar vom Sportverein Hillscheid, der einen imposanten Wagen nach Koblenz schickte, der mit dem sinkenden Schiff MS Klima, einem schwankenden Eisberg und Pinguinen bestückt war. Auch dies war ein Beispiel dafür, dass auch die Narren trotz bester Laune sehr nachdenklich geworden sind.

    Ein weiteres Argument, den Zug doch noch loszuschicken, lieferten die Ka-Jun-Se St. Peter, die sich ganz der bevorstehenden Landtagswahl widmeten und das zu erwartende Kopf-an-Kopf-Rennen von Malu Dreyer und Herausforderin Julia Klöckner mit einer riesengroßen Katze, die sich die Krallen wetzt, symbolisierten. Und schließlich stellte sich das Alt-Herren-Corps mit ausgefeilter Technik einem Thema, das die Veranstalterin des „Zuchs“ selbst betraf: Denn die AKK feiert 2016 ihr 6 x 11-jähriges Bestehen – auch dieser Beitrag hätte wohl 2017 nur noch die wenigsten interessieren dürfen. Die wenigen Beispiele stehen für die vielen Argumente, die für den „Rosensonntagszug“ sprachen. Weniger klar wird die Antwort auf die Frage sein, wer denn nun die gelungensten Beiträge zum „Zuch“ leistete. Denn zu den vielen Wagen mit aktuellen Bezügen – dazu gehörte auch der Wagen der Kirmesgesellschaft St. Bernhard Wallersheim zum VW-Skandal – gab es viele Fußgruppen, die sich für die Prämierung empfahlen. Darüber, wer am Ende mit einem Pokal belohnt wird, entscheidet wie immer eine Jury.

    Zugmarschall Olav Kullak: Rosensonntagszuch „war ein traumhaftes Ding“Polizei zieht zufrieden Bilanz: Feiern verliefen äußerst friedlich Kommentar zum "Rosensonntag" Kowelenz Olau: So bunt war der RoSo-UmzugRoSo-Umzug: Koblenzer Narren holen Karneval nach [Update]weitere Links
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