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  • KoblenzNach Rauswurf: Netto-Markt entschuldigt sich bei blinder Frau

    Jetzt kann sie schon wieder lächeln. Aber am Samstag war Astrid Uhlig das Lachen vergangen: „Ich war richtig entsetzt. Das ist mir noch nie passiert“, sagt sie am Telefon. Die 54-Jährige, die mit ihrem Mann auf dem Campingplatz Urlaub macht, wollte im Netto-Markt am Brenderweg einkaufen. Immer mit dabei: Schäferhund Lasso, ein ausgebildeter Blindenführhund. Doch er sollte in den Laden nicht hineindürfen.

    Symbolfoto
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    Foto: picture-alliance/ dpa

    Koblenz - Jetzt kann sie schon wieder lächeln. Aber am Samstag war Astrid Uhlig das Lachen vergangen: „Ich war richtig entsetzt. Das ist mir noch nie passiert“, sagt sie am Telefon. Die 54-Jährige, die mit ihrem Mann auf dem Campingplatz Urlaub macht, wollte im Netto-Markt am Brenderweg einkaufen. Immer mit dabei: Schäferhund Lasso, ein ausgebildeter Blindenführhund. Doch er sollte in den Laden nicht hineindürfen.

    „Es kam gleich jemand auf uns zu und hat uns nicht allzu freundlich darauf hingewiesen, dass Hunde nicht erlaubt sind“, sagt Reinhard Uhlig.

    Das stimmt ja grundsätzlich auch. Bei Blindenhunden aber macht der Gesetzgeber eine Ausnahme. Nicht so die Filialleiterin: „Wir durften nicht mit dem Hund rein, also sind wir raus“, sagt Astrid Uhlig. Zurück auf dem Campingplatz, entscheidet sich das Ehepaar, die Polizei anzurufen. „Es geht ja nicht nur um mich!“, sagt die Warendorferin. „Es geht auch um meine Leidensgenossen. Das muss man sich nicht bieten lassen.“ Doch auch die Polizisten erreichen im Gespräch mit der Filialleiterin nichts.

    Jetzt im Nachhinein sieht es anders aus: „Wir bedauern sehr, dass es zu einem Missverständnis in unserer Koblenzer Filiale gekommen ist“, heißt es in einer E-Mail von der Netto-Pressestelle. Und weiter: „Wir tolerieren ausgebildete Blindenführhunde, die sehbehinderte Kunden in unseren Filialen begleiten, sofern keine anwesende Einkaufsbegleitung den Einkauf für die sehbehinderte Person vornehmen kann. Darüber hinaus sind unsere Mitarbeiter geschult, behinderte Kunden bei ihrem Einkauf zu unterstützen.“ Das ist auch in anderen Geschäften so, wie eine kleine Stichprobe ergibt: „Ich würde einen Blindenhund reinlassen“, sagt beispielsweise Alexander Kreuzberg von Edeka Kreuzberg, ebenso wie Dieter Bröder vom Rewe-Markt in der Rübenacher Straße.

    Die Uhligs können ihren Urlaub in Koblenz jetzt wieder genießen. Netto-Mitarbeiter haben sie angerufen, heute soll es ein Treffen mit der Filialleiterin geben. „Dann ist es auch okay für uns“, sagen Astrid und Reinhard Uhlig. „Nachtragend sind wir nicht.“

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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