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  • Mordversuch im Altenheim? Hammerattacke beim Abendessen

    Koblenz/Neuwied. Blutiger Hammerangriff im Speisessaal im Koblenzer Altenheim Laubach: Ein betrunkener Mann (66) hat 2015 mit einem Schlosserhammer fünfmal auf einen Mitbewohner eingeschlagen - und ihm mehrfach den Schädel gebrochen. Jetzt steht er wegen heimtückischen Mordversuchs vor dem Landgericht Koblenz, ihm droht lebenslange Haft. Unfassbar: Der Gewalttäter saß bereits 13 Jahre in Haft - wegen versuchten Doppelmordes. Er hatte 1999 in Neuwied mit einem Revolver auf seine Frau und seinen Sohn gefeuert und beide am Kopf getroffen. Später behauptete er: "Ich wollte sie nur erschrecken."

    Bluttat im Altenheim Laubach in Koblenz: Im Juli 2015 schlug ein Mann einem Mitbewohner den Schädel ein. Jetzt steht er vor Gericht.
    Bluttat im Altenheim Laubach in Koblenz: Im Juli 2015 schlug ein Mann einem Mitbewohner den Schädel ein. Jetzt steht er vor Gericht.
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Zur Bluttat im Altenheim kam es am 14. Juli 2015. Kurz danach legte der Hammerschläger beim Haftrichter ein Geständnis ab. Jetzt, am ersten Prozesstag, betrat er in Handschellen und rotem Häftlingsanzug den Gerichtssaal. Dann schilderte er mit schwacher Stimme und schlechtem Deutsch sein bisheriges Leben: Er wuchs in der Sowjetunion auf, diente in der Roten Armee, arbeitete in einem Betonwerk, trank reichlich Alkohol, siedelte 1995 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Sachsen über. Die Eheleute stritten sich oft, er schlug immer wieder zu, sie trennten sich, zogen aber in Neuwied wieder zusammen. Zuletzt arbeitete der Mann als Fliesenleger oder lebte von Hartz IV.

    Der Gewalttäter und sein Opfer wohnten bis zur Tat im Seniorenzentrum Laubach, das von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) geführt wird und bis zu 118 Bewohner hat. So verübte der Mann laut Anklage die Bluttat: Er und sein gut 70 Jahre altes Opfer sind nicht befreundet, sitzen im Speisesaal aber nebeneinander. Am Tattag um 18.15 Uhr steht er plötzlich auf, geht in sein Zimmer, holt den 300 Gramm schweren Hammer, kommt zurück in den Saal, wo sein Opfer zu Abend isst. Er nähert sich von hinten und schlägt ihm fünfmal mit dem Hammer auf den Kopf - bis eine Betreuerin dazwischengehen kann.

    Das Opfer erleidet mehrere Schädelfrakturen, die zum Glück nicht lebensgefährlich sind. Die Polizei misst beim Täter um 21.10 Uhr knapp 1,7 Promille Alkohol im Blut. Warum er zuschlug, ist unklar. Er sitzt in Untersuchungshaft.

    So berichtete unsere Zeitung bereits 1999 über einen Prozess gegen den Mann. Damals verurteilte ihn das Landgericht zu 13 Jahren Haft.
    So berichtete unsere Zeitung bereits 1999 über einen Prozess gegen den Mann. Damals verurteilte ihn das Landgericht zu 13 Jahren Haft.

    Vor gut 16 Jahren war er in Neuwied-Torney schon mal ausgerastet: Am 7. Februar 1999 um 14 Uhr betritt er die Wohnung seiner Familie, gerät mit seinem Sohn in Streit, zieht einen zur scharfen Waffe umgebauten Gasrevolver - und schießt. Der Schuss streift die Schläfe des Sohnes. Als seine Frau eingreift, schießt er auch auf sie - trifft auch ihren Kopf. Dann kann der Sohn ihn trotz seiner Verletzung niederringen. Beide Opfer überleben. Das Landgericht Koblenz verurteilt den Mann zu 13 Jahren Haft. Er sitzt die Strafe ab.

    Der Prozess geht am 21. Januar um 9 Uhr weiter. Dann wird der Hammerschläger laut seinem Anwalt sein Geständnis wiederholen.

    Mordversuch in Altenheim: Mann muss lange in Haft Hammerschläge auf Kopf in Koblenzer Seniorenheim: War Eifersucht das Motiv?
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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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