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  • Macken: Steht der Windpark vor dem Aus?

    Macken. Die geplanten Windkraftanlagen in der Hunsrückgemeinde Macken wären die ersten in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel (die RZ berichtete). Doch seit der Unterzeichnung des Nutzungsvertrages im November 2014 zwischen der Ortsgemeinde Macken und dem größten deutschen Windkraftanlagenhersteller Enercon hat sich noch nichts Sichtbares getan.

    Windräder
    Werden sich auch in Macken bald Windräder drehen? Symbol
    Foto: Arne Dedert/Archiv - dpa

    Die geplanten Windkraftanlagen in der Hunsrückgemeinde Macken wären die ersten in der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel (die RZ berichtete). Doch seit der Unterzeichnung des Nutzungsvertrages im November 2014 zwischen der Ortsgemeinde Macken und dem größten deutschen Windkraftanlagenhersteller Enercon hat sich noch nichts Sichtbares getan. Weiterhin sind keine Windräder vom Otto-Andreas-Turm aus zu sehen. Die rund 100 Hektar große Potenzialfläche, die Macken an das Unternehmen aus dem ostfriesischen Aurich für den Bau eines Windparks mit fünf Anlagen verpachtet hat, befindet sich weiterhin in ihrem natürlichen Zustand. Dabei könnte es unter Umständen auch bleiben. Die rheinland-pfälzische Landesregierung plant nämlich im nächsten Jahr Änderungen am Landesentwicklungsprogramm vorzunehmen, die unter anderem Windkraftanlagen betreffen.

    Der Verordnungsentwurf der Landesregierung vom 27. September sieht unter anderem vor, dass der Mindestabstand von Windenergieanlagen zu Wohngebieten 1000 Meter, bei Anlagen über 200 Meter Gesamthöhe sogar 1100 Meter betragen muss. Enercon plant in Macken Windräder der Baureihe E 115/3 MW mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einem Rotordurchmesser von 115,7 Metern zu installieren. Damit würde die Gesamthöhe von über 200 Metern überschritten werden, sodass für den geplanten Windpark in Macken ein Mindestabstand von 1100 Metern zur Wohnbebauung gilt. Die fünf Windräder wären aufgrund ihrer geplanten Lage somit in Teilen in Gefahr.

    Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat Investor Enercon im Rahmen der Vollständigkeitsprüfung der Unterlagen für das raumordnerische Prüfverfahren bereits auf die geplante Änderung der Vorgaben zum Mindestabstand aufmerksam gemacht, wie SGD-Pressesprecherin Sandra Hansen-Spurzem erklärt: "Da dem im Rahmen der raumordnerischen Prüfung und des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens Relevanz zukommen wird, wurde gebeten, dass der Antragsteller das bei seiner Entscheidung über die weiteren Schritte mit bedenken sollte."

    Enercon selbst prüft derzeit parallel zum laufenden Raumordnungsverfahren nach Angaben von Unternehmenssprecher Felix Rehwald, welche Folgen sich aus den geänderten Abstandskriterien für den Mackener Windpark ergeben. Zu konkreten Auswirkungen, gar einem möglichen Scheitern des Windparks in Macken, will sich Rehwald unterdessen nicht explizit äußern: "Durch Änderungen der Rahmenbedingungen kann sich bei in Planung befindlichen Windenergieprojekten immer die Notwendigkeit ergeben, die Planungen anzupassen. Auch aus dem Genehmigungsverfahren können sich Änderungen ergeben. Ob und inwiefern dies für das Projekt Macken gilt, wäre zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation."

    Ortsbürgermeister Werner Wolf hofft weiterhin, dass ein Windpark in seiner Gemeinde entsteht - egal wie viele Windräder am Ende genehmigt werden. Macken will die Möglichkeit der Windkrafteinnahmen nicht ungenutzt lassen, und das aus gutem Grund, wie Wolf sagt: "Der Wald ist bisher unsere Haupteinnahmequelle. Sonst haben wir kaum Industrie und Touristik, womit wir als Gemeinde Einnahmen erzielen können."

    Die Interessengemeinschaft Natur und Landschaft sieht derweil die neuesten Entwicklungen in Sachen Mindestabstand mit Interesse. "Es sieht nicht mehr so schlecht aus wie vorher. Wir werden weiterhin am Ball bleiben", erklärt Hans Ketelaer von der Initiative, die die Windräder in Macken verhindern will. Gleichzeitig bemängelt er die unzureichende Informationspolitik zum aktuellen Projektstand. Für Ketelaer ist klar: Sollte die Entscheidung trotz der geplanten Landesverordnung für die Anlagen in Macken ausfallen, "dann stehen unsere Anwälte in den Startlöchern".

    Von unserem Reporter Andreas Egenolf

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