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  • Kreis MYK: Katwarn warnt jetzt auch vor Hochwasser

    Kreis MYK. Hochwasser spielt in unserer Region eine bedeutende Rolle - nicht nur an den großen Flüssen wie Rhein und Mosel, sondern auch an kleineren Flüssen wie der Nette. An dieser war es Anfang Juni dieses Jahres zum Beispiel zu erheblichen Überschwemmungen gekommen. "Um die Menschen in Zukunft besser schützen zu können, verbreitet der Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz Hochwasserwarnungen jetzt auch über das Warnsystem Katwarn, das man sich kostenlos als App auf dem Mobiltelefon installieren kann", heißt es in einer Pressemitteilung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums.

    Katwarn kann man kostenlos auf dem Mobiltelefon installieren.
    Katwarn kann man kostenlos auf dem Mobiltelefon installieren.
    Foto: picture alliance

    Das Besondere an Katwarn ist, dass die Warnungen ortsgenau verbreitet werden. Das bedeutet: Menschen, die sich im Gefahrengebiet befinden oder ein bestimmtes Gebiet im System hinterlegt haben, werden mit Informationen für die betroffenen Gebiete versorgt. "Derartige Warnsysteme sind eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Hochwasser-Meldewegen", sagt Margret Jost vom Landesamt für Umwelt in Rheinland-Pfalz. "Insbesondere für kleine Flüsse, wo nach Starkregen aber auch bei starker Schneeschmelze schnell ansteigende Hochwasserwellen auftreten können, ist Katwarn eine gute Möglichkeit, die Bevölkerung und lokale Einsatzkräfte zeitnah und effizient informieren zu können", so Jost.

    Im Gegensatz zu großen Flüssen, wo das Wasser langsamer steigt und eine Vorhersage - unter anderem durch vorhandene Pegel - schon gut funktioniert, ist die Vorhersage bei kleineren Flüssen schwieriger. Bislang standen dabei nur Informationen von Wetterdiensten (Unwetter- oder Starkregenwarnungen) zur Verfügung, wie viel Wasser die Böden noch aufnehmen können aber nicht. Aber genau das kann durchaus entscheidende Auswirkungen haben: Denn bei feuchten Böden, die kein Wasser mehr aufnehmen können, kann das Wasser schnell steigen. "In kleinen Einzugsgebieten ist die Zeitspanne vom Regenereignis bis zur Bildung des Hochwasserabflusses zu kurz, um Wasserstandsvorhersagen im Zentimeterbereich zu berechnen. Hier ist aber eine Hochwasserfrühwarnung mit regionsbezogenen Hochwasserinformationen möglich", informiert das Landesamt für Umwelt. Bei dem Frühwarnsystem werden meteorologische und hydrologische Modelle kombiniert, um eine Hochwasserfrühwarnkarte zu erstellen. In dieser ist auch die Abflussbereitschaft berücksichtigt.

    Für die großen Flüsse wie Rhein und Mosel müssen die Informationen noch über die Internetseite des Hochwassermeldedienstes abgerufen werden. Das soll sich aber bald ändern: Ab dem Frühjahr soll über Katwarn auch vor Hochwassern an Rhein und Mosel gewarnt werden, erklärte das Franhofer-Institut Fokus, das das System entwickelt hat, auf Anfrage der RZ.

    Im Gegensatz zu anderen Ereignissen wie Großbränden und Veranstaltungen hat der Kreis Mayen-Koblenz in puncto Hochwasser keine Möglichkeit, Informationen in Katwarn einzusteuern - etwa durch die Einrichtung so genannter Sondergebiete (Beispiel: Rock am Ring), erklärt Rainer Nell, beim Kreis Mayen-Koblenz für den Zivil- und Katastrophenschutz zuständig. Die Warnungen werden vom Landesamt aktiviert. Trotzdem sieht Nell die Erweiterung der App als wichtigen Schritt. "Jede Info, die die Bevölkerung bekommen kann, ist wichtig." Für den eigenen Hochwasserschutz müsste man in erster Linie selbst sorgen.

    Michael Gohmann, der Wehrleiter der Feuerwehr in der VG Rhein-Mosel, sieht Vorteile im Bezug auf die Katwarn-Warnungen für große Flüsse, weil man an Rhein und Mosel schon lange kein ganz großes Hochwasser mehr hatte. Insbesondere die neu Zugezogenen seien daher vielleicht nicht ausreichend für dieses Thema sensibilisiert. "Die wissen noch nicht, was auf sie zukommen kann", so Gohmann.

    Volker Schmidt

    Die Katwarn-App steht für i-Phones (im App Store), Androi Phones (Google Play Store) und Windows Phones (Windows Store) kostenlos zur Verfügung. Für die Daten des Hochwassermeldedienst gibt es auch die App "Meine Pegel".

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