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    KoblenzKoblenzer Tierschützer sind gespalten

    "Ich habe eh nichts mehr zu verlieren." Tierheimleiterin Kirstin Höfer möchte auf Anfrage der RZ gern Stellung beziehen zur Situation im Tierschutzverein und -heim. Am Freitagabend wird es eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben. Die Hintergründe.

    Da war die Welt noch in Ordnung zwischen Gisela Kroppenberg (links), der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Koblenz und Umgebung und Tierheimleiterin Kirstin Höfer: Im September 2011 wurde das Gelände bei Rübenach als neuer Standort für das Tierheim präsentiert.
    Da war die Welt noch in Ordnung zwischen Gisela Kroppenberg (links), der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Koblenz und Umgebung und Tierheimleiterin Kirstin Höfer: Im September 2011 wurde das Gelände bei Rübenach als neuer Standort für das Tierheim präsentiert.
    Foto: Archivbild: Peter Karges

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Formal nötig geworden ist dies dadurch, dass der Zweite Vorsitzende, Horst Braun, zurückgetreten ist - und damit das dritte Vorstandsmitglied innerhalb einer Wahlperiode (die RZ berichtete).

    Klar ist, obwohl es nicht auf der Tagesordnung steht: Die Wahl wird gleichzeitig eine Wahl oder Abwahl der Tierheimleiterin sein. Denn zwischen Höfer und der Vorsitzenden Gisela Kroppenberg ist das Tischtuch zerschnitten. Wenn Kroppenberg also wiedergewählt wird, ist Höfer raus. Denn der Verein ist der Träger des Tierheims, der Vorstand also sozusagen der Arbeitgeber. Ein weiteres gemeinsames Arbeiten ist nicht denkbar. Zurzeit ist Höfer krankgeschrieben - bis einschließlich heute. Morgen will sie arbeiten und abends zur Mitgliederversammlung gehen.

    Frühere Oppositionen gegen den Vereinsvorstand vonseiten der "Tierfreunde Koblenz" oder Mobbingvorwürfe gegen Kroppenberg und Höfer durch ehemalige Mitarbeiterinnen haben die beiden Frauen in den vergangenen Jahren gemeinsam überstanden - nun aber gibt es diese Einheit nicht mehr. "Ich war immer zu 100 Prozent loyal", sagt Kirstin Höfer. Aber schon seit etwa zwei Jahren sei der Kontakt schwieriger geworden, auch wenn sie das lange sogar vor ihrem Team nicht thematisiert habe. Am Neubau des Tierheims sei die Situation dann zunehmend eskaliert. Sie nennt mehrere Beispiele: Während die Vereinsvorsitzende viel Geld für einen repräsentativen Eingangsbereich ausgegeben habe, hätten im Hundehaus noch Einrichtungen gefehlt, die Ausläufe seien nicht fertig geworden.

    Gisela Kroppenberg will nur schriftlich antworten und verweist bei einem Teil der Fragen der RZ darauf, dass sie sich vor der Mitgliederversammlung nicht äußern möchte. Zum Vorwurf in Bezug auf den Eingangsbereich schreibt sie: "Der Neubau und die Inneneinrichtung ist in einem Gesamtkonzept gemeinsam geplant und verabschiedet worden, die einzelnen Planungselemente wurden sukzessive realisiert. Der Eingangsbereich wurde als offener freundlicher Kontaktbereich mit drei Mitarbeiterarbeitsplätzen statt entsprechender Büros ausgestattet."

    Kirstin Höfer schildert die Eskalation aus ihrer Sicht weiter: Zu Baubesprechungen sei sie dann oft nicht mehr eingeladen worden. "Ich habe immer und immer wieder genervt und gesagt, so geht es nicht, wir können noch nicht umziehen, es ist noch nicht alles fertig." Aber das sei ungehört verhallt. "Am 1. März war dann die offizielle Einweihung. Und einen Tag später hatte ich meine erste - übrigens haltlose - Abmahnung auf dem Tisch. Bis dahin hat sie mich gebraucht, dann wollte sie mich loswerden." "Sie", das ist Gisela Kroppenberg.

    Aber auch an anderen Punkten habe es zunehmend massive Konflikte gegeben, aber keine echte Auseinandersetzung, wirft Höfer Kroppenberg vor. "Sie hat alles ausgeschwiegen." Es sind viele kleine Beispiele, die Höfer nennt. Kroppenberg habe sie beispielsweise aufgefordert, einen Kollegen zu bespitzeln. "Ich habe das nicht gemacht, aber ich habe es ihm auch damals nicht erzählt, dass ich es machen sollte", so Höfer. Einen solchen Auftrag hat es nie gegeben, sagt dagegen die Vereinsvorsitzende. Gestern hat sie nach Informationen der RZ den Tierheimmitarbeiterinnen im Übrigen ein Schreiben zu diesem Punkt vorgelegt. An Eides statt sollen sie erklären, dass sie "zu keinem Zeitpunkt von der Vereinsvorsitzenden den Auftrag bekommen haben, einen Kollegen mit Handyaufnahmen oder Gesprächsnotizen zu bespitzeln". Nach Infos unserer Zeitung haben die meisten nicht unterschrieben.

    Gisela Kroppenberg habe außerdem mit einer befreundeten Werbeagentur zusammengearbeitet, die höhere Preise verlangt habe als andere, sagt Höfer. Ob die Rechnungen außerdem an der Kontrolle vorbei unterzeichnet wurden, wie andere behaupten, wisse sie nicht. "Unwahr ist, mit Wissen der 1. Vorsitzenden seien Rechnungen einer Werbeagentur an der Kontrolle vorbeigegangen", schreibt Kroppenberg an die RZ. "Wahr ist, dass stets alle Rechnungen der Werbeagentur durch eine externe Buchhaltung und eine externe Wirtschaftsprüfung ohne jegliche Beanstandung geprüft worden sind." Die Liste der gegenseitigen Vorwürfe ist endlos lang, vieles ist schwer nachzuvollziehen. "Ich habe mehrfach angeboten, dass ich gehen kann", sagt Höfer. Aber erst vor Kurzem sei ihr quasi wortlos ein Auflösungsvertrag hingelegt worden - "und jetzt bin ich nicht mehr bereit."

    Von außen wurde den beiden Frauen mehrfach zur Mediation geraten - und auch Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig, Ehrenpräsident des Tierschutzvereins und Schirmherr des neuen Tierheims, führte mehrere gemeinsame und Einzelgespräche, wie er auf Anfrage der RZ erklärt. Zweck sei es gewesen, "die Hintergründe für Zwistigkeiten innerhalb des Vereins zu erfahren sowie Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft zu erkennen und den Konfliktparteien zu unterbreiten", so der OB, der am Freitag nach jetzigem Stand der Dinge die Versammlung leiten wird. Doch Gisela Kroppenberg sah in einer Mediation keinen Sinn, wie sie gegenüber der RZ erklärt: "Frau Höfer hat mehrfach eine Mediation zwischen ihr und dem Vorstand gewünscht. Für die Nichterfüllung von Zielvereinbarungen/Arbeitsaufträgen durch Frau Höfer ist eine Mediation aus Sicht unseres Vorstands kein geeignetes Instrument gewesen."

    Neustart: Koblenzer Tierschützer setzen auf mehr Beteiligung der MitgliederVorsitzende abgewählt: Rollt Austrittswelle auf den Tierschutzverein Koblenz zu? Nach Wahlen im Tierheim Koblenz: Rollt jetzt eine Austrittswelle auf den Verein zu?Tierschutzverein Koblenz hat neuen Vorsitzenden - Demo begleitet Wahlen Tierschutzverein: Die Vorwürfe gehen weiter weitere Links
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