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    KoblenzKoblenzer Studenten protestieren gegen Kürzungen

    Auf dem Campus Koblenz formiert sich der Protest: Studenten der Universität Koblenz-Landau wollen in der nächsten Woche gegen Einsparungen auf die Straße gehen. Hintergrund: Wegen Entscheidungen des Landes stehen der Uni in den Jahren 2012 bis 2015 insgesamt mehr als 10 Millionen Euro weniger zur Verfügung. Das Studierendenparlament (Stupa) und der Asta rufen für Mittwoch, 24. Oktober, zu einem Protestmarsch vom Campus bis zur Herz-Jesu-Kirche auf.

    Keine Kohle, keine Bildung, keine Zukunft: Mit Plakaten rufen die Studenten auf, sich am Protestmarsch zu beteiligen.
    Keine Kohle, keine Bildung, keine Zukunft: Mit Plakaten rufen die Studenten auf, sich am Protestmarsch zu beteiligen.
    Foto: Denise Remmele

    "Da wurden im Wahlkampf Entscheidungen zulasten der Unis durchgesetzt", kritisiert Benjamin Braß, Lehramtsstudent und Stupa-Mitglied. Zum einen schlägt die Abschaffung des Studienkontenmodells mit 600 000 Euro pro Jahr zu Buche: Langzeitstudenten müssen keine Gebühren mehr zahlen - einen Ausgleich für die Hochschulen gibt es nicht. Außerdem hat das Land eine Erhöhung der Lehrdeputate für die Professoren beschlossen, diese müssen neun statt acht Stunden pro Woche unterrichten, was sich bei den Budgetmitteln niederschlägt. Und auch die Tariferhöhungen belasten den Universitätshaushalt und werden vom Land nicht mehr ausgeglichen.

    In diesem Jahr müssen an den Standorten Koblenz und Landau insgesamt 1,8 Millionen Euro eingespart werden, im nächsten Jahr sind es knapp 3 Millionen. Bereits am 10. Juli hatte der Senat ein Maßnahmenpaket zur Haushaltskonsolidierung beschlossen. Die Mittel für Forschung und Lehre werden demnach um 10 Prozent gekürzt, außerdem wird bei den Sachmitteln und in der Verwaltung gespart. Bei frei werdenden Stellen wurde die Besetzungssperre von 12 auf 18 Monate erhöht, befristete Arbeitsverhältnisse werden nicht verlängert. Das gilt sowohl für die Mitarbeiter in der Verwaltung als auch im wissenschaftlichen Bereich. Zum beschlossenen Sparpaket gehört auch die bereits bekannte Konzentration der Lehramtsfächer Bildende Kunst am Campus Landau und Musik am Campus Koblenz.

    Auf diese Weise sollen in den nächsten Jahren mehr als 8 Millionen Euro eingespart werden. Der Rest soll über erhöhte Einnahmen, etwa aus der Drittmittelforschung, abgedeckt werden, so die Uni.

    Für die protestierenden Studenten leiden darunter schon jetzt die Lehre und die Studienbedingungen. Bei der Bibliothek ist die Ausleihe zum Beispiel nur noch bis 17 statt bis 18 Uhr möglich, nennt Benjamin Braß ein Beispiel. Der 25-Jährige weist auch darauf hin, dass die Stellenstreichungen steigenden Studentenzahlen entgegenstehen.

    Die Hochschulleitung betont, dass sie die Entscheidungen, die hinter den Einsparungen stehen, nicht zu verantworten hat. "Mit diesem Sparpaket haben wir die Schmerzgrenze erreicht. Mehr Sparen geht nicht, ohne die Fundamente des Studien- und Forschungsbetriebs zu gefährden", schreibt Universitätspräsident Prof. Dr. Roman Heiligenthal in einer E-Mail an alle Studenten. Das habe man auch gegenüber dem Land deutlich gemacht.

    Trotzdem: Der Protest der Studenten richtet sich gegen das Land und gegen die Hochschulleitung. "Diese hätte die Situation früher transparent machen müssen, um gemeinsam eine bessere Lösung zu finden", sagt Braß. "Eine unserer Forderungen ist, dass man mit uns einfach mal redet." Im Fokus steht aber der Aufruf an die Landesregierung, eine vernünftige Finanzierung der Bildung möglich zu machen. "Hier werden Prioritäten zuungunsten der Hochschulen gesetzt."

    Der Protestmarsch startet am Mittwoch, 24. Oktober, um 12 Uhr am Campus in Metternich. Über die Kurt-Schumacher-Brücke soll es in Richtung Innenstadt gehen, wo ab circa 13 Uhr eine Kundgebung an der Herz-Jesu- Kirche stattfinden soll.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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