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    KoblenzKoblenzer Narren bangen um Sitzungssäle

    Weil die Sicherheitsvorschriften für öffentliche Veranstaltungen und damit für viele Hallen verschärft worden sind, könnte so manche Karnevalssitzung vor dem Aus stehen.

    Obwohl der TuS Niederberg seine alte Halle zum Sportpark umgebaut hat, droht die Gefahr, dass hier keine größeren Veranstaltungen mehr stattfinden können. Auch in anderen Stadtteilen bangen Vereine um die Zukunft ihrer Sitzungen. Denn die Liste geeigneter Orte ist kurz.
    Obwohl der TuS Niederberg seine alte Halle zum Sportpark umgebaut hat, droht die Gefahr, dass hier keine größeren Veranstaltungen mehr stattfinden können. Auch in anderen Stadtteilen bangen Vereine um die Zukunft ihrer Sitzungen. Denn die Liste geeigneter Orte ist kurz.
    Foto: Reinhard Kallenbach

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    Mit der Inthronisation beginnt am Samstag, 11. Januar, der Koblenzer Sitzungskarneval. Und obwohl der NC Waschem als Prinzen stellender Verein bislang einen sehr guten Eindruck macht, verfinstern sich die Mienen vieler Narren: Weil die Sicherheitsvorschriften für öffentliche Veranstaltungen und damit für viele Hallen verschärft worden sind, könnte so manche Sitzung vor dem Aus stehen.

    Bislang hat die Stadtverwaltung noch ein Auge zugedrückt und auch für die laufende Session Ausnahmegenehmigungen vergeben. Doch die wohl unter dem Einfluss der Katastrophe von Duisburg verschärfte Versammlungsstättenverordnung dürfte perspektivisch dazu führen, dass der Verwaltung die Hände gebunden sind und keine Ausnahmen mehr gemacht werden können. Heute werden sich die Amtsleiter im Rathaus noch einmal intensiv mit der Sache befassen. Denn die Lage ist in der Tat ernst.

    Wie die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval (AKK) unter Hinweis auf eine Anfrage der CDU-Ratsfraktion mitteilt, erfüllen derzeit nur die Rhein-Mosel-Halle, die Sporthalle der IGS Pollenfeld, die Aula auf der Karthause, das Soldatenheim und die Legiahalle in Lay die neuen Sicherheitsnormen. Die kleine Liste zeigt: Die Furcht der Stadtteilvereine vor dem Aus ist sehr wohl begründet. Denn sogar dort, wo viel Geld in den Umbau gesteckt wurde, sieht es nicht gut aus. Sogar in Niederberg, wo vor nicht allzu langer Zeit kräftig investiert wurde.

    "Die Faasenacht in Niederberg wird kaputt gemacht", kritisiert Jürgen Frensch in einem Brief an unsere Zeitung. Der Vorstandsvorsitzende des örtlichen Turn- und Sportvereins weist darauf hin, dass die Zukunft der Halle in der Friesenstraße als Veranstaltungsort gefährdet ist - und das, obwohl die Halle vor gut zehn Jahren zum "heutigen modernen Sportpark" umgebaut wurde. Der Vorsitzende weist ferner darauf hin, dass der Verein damals alle Auflagen der Stadt - insbesondere die des Brandschutzes - erfüllt habe. Ein nochmaliger Umbau würde mindestens weitere 50 000 Euro kosten. Das kann der TuS nicht allein stemmen. Und: Städtische Mittel sind nicht zu erwarten. Beim Sport- und Bäderamt gibt es keinen Fördertopf, der den Vereinen bei der Umsetzung der Standards helfen könnte. Für Niederberg bedeutet das: Der Stadtteil läuft Gefahr, keinen Ort für größere Veranstaltungen - darunter acht Karnevalssitzungen verschiedener Vereine - mehr zu haben. Ohne Ausnahmegenehmigungen würden die Vereine ins Mark getroffen. Die katholischen Frauen haben bereits ihre gut besuchte Sitzung abgesagt.

    "Das Närrische Corps Niederberg wird wohl 2014 letztmalig seine beliebte Sitzung im Sportpark Niederberg durchführen", so Jürgen Frensch weiter. Der Vorsitzende weist darauf hin, dass es in Rübenach und anderen Stadtteilen Genehmigungen zur Durchführung von Veranstaltungen nur noch gibt, wenn auch die Mieter die neuen Auflagen mit ihren teuren Folgen erfüllen. Und das können sie in der Regel nicht, zumal die zulässige Zahl der Besucher oft nach unten korrigiert wurde.

    Folge: Sitzungen könnten schon allein aus wirtschaftlichen Gründen gestrichen werden. Das hat wieder Auswirkungen auf die Finanzlage der Vereine mit eigenen Hallen. Auch in Niederberg: Dem TuS drohen hohe Mietausfälle, die sich kaum kompensieren lassen.

    Koblenz
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