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  • Koblenz: Mitarbeiter stellen sich hinter Amazon

    Koblenz/Region. Zum Eklat zwischen Verdi und Belegschaft ist es bei der Amazon-Betriebsversammlung nicht gekommen: Anders als zunächst angekündigt, verließen die Mitarbeiter die Versammlung nicht in Scharen.

    Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld: Das fordert Verdi für die Mitarbeiter von Amazon auch am Koblenzer Kreuz. Doch viele Angestellte sind es leid, wie schlecht ihr Arbeitgeber in der Öffentlichkeit dasteht - und machen nun wiederum gegen die Gewerkschaft mobil.
    Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld: Das fordert Verdi für die Mitarbeiter von Amazon auch am Koblenzer Kreuz. Doch viele Angestellte sind es leid, wie schlecht ihr Arbeitgeber in der Öffentlichkeit dasteht - und machen nun wiederum gegen die Gewerkschaft mobil.
    Foto: Denise Remmele

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

    Zum Eklat zwischen Verdi und Belegschaft ist es bei der Amazon-Betriebsversammlung nicht gekommen: Anders als zunächst angekündigt, verließen die Mitarbeiter die Versammlung nicht in Scharen, als die Gewerkschaftssekretärin Angela Bankert das Wort ergriff. Sowohl Standortleiter Gregory Bryan als auch Verdi-Frau Bankert hatten die Belegschaft stattdessen dazu aufgerufen, kritische Fragen zu stellen.

    Von denen gab es dann auch einige - denn Verdi steht zurzeit im Fokus der Kritik bei vielen Mitarbeitern. Einer von ihnen ist Jörg Müller. Der 40-Jährige arbeitet seit November 2012 im Amazon-Logistikzentrum am Koblenzer Kreuz und hat bei Facebook eine "Anti-Verdi-Gruppe" gegründet, die mittlerweile 159 Mitglieder hat. Er und seine Frau Susann (30), die bei Amazon ebenfalls in der Problembearbeitung arbeitet, sind es leid, wie schlecht ihr Arbeitgeber in den Medien wegkommt - und geben auch Verdi Schuld daran.

    "Wir müssen uns dauernd rechtfertigen, warum wir bei Amazon arbeiten, werden gefragt, ob wir uns nicht einen anderen Job suchen wollen", sagen die Müllers im Gespräch mit der RZ. Dabei haben sie nie zuvor mehr verdient und unter besseren Bedingungen gearbeitet als bei dem Großkonzern, sagen sie. Als Offset-Drucker beziehungsweise als Mediengestalterin arbeiteten sie selbstständig oder bei kleinen Unternehmen für deutlich weniger Geld, dafür zwölf Stunden oder mehr am Tag. "Da müsste man einen Riegel vorschieben, Verdi sollte mehr für die Leute in kleineren Unternehmen machen", ist Müller überzeugt.

    Für das schlechte Image von Amazon macht er auch die "Propaganda" der Dienstleistungsgewerkschaft verantwortlich, die vor allem darauf aus sei, Mitglieder zu werben und deshalb Amazon schlechtzureden. "Eine Gewerkschaft gehört nicht in so ein Unternehmen", ist Müllers Fazit. "Das, was die machen, kann auch ein vernünftiger Betriebsrat." Ein bizarr anmutender Streit, wenn diejenigen, die sich für die Rechte der Arbeitnehmer einsetzen, just bei diesen auf totale Ablehnung stoßen. Auch Angela Bankert gibt diese Entwicklung zu denken, sagt sie: "Wir nehmen die Kritik sehr ernst. Wir wollen niemanden schlechtreden - nicht Amazon und erst recht nicht die Arbeit der Mitarbeiter."

    Bei der Betriebsversammlung war es ihr wichtig zu zeigen, dass Verdi gesprächsbereit ist. Insgesamt sei der Umgang zwischen der Gewerkschaft und der Unternehmensleitung aber ohnehin gut: "In Koblenz ticken die Uhren anders als an anderen Standorten. Keiner will die Eskalation, und alle gehen respektvoll miteinander um."

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