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    Kobern-GondorfKobern-Gondorf: Schüler bringen eigenes Stück auf die Bühne

    "Ein neues Leben für Selma?" - die Theater-AG der Realschule plus und Fachoberschule (FOS) Untermosel Kobern-Gondorf präsentiert momentan ein neues Schauspiel. Das Theaterstück ist in mittlerweile 20 Jahren AG ein ganz besonderes Stück. Es wurde von den Schülerinnen Samira Christmann und Léa Lou Schäfer-Rivier selbst geschrieben.

    Samira Christmann (links) und Léa Lou Schäfer-Rivier (3. von rechts) haben das Stück "Ein neues Leben für Selma?" selbst geschrieben. In der nächsten Woche führt die Theater-AG das Schauspiel in Mainz auf.
    Samira Christmann (links) und Léa Lou Schäfer-Rivier (3. von rechts) haben das Stück "Ein neues Leben für Selma?" selbst geschrieben. In der nächsten Woche führt die Theater-AG das Schauspiel in Mainz auf.
    Foto: Clara Jung

    Von unserer Mitarbeiterin Clara Jung

    Vor zwei Jahren sind die beiden gemeinsam in die von der Theaterpädagogin Angelika Dormeyer geleitete AG eingetreten. Das Schau- spielern macht beiden großen Spaß. Doch schon im vergangenen Jahr hatten sie Lust, eigene Texte zu produzieren. "Eigentlich wollten wir das in den letzten Sommerferien machen", erzählt Schäfer-Rivier, die in die achte Klasse geht, "aber dann haben wir uns doch erst am letzten Wochenende vor Schulbeginn getroffen." Das Endergebnis kann sich dennoch sehen lassen. Mit dem Stück "Ein neues Leben für Selma?" wurde das Gesamtprojekt der Klasse 10a bei dem Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung mit dem Thema "Flucht und Asyl" unter die besten acht Bewerber gewählt. In der nächsten Woche fährt die Gruppe nach Mainz, um das Stück dort aufzuführen.

    In dem Stück geht es um Selma, ein syrisches Flüchtlingsmädchen, das von einer Pflegefamilie in Deutschland aufgenommen wurde. Seit einem halben Jahr ist sie hier und geht gemeinsam mit ihrer Pflegeschwester Philippa zur Schule und zum Deutsch-Förderunterricht. Sie kann sich gut mit allen unterhalten, versteht auch alles. Die Pflegefamilie hat sie mittlerweile aufgenommen, als wäre sie ein normales Familienmitglied. Als sich die arrogante Tante Magdalena für ein paar Tage als Gast anmeldet, wird die Harmonie allerdings erschüttert. "Wer ist das denn?", fragt die Tante abfällig als sie auf Selma trifft und packt die Vorurteile, die sich in ihrem Kopf verfestigt haben, ohne jemals auf einen Geflüchteten getroffen zu sein, gnadenlos aus. "Die will doch nur klauen." "Die gehört nicht hierhin, nicht in unsere Familie." "Die muss zurück in ihr Land", sind einige der Aussagen und Beleidigungen, die die Tante sowohl vor der Familie als auch vor Selma selbst äußert. Die Geschichte gipfelt darin, dass sie dem Mädchen aus Aleppo ein Zugticket zurück nach Syrien schenkt und Selma gekränkt davonläuft.

    Gemeinsam geht die Familie auf die Suche, findet Selma und beschließt, dass Tante Magdalena nie wieder zu Besuch kommen darf. Die allerdings wurde in der Zwischenzeit von einer Sozialarbeiterin über die Vergangenheit von Selma aufgeklärt: dass diese keine Familienangehörigen mehr in der Heimat besitzt und ihr Elternhaus abgebrannt ist, dass sie schwere traumatische Erlebnisse verarbeiten muss. Dann erst wird auch Magdalenas Herz weich. Sie entschuldigt sich bei Selma und beschließt, sogar ihre große Villa in ein Flüchtlingsheim zu verwandeln. Schließlich ermöglicht sie auch, dass Mustafa, Selmas Verlobter aus Syrien nach Deutschland kommt. "Es sind genauso Menschen wie wir auch", ist das Fazit der Geschichte, die ein ernstes Thema auf teils lustige, teils traurige und mitfühlende Art vermittelt. "Wir wollten ein aktuelles Thema aufgreifen und unsere eigene Meinung einbringen", erklärt Samira Christmann.

    Aufgrund der Mitschülerin Hibba Fadel, die aus dem Libanon kommt und während des Stücks auch Arabisch spricht und übersetzt, erhält es eine noch größere Authentizität. Angelika Dormeyer, die die Theater-AG seit 20 Jahren leitet, ist immer wieder stolz auf ihre Schüler: "Es herrschte ein toller Gruppengeist, jeder Einzelne hat Fortschritte gemacht. Es war einfach nur pure Freude, das diesjährige Stück vorzubereiten, vor allem, da es erstmalig eine Eigenproduktion ist." Mit den eingenommenen Spenden unterstützt die AG das Koblenzer Kinderhospiz.

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