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  • Ist das Wald oder kann das weg? Forstamt stoppt Rodungsarbeiten in Rhens

    Rhens. Aufregung um Rodungsarbeiten in Rhens: Dort wurde ein Stück Wald auf 2000 Quadratmetern abgeholzt - ohne Genehmigung. Jetzt ist das Forstamt eingeschritten.

    Von dem gerodeten Waldstück am Rhenser Gewerbegebiet ist nur noch ein Berg an Baumstämmen übrig geblieben.
    Von dem gerodeten Waldstück am Rhenser Gewerbegebiet ist nur noch ein Berg an Baumstämmen übrig geblieben.
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserem Redakteur
    Volker Schmidt

    Ist das Wald oder kann das weg? Diese Frage hat man sich nicht gestellt, als die Rodungsarbeiten am Rande des Gewerbegebiets Rhens-Süd veranlasst wurden. Auf der Fläche „Am Bornpfad“ soll das Gewerbegebiet erweitert werden. Im Vorgriff auf die künftige Nutzung wurde eine Fläche von 2000 Quadratmetern gerodet – entgegen gesetzlicher Bestimmung. Denn bei dem Gebiet handelt es sich laut Landeswaldgesetz um einen Wald. Daher veranlasste das zuständige Forstamt Koblenz einen zwischenzeitlichen Baustopp.

    Doch wie ist es dazu gekommen? Wie der Erste Beigeordnete der Stadt Rhens, Jörg Schüller, der den derzeit urlaubenden Bürgermeister Raimund Bogler vertritt, mitteilte, habe der künftige Investor in Rücksprache mit den Grundstückseigentümern die Rodung in Auftrag gegeben. Dass es sich um Wald handelt, war den Beteiligten nicht klar. „Das war eher Wildwuchs als Wald“, sagt auch Schüller.

    Im Landeswaldgesetz heißt es: „Wald im Sinne dieses Gesetzes ist jede mit Waldgehölzen bestockte zusammenhängende Grundfläche ab einer Größe von 0,2 Hektar und einer Mindestbreite von 10 Metern.“ Bei dem fraglichen Gebiet habe es sich demnach um „Wald im Sinne des Gesetzes“ gehandelt, sagt der Koblenzer Forstamtsleiter Eberhard Glatz, der hinzufügt: „Den Beteiligten war das aber nicht so klar.“

    Zudem fühlten sie sich durch naturschutzrechtliche Bestimmungen wohl etwas unter Druck gesetzt. Demnach sind derartige Rodungsarbeiten nur bis Ende Februar und dann erst wieder ab Herbst erlaubt – „sofern es sich nicht um Wald handelt“, wie Glatz erklärt. Der Amtsleiter hat durchaus Verständnis für diese Fehleinschätzung. „Das Gebiet liegt ja mehr oder weniger mitten im Ort. Dazu war das kein durchgehender Wald. Es gab auch ein paar Löcher“, sagt er.

    Mitte Februar verhängte das Forstamt einen Baustopp, um sich einen Tag später an Ort und Stelle mit den Verantwortlichen von Stadt und Bauamt der Verbandsgemeinde zu treffen. Laut Glatz und Schüller hat man sich bei diesem Treffen darauf geeinigt, dass die Stadt für das gerodete Waldstück – wie gesetzlich bestimmt – einen landespflegerischen Ausgleich bereitstellt.

    Das heißt: Sie muss an anderer Stelle aufforsten. „Flächen dafür haben wir“, sagt Schüller. Genau bestimmt ist das Gebiet aber noch nicht. Durch das Bauamt der VG wurde eine nachträgliche Rodungsgenehmigung für die Fläche am Gewerbegebiet beantragt. Mehr als die nun bereits gerodeten 0,2 Hektar sollen aber auf der insgesamt rund 0,8 Hektar großen Fläche nicht gefällt werden, beteuert Jörg Schüller.

    Einen rechtskräftigen Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Rhens-Süd II, so die offizielle Bezeichnung, gibt es noch nicht. Im Rahmen des Bauleitungsverfahren werden gerade die Träger öffentlicher Belange gehört. Der fehlende Bebauungsplan war für Eberhard Glatz aber nicht der Grund für den Baustopp. „Für uns hat nur eine Rolle gespielt, dass da Wald gerodet wurde“, sagt der Forstamtschef.

    „Formal war das nicht in Ordnung“, sagt Verbandsgemeindebürgermeister Bruno Seibeld. „Das Forstamt hätte beteiligt werden müssen.“ Er sagt aber auch: „Vom Ergebnis her ist das letztlich egal.“ Sprich: Um das Gewerbegebiet zu erweitern, war es ohnehin geplant, die Bäume zu roden. Eine Genehmigung dafür wäre – bei Bereitstellung der erwähnten Ausgleichsfläche – sicher ausgesprochen worden.

    In seiner Sitzung am kommenden Montag, 14. März, 19 Uhr, beschäftigt sich der Stadtrat Rhens übrigens wieder mit der Erweiterung des Baugebiets. Dann wird im Sitzungssaal des Alten Rathauses unter anderem der Planvorentwurf für die erste Änderung des Bebauungsplan vorgestellt. Zudem werden Abwägungsbeschlüsse zu bereits vorliegenden Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange gefasst.

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    Chef v. Dienst

     

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