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  • Heimatmuseum Güls nach dem Wasserschaden: Der Blick geht nach vorn

    Koblenz-Güls. Das Heimatmuseum Güls durchlebt gerade schwere Zeiten: Nach einem Wasserschaden stehen die Ausstellungsräume derzeit nicht zur Verfügung. Dennoch geht die Projektarbeit weiter.

    Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

    80 Mitglieder, ein Vorstand mit ehrgeizigen Zielen – und das alte Schulgebäude, in dem wegen eines Wasserschadens nichts ausgestellt werden kann: Die Unterstützer des Heimatmuseums Güls erleben derzeit spannende, aber auch schwierige Zeiten. Und ihre Ungeduld wächst. Denn es ist derzeit ungewiss, wann die Ausstellungsräume in der Gulisastraße 4 wieder genutzt werden können. Immerhin wird es ab heute, Donnerstag, im ISA-Domizil, eine Dokumentation mit Kunst und Ansichten geben, die der Verein organisiert hat.

    Eigentlich sollte 2016 ein ganz besonderes Jahr werden. Der Verein hatte das Heimatmuseum komplett ausgeräumt, um Platz für eine Sonderausstellung zu schaffen, die es in diesen Dimensionen im Moselstadtteil noch nicht gegeben hat. Unter dem Titel „Ansichtssache! Maler und Fotografen sehen Güls“ wurden schließlich seltene Perspektiven, historische Fotos und Werke heimischer Künstler wie zum Beispiel Peter Neisius und Philipp Dott präsentiert. Vom 24. April bis zum 18. September sollte die Ausstellung laufen. Eigentlich. Doch dann kam der regnerische Juni: Wasser lief durch die Decke des Gebäudes, in dem die Sanierung läuft, die Exponate mussten in einer Nacht- und Nebelaktion gesichert werden. Gemeinsam mit der heimatkundlichen Sammlung werden sie derzeit in einem trockenen Bunker aufbewahrt.

    „Der materielle Schaden hält sich glücklicherweise in Grenzen“, sagt Klaus Faßbender. Der Zweite Vorsitzende beziffert den Schaden auf etwa 2000 Euro. Einige Dokumentationstafeln müssen erneuert werden, weil sie infolge der Feuchtigkeit „wellig“ geworden sind. Für die Vorsitzende Cornelia Gottschalk und ihre Mitstreiter ist es wesentlich schlimmer, dass der große Publikumszuspruch jäh unterbrochen wurde – nicht allein wegen des nun fehlenden Spendenaufkommens, sondern, weil es derzeit nur schwer möglich ist, das Heimatmuseum zu einer „Marke“ im Stadtteil weiterzuentwickeln. Dabei war man auf dem besten Wege, wie auch die Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichtliche Landeskunde der Universität Mainz zeigt.

    Groll darüber, dass die Sanierung nur langsam vor sich geht, hegt der Verein nicht. Das Verhältnis mit dem Eigentümer der Immobilie ist gut, er will den Verein dabei unterstützen, den materiellen Schaden zu beheben. Das aktuelle Problem ist, dass das alte Schulgebäude, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wahrscheinlich nach den Plänen des bekannten Baumeisters Johann Claudius von Lassaulx errichtet wurde, derzeit ohne Dach ist. Denn ein Ziel der Sanierung ist es, Wohnungen zu schaffen, um das Haus einer dauerhaften Nutzung zuzuführen. Der Bestand der Museumsräume ist aber nicht gefährdet. Das hat die Stadt beim Verkauf der Immobilie festgeschrieben. Es ist auch die Stadt, die Mieterin der Museumsräume ist und sie dem Förderverein überlässt. Bei diesem Modell wird es auch bleiben.

    Wichtig ist dem Vorstand, der Öffentlichkeit immer wieder zu signalisieren: Es geht auf jeden Fall weiter. Streng genommen sogar mehr als das. Denn der Verein arbeitet schon an neuen Projekten. So ist das Museum Teil des rheinland-pfälzischen Förderprogramms „Den Wandel gestalten – Visionen ermöglichen. Changemanagement in der Freien Szene“. Im Rahmen dieses Projektes gibt es unter anderem eine Zusammenarbeit mit den Kulturwissenschaftlern der Universität Koblenz. Eigentlich war schon für dieses Jahr geplant, eine von Studenten organisierte Heimatausstellung zu realisieren. Das wird sich nun verzögern, weil dem Heimatmuseum derzeit eine feste Bleibe fehlt. „Zunächst muss das Dach drauf sein“, sagt Klaus Faßbender, der darauf hinweist, dass auch dann nicht sofort eingeräumt werden kann. Denn die Luftfeuchtigkeit in den Räumen ist nach wie vor hoch. Deswegen müssen zunächst einmal Trockner eingesetzt werden. In einem zweiten Schritt wird es darum gehen, die Schimmelgefahr zu bändigen. Das alles wird dauern – und Ausweichmöglichkeiten gibt es für den Verein derzeit nicht.

    Immerhin gibt es nicht nur schlechte Nachrichten. Die Bereitschaft, sich aktiv für das Museum einzusetzen, wächst. So haben sich zwei neue Mitstreiter gefunden. Einer von ihnen arbeitet daran, die Inventarisierung zu digitalisieren. Denn die Zeiten der Zettelkästen sind auch für ein kleines Heimatmuseum endgültig vorbei.

    Wer sich für den Förderverein Heimatmuseum Güls interessiert und ihn fördern will, findet alle wichtigen Informationen im Internet unter der Adresse www.heimatmuseum-guels.de. Mitstreiter, die sich in die aktive Arbeit einbringen wollen, sind jederzeit willkommen.

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    Nina Borowski

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