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  • Halle: Tayhus-Catering wird wieder diskutiert

    Koblenz. Wie sinnvoll ist es, in einer Stadthalle mit nur einem Caterer zu arbeiten, der die Exklusivrechte hat? Den jeder, der dort etwas veranstalten möchte, buchen muss - ob er will oder nicht? Die Frage wird in Koblenz diskutiert, seit Kenan Tayhus nach Fertigstellung der "neuen" Rhein-Mosel-Halle über einen entsprechenden Vertrag die Rechte an der Bewirtung in der "guten Stube" der Stadt zugesichert bekam.

    Wer etwas in der Rhein-Mosel-Halle veranstaltet, kommt grundsätzlich am Exklusivcaterer Kenan Tayhus nicht vorbei. Zuletzt wurden von der Stadt aber auch Ausnahmen gemacht.
    Wer etwas in der Rhein-Mosel-Halle veranstaltet, kommt grundsätzlich am Exklusivcaterer Kenan Tayhus nicht vorbei. Zuletzt wurden von der Stadt aber auch Ausnahmen gemacht.
    Foto: Sascha Ditscher

    Von unserem Redaktionsleiter Ingo Schneider

    War die Debatte zwischenzeitlich etwas abgeflaut, rückte das Thema spätestens mit der Innenministerkonferenz im vergangenen Jahr wieder ins Zentrum des Interesses. Denn die Bewirtung der Minister übernahm trotz des Vertrags jemand anderes. Und so war es jetzt wieder: beim "Campus for Finance", einem hochkarätig besetzten Kongress der Vallendarer Wirtschaftshochschule WHU. Beim Hallenbetreiber Koblenz-Kongress spricht man gegenüber der RZ von "unterschiedlichen Betrachtungsweisen", die es gelegentlich gab.

    Stückweise Abkehr vom Monopol?

    Zur Erinnerung ein Blick zurück: Ende vergangenen Jahres trafen sich die Spitzen der Innenministerien von Bund und Ländern in Koblenz - und das politische Deutschland blickte auf die Stadt an Rhein und Mosel. Ist normalerweise die Frage des Caterings in der Berichterstattung über eine solche Veranstaltung noch nicht mal Nebensache, hat es doch ziemliche Wellen geschlagen, dass für die Konferenz Tayhus' umstrittenes Exklusivrecht umgangen wurde. Offiziell begründet wurde das damals vom Landesinnenministerium mit der gängigen Praxis der öffentlichen Hand, mehrere Angebote einzuholen und dann das günstigste zu nehmen. Und das sei eben nicht Tayhus gewesen. Hallenbetreiber Koblenz-Kongress, eine Abteilung des städtischen Eigenbetriebs Koblenz-Touristik, hatte damals von einer Ausnahmeregelung Gebrauch gemacht. Und diese Option wurde jetzt wieder gezogen. Folgt jetzt die stückweise Abkehr von Tayhus' Monopolstellung in der Halle?

    Nein, heißt es von Koblenz-Kongress. "Aktuell befinden wir uns in einem bestehenden Vertragsverhältnis", betont Abteilungsleiter Raimund Lehmkühler. Aus der Antwort auf die Nachfrage unserer Zeitung wird, bei aller Zurückhaltung, aber doch deutlich, dass auch auf städtischer Seite das Thema durchaus präsent ist.

    Im aktuellen Fall hatten die WHU-Studenten nach Alternativen beim Catering gebeten, um Geld zu sparen. Koblenz-Kongress nannte drei Anbieter, den Zuschlag erhielt Alexander's Catering (siehe Text unten). Mit Tayhus sei das dann auch besprochen worden, ergänzt Claus Hoffmann. Weitere Ausnahmen seien vorerst nicht geplant, betont der Chef der Koblenz-Touristik. Aber natürlich wird die Entwicklung auch bei der Stadt aufmerksam beobachtet.

    Denn: Die Gastronomie ist - neben Veranstaltungsmanagement und -technik sowie der räumlichen Infrastruktur - ein wesentlicher Aspekt für viele Veranstaltungen, wie Raimund Lehmkühler weiß. "Diese muss leistungsfähig und professionell arbeiten, um die sehr unterschiedlichen Veranstaltungsformate und Kundenanforderungen abzudecken." Und: Auch die Gestaltung der Preise muss nach Auffassung von Koblenz-Kongress dem Charakter der Halle Rechnung tragen. Lehmkühler: "Dieser Charakter besteht darin, dass die Halle allen Kreisen der Bevölkerung zu den verschiedensten Veranstaltungsarten zur Verfügung steht." Und genau da habe es zuletzt die erwähnten "unterschiedlichen Betrachtungsweisen" bei Stadt und Tayhus gegeben. Teilweise, so räumt man auf städtischer Seite ein, habe es aber auch unrealistische Budgetvorstellungen von Veranstaltern gegeben. Jedenfalls stehe man im Dialog mit dem Vertragspartner, um "eventuell aufgetretene Unzufriedenheiten unserer Kunden zu kommunizieren".

    Stadtrat wird entscheiden müssen

    Wäre es denn nicht wünschenswert, dem Kunden eine Auswahl anbieten zu können? Auch mit Blick auf die in Vallendar heranwachsende Konkurrenz der neuen Stadthalle, möglicherweise mit Hotel? Eine Frage, so Lehmkühler, die der Stadtrat wird beantworten müssen. Aber erst nach Ablauf des geltenden Vertrags - über dessen Zeitpunkt bislang die Vertragsparteien Stillschweigen bewahren. Aus Kundensicht, so Claus Hoffmann, sei der Wunsch nach einer Auswahlsituation unter mehreren Anbietern nachvollziehbar. Ob das aber tatsächlich realistisch umsetzbar ist, entscheide sich anhand der vorhandenen Infrastruktur, betont Raimund Lehmkühler. Das werde man "zu gegebener Zeit prüfen", sorgfältig und unter Berücksichtigung "aller örtlich relevanten Aspekte und Trends".

    Und was sagt Kenan Tayhus zu all dem? Nichts. Hatte er auf Fragen zur Innenministerkonferenz schriftlich geantwortet, gab es auf eine aktuelle Anfrage unserer Zeitung keine Reaktion von ihm.

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