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    KoblenzDie Sprache ist größtes Hindernis

    Bildung ist der beste Weg, um Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten oder wollten, Chancen zu eröffnen. Das wissen auch die Berater an der örtlichen Universität und in den Kammern. Wie groß das Interesse von Flüchtlingen an Aus- und Weiterbildungsangeboten ist, zeigte jetzt eine Informationsveranstaltung auf dem Metternicher Campus. Dabei wurde deutlich, dass zwischen Aussagen optimistischer Politiker und der Wirklichkeit Welten liegen.

    Das Interesse an der Infoveranstaltung war sehr groß. Doch viele Flüchtlinge fragen sich, wie sie die hohen Hürden überwinden können.
    Das Interesse an der Infoveranstaltung war sehr groß. Doch viele Flüchtlinge fragen sich, wie sie die hohen Hürden überwinden können.
    Foto: Reinhard Kallenbach

    Von unserem Mitarbeitern Reinhard Kallenbach

    Gut 50 Frauen und Männer waren gekommen, um sich über Möglichkeiten der akademischen und beruflichen Bildung zu informieren. Begleitet wurden sie von ehrenamtlichen Helfern und einem Dolmetscher, der ins Arabische und zurück ins Englische übersetzte. Schon diese Tatsache zeigte, dass die Sprachhürden für viele schwer zu überwinden sind. Englisch verstanden die meisten, aber es haperte am aktiven Sprechen - und Deutschkenntnisse waren bestenfalls rudimentär vorhanden.

    Allerdings gaben viele zu erkennen, dass sie in ihrer Heimat Syrien bereits höhere Schulabschlüsse oder akademische Grade erworben haben. Das größte Problem der meisten Teilnehmer ist, dass sie nicht wussten, wie es für sie weiter geht. Oft ist ihr Status noch nicht endgültig geklärt, und deshalb wissen viele nicht, ob sie überhaupt in Koblenz und Umgebung bleiben können.

    Immerhin zeigte die Veranstaltung, dass das Interesse, ihre Zukunft selbst zu gestalten, bei den Teilnehmern sehr groß ist. Entsprechend viele Fragen gab es, Berater und Helfer hatten einiges zu tun. Vor allem mussten sie erklären, wo die Unterschiede zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung sind. Denn in Deutschland gibt es einige Besonderheiten. Das Stichwort: duale Ausbildung in Betrieben und Berufsschulen, die zunehmend mit einem Hochschulstudium kombiniert werden kann. Ohne professionelle Vorbereitung ist das schwer verständlich. Deshalb ebnet beispielsweise die Handwerkskammer (HwK) Koblenz über ein spezielles Netzwerk den Weg über Vorbereitungsmaßnahmen in eine Lehre und stellt Kontakte zu interessierten Betrieben her. Auf Beratung, Analyse und Vermittlung setzt auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz. Projektleiterin Sarah Weingarten stellte heraus, dass sie Kontakte zu möglichen Arbeitgeber herstellt.

    Eine Sonderrolle im Land übernimmt die Universität Koblenz-Landau, die Flüchtlingen eine Hinführung zum Studium mit Gasthörerstatus inklusive weiterführenden Sprachkursen anbietet. Voraussetzung sind der Nachweis des Aufenthaltsstatus und gute Deutschkenntnisse. Dr. Iryna Shalaginova, Leiterin des Referats Internationale Zusammenarbeit, wies darauf hin, dass die Universität das Angebot ohne Zuschüsse des Landes macht. Daraus folgt: Die Kapazitäten sind begrenzt, persönliche Beratung und Einstufung unerlässlich. Denn ein weitere akademische Ausbildung wird ohne deutsche Sprachkenntnisse auf entsprechendem Niveau nicht möglich sein. Die Alternative, in englischsprachige Masterstudiengänge einzusteigen und fehlende Kenntnisse studienbegleitend zu erwerben, dürfte nur für die infrage kommen, deren Vorleistungen in der Heimat anerkannt werden oder für die, die schwierige Einstufungstests bestanden haben.

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