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  • BIZ kritisiert Baumaßnahmen am Altlöhrtor

    Koblenz. Für 485 000 Euro wird die Straßenführung rund um das Altlöhrtor provisorisch geändert. Zur Eröffnung des Einkaufszentrums auf dem Zentralplatz sollen die erhofften Besuchermassen auf einem verbreiterten Gehweg ungehindert herbeiströmen können. Das Bauprojekt hat der Stadtrat bereits mehrheitlich beschlossen (die RZ berichtete) - doch die BIZ kritisiert dieses als "nicht vertretbare Unterstützung oder besser gesagt Subventionierung eines Investors".

    Schon jetzt ist es manchmal eng für Fußgänger am Altlöhrtor. Für die erwarteten Kundenströme zum neuen Einkaufszentrum soll der Bürgersteig deshalb verbreitert werden. "Zu teuer", sagt die BIZ.
    Schon jetzt ist es manchmal eng für Fußgänger am Altlöhrtor. Für die erwarteten Kundenströme zum neuen Einkaufszentrum soll der Bürgersteig deshalb verbreitert werden. "Zu teuer", sagt die BIZ.
    Foto: Stephanie Mersmann

    Dabei geht es der Bürgerinitiative vor allem um die hohen Kosten, die der Stadt generell rund um das Altlöhrtor entstehen - sowohl für den endgültigen Umbau als auch für das Provisorium. "Die Maßnahme ist zu teuer für die Stadt, und sie wird immer als alternativlos dargestellt", ärgert sich BIZ-Fraktionsmitglied Edgar Kühlenthal. Als Kostentreiber hebt er die selbst auferlegten kurzen Termine, den notwendigen Grunderwerb für den Ausbau und die Entschädigungssumme für den Betreiber des Clubs S 38 hervor, der den Baggern weichen musste. Die Kosten sind tatsächlich deutlich gestiegen: Im Januar 2009 waren nach einer "groben Kostenschätzung" noch rund 2,8 Millionen Euro eingeplant, aktuell sind zwischen knapp 5,4 und 5,8 Millionen Euro vorgesehen - je nachdem, ob Fördermittel bewilligt werden oder nicht. Allein die Mittel für "Grundstücksangelegenheiten und -erwerb" sind um rund 900 000 Euro gestiegen.

    Vor 2014 wird die endgültige Verkehrsführung wohl nicht fertig sein. Für die Zwischenzeit soll es ab September eine temporäre Verkehrsführung geben. Dafür zusätzlich fast eine halbe Million Euro auszugeben, hält Kühlenthal für überflüssig. Schließlich handele es sich um eine freiwillige Leistung - die ja zurzeit verstärkt auf den Prüfstand kommen. "Angesichts der Kämpfe im sozialen Bereich um 100- und 1000-Euro-Beträge ist dies sinnlos und unzumutbar", kritisiert Kühlenthal die Umbauten. Damit würden vor allem die Interessen des Centerbetreibers bedient. "Auch der Betreibergesellschaft kann man zumuten, dass sie wegen der aktuellen Haushaltslage eine vorläufige Verschiebung oder Absetzung der Maßnahmen hinnehmen muss", findet das BIZ-Ratsmitglied.

    Die Stadtteile hingegen würden "ausbluten". Projekte wie ein Bürgersteig für die stark befahrene Rübenacher Straße, die Sanierung der Rüsternallee auf der Karthause oder der August-Horch-Straße im Industriegebiet würden auf die lange Bank geschoben. "Es ist zum Teil dramatisch, was sich da abspielt. Aber hier geht man locker hin und legt noch mal eine halbe Million drauf", empört sich Kühlenthal mit Blick auf das Provisorium.

    Die Stadt kontert: Eigentlich handele es sich bei den Bauarbeiten gar nicht um ein Provisorium, sondern um den ersten Bauabschnitt - auch wenn in der Beschlussvorlage von einem provisorischen Bauzustand und einer provisorischen Verbreiterung des Gehwegs die Rede ist. Egal wie: Der Ausbau des Altlöhrtors "passt zu unseren weiteren städtebaulichen Zielen", teilt die Stadt mit.

    Das Provisorium sieht so aus, dass einer der Gehwege, die zum Zentralplatz führen, verbreitert wird. Damit es hierfür genügend Platz gibt, muss eine Fahrtrichtung wegfallen. Die Zufahrt bleibt wie gehabt, die Ausfahrt auf die Viktoria-straße hingegen läuft in einer Schleife über die ohnehin für den endgültigen Umbau vorgesehene Planstraße gegenüber der Luisenstraße, die erst einmal als Baustraße angelegt wird. Vom verbreiterten Fußweg soll eine vier Meter breite Fußgängerfurt über die Viktoria-straße/Görgenstraße zum Zentralplatz führen.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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