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  • Ausnahmezustand am Koblenzer Kulturbau: AfD-Chef beschimpft Demonstranten

    Koblenz. Belagerungszustand am Kulturbau von Koblenz: Drinnen erklärt der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge die Willkommenskultur zum Unwort des Jahres, beschwört die preußischen Tugenden und fordert unter großem Beifall seiner rund 200 Zuhörer: "Wir können und wir dürfen stolz sein, Deutsche zu sein."

    Wahlkampf im Koblenzer Kulturbau: Der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge erklärte "Willkommenskultur" zum Unwort des Jahres. Foto: Ditscher
    Wahlkampf im Koblenzer Kulturbau: Der rheinland-pfälzische AfD-Chef Uwe Junge erklärte "Willkommenskultur" zum Unwort des Jahres.
    Foto: Ditscher

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

    Draußen demonstrieren etwa 500 Menschen gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Sie sind drinnen aber kaum zu hören, mal klopft jemand an die Scheibe, mal hört man unverständliche Sprechchöre. Die Demonstranten beschimpfen die AfD als Faschisten. Junge, der auch AfD-Chef im Kreistag von Mayen-Koblenz ist, diffamiert sie zeitgleich als "von der SPD gemietete Wirrköpfe".

    Auf dem Zentralplatz stehen am Donnerstagabend Polizeibusse. Schwer bewaffnete Polizisten bilden eine Kette vor den Eingängen zum Kulturbau, damit keiner der Demonstranten nach drinnen gelangt. Die AfD hatte auch Ordner mitgebracht. Trotzdem schafften es zehn Jugendliche, im Foyer eine Art Sitzstreik abzuhalten.

    Zu der Wahlkampfveranstaltung für die Landtagswahl am 13. März kamen neben Junge die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry und der nordrhein-westfälische AfD-Chef Marcus Pretzell. Der Koblenzer Stadtrat und AfD-Kandidat für die Landtagswahl, Joachim Paul, moderierte den Abend zeitweise. Die Partei hatte angekündigt, dass er seine "Vorstellungen für Koblenz" erläutert. Doch das wurde nichts. Er sprach über den bundesweiten "Akademisierungswahn" und das Ziel der Partei, die Ausbildung zum Meister kostenfrei zu ermöglichen. Nach knapp fünf Minuten übergab er das Wort an Junge.

    Der griff Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) an, weil sie eine Diskussion mit ihm während der Elefantenrunde im SWR-Fernsehen ablehnt. Er nannte Dreyers Boykott eine wahltaktische Dummheit und warf ihr mangelndes demokratisches Selbstverständnis und bodenlose Arroganz vor.

    Dann widmete er sich dem Thema des Abends - der Flüchtlingskrise. Sein Motto: "Merkel muss weg! Und Dreyer hinterher!" Er schimpfte über realitätsferne "Propaganda der Altparteien" und "ideologisierte Bahnhofsklatscher". Die Integration von Migranten sei oft bloßes Wunschdenken, ein stark verinnerlichter Islam mit Demokratie nicht vereinbar. Er warnte, dass "die derzeit massenhaft einreisenden Analphabeten" großteils keine Bereicherung für Deutschland sein werden, sondern eine "unkalkulierbare Belastung".

    Die Zuhörer aus fast allen Altersklassen applaudierten immer wieder. Nach der Veranstaltung löcherten sie die Redner mit Fragen.

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