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  • AlkenAufgeregt im Moos: Nils (7) spielte die Hauptrolle beim Alkener Traditionsfest

    Am Sonntag haben die Alkener wieder ihr traditionsreiches Moosemannfest gefeiert. In der Hauptrolle: der siebenjährige Nils Isaak. Wir haben den Darsteller des Moosemanns bei seinem aufregenden Tag begleitet.

    Nils in seinem Versteck: Der Siebenjährige spielte beim Moosemannfest in Alken die Hauptrolle – er verkörperte Junker Emmerich von Leiningen, der sich unter Moos versteckte. Eine große Ehre.
    Nils in seinem Versteck: Der Siebenjährige spielte beim Moosemannfest in Alken die Hauptrolle – er verkörperte Junker Emmerich von Leiningen, der sich unter Moos versteckte. Eine große Ehre.
    Foto: Chantal Dötsch

    Von unserer Mitarbeiterin Chantal Dötsch

    Für Nils Isaak war der Sonntag wohl der aufregendste Tag in seinem noch jungen Leben: Der Siebenjährige hatte die Ehre, zu Gedenken des tapferen Junkers Emmerich von Leiningen in die Hauptrolle des Moosemanns zu schlüpfen – und so spielte er die Hauptrolle beim Alkener Moosemannfest. Was bedeutete es für den jungen Alkener, Teil der jahrhundertealten Tradition zu sein? Wir haben ihn begleitet.

    Das Moosemannfest erinnert an die Belagerung der Burg Thurant im Jahr 1248 durch Truppen der Kurfürsten von Trier und Köln. Welche Rolle der Moosemann Emmerich dabei spielte, weiß der siebenjährige Nils genau: „Er hat auf der Burg gewohnt und hat Hilfe geholt. Dafür haben ihn die anderen Ritter in Moos eingepackt und ins Bachtal gerollt, damit die Gegner ihn nicht sehen“, berichtet der Erstklässler geschichtssicher.

    Dass ausgerechnet ihr Sohn den tapferen Junker verkörpert, kommt nicht von ungefähr, wie seine stolze Mutter Anja erzählt: „Traditionell spielt der jüngste Erstklässler den Moosemann. Und das war dieses Mal erstaunlicherweise Nils, obwohl er im Dezember Geburtstag hat“, staunt sie und fährt fort: „Der Heimatverein Alken geht dabei die Geburtsdaten der Erstklässler in der Grundschule Oberfell durch und hat uns kurz nach Weihnachten mitgeteilt, dass Nils der Jüngste ist.“ Seitdem freut sich Nils Isaak auf seinen großen Auftritt. Die Aussicht darauf, von vier Achtklässlern durch Alken getragen zu werden, macht ihn aber auch ein bisschen nervös: „Ich hab’ Angst, dass ich raus falle, aber ich bin stolz, den Junker zu spielen, weil er sehr mutig war.“

    Bei seiner Vorbereitung auf den Festtag hatte der Erstklässler jedoch die bestmögliche Unterstützung: Mit seinem Vater Mark und seinem achtjährigen Cousin Jakob Thönnes, der vor zwei Jahren selbst den Moosemann darstellte, sowie seinem Onkel, sammelte er eigenhändig kistenweise weiches Moos im Bachtal. Anschließend schmückte er mit Jakob und den vier Trägern den Baum, unter dem er sich während des Umzugs versteckt. Damit nicht genug, noch mehr qualifiziert Nils als die ideale Besetzung, wie Mutter Anja schmunzelnd anmerkt: „Mein Patenonkel war ebenfalls mal Moosemann. Es ist also schon Familientradition.“

    Und bevor Nils‘ Aufregung ins Unermessliche steigt, ist es pünktlich um 14 Uhr auch schon so weit: Vater Mark hüllt den Siebenjährigen in Decken und Moos, und unter Begleitung seiner als Ritter verkleideten Freunde wird Nils von den Besuchern umjubelt durch das Dorf getragen. Nach einer halben Stunde kommt der junge Moosemann überglücklich zurück: „Das war richtig toll! Es hat viel Spaß gemacht, vor allem, getragen zu werden.“ Doch noch etwas lässt den Erstklässler strahlen – seine Belohnung, die traditionelle Moosemann-Riesenbrezel: „Die große Brezel ist das Allerbeste daran, Moosemann zu sein“, lacht Nils, der das Prachtstück sogleich mit seiner Familie teilt. Und auch für Anja und Mark Isaak steht fest: „Alles lief gut. Das Wetter ist super, und vor allem hatte Nils Spaß, heute im Mittelpunkt zu stehen. Wir sind richtig stolz auf unseren Moosemann.“

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