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    RegionAufatmen: Weitersburger Bombe entschärft

    Auf einen langen Tag hatten sich alle eingestellt. Letztlich lief die Evakuierung wegen der Entschärfung einer Fliegerbombe in Weitersburg sowie in Teilen von Vallendar, Bendorf und Niederwerth aber ohne größere Probleme ab. Der Tag im Zeitraffer:

    Kollegen vom Kampfmittelräumdienst verladen die 1000-Kilo-Bombe.
    Kollegen vom Kampfmittelräumdienst verladen die 1000-Kilo-Bombe.
    Foto: Damian Morcinek

    Von Annette Hoppen, Winfried Scholz, Peter Karges und Damian Morcinek

    Frank Bender präsentiert die beiden Zünder, die erfolgreich innerhalb von einer halben Stunde am Kopf und Heck des Kriegsreliktes entfernt wurden.
    Frank Bender präsentiert die beiden Zünder, die erfolgreich innerhalb von einer halben Stunde am Kopf und Heck des Kriegsreliktes entfernt wurden.
    Foto: Damian Morcinek

    7.30 Uhr: Auf der Bendorfer Vierwindenhöhe steht Dirk Quilitzsch mit seinem EVM-Bus bereit, um ältere Anwohner zur Notunterkunft am Wilhelm-Remy-Gymnasium zu fahren. Noch ist sein Bus aber leer.

    8 Uhr: Die Ersten der 72 Bewohner des Seniorenheims St. Josef in Vallendar werden verlegt. Pünktlich um 11 Uhr ist das Heim menschenleer.

    8.25 Uhr: Die Evakuierung des Awo-Seniorenheims in Bendorf ist bereits in vollem Gange. Etwa 20 Krankentransporter stehen bereit, 20 ältere Menschen in Rollstühlen warten auf den Abtransport.

    9.18 Uhr: In Weitersburg gehen die Menschen noch beim örtlichen Bäcker ein und aus. Vereinzelt sieht man Leute in aller Seelenruhe joggen.

    9.30 Uhr: Mit Lautsprechern macht das THW in Weitersburg auf die Evakuierung aufmerksam.

    9.45 Uhr: Der Koblenzer Sparkassenvorstand Ernst-Josef Lehrer rollt mit seinem Audi langsam am Seniorenheim in Bendorf vorbei. Auch der Banker muss sein Haus verlassen - nimmt das aber gelassen: "Ich gucke mir heute eine Harley-Ausstellung an."

    10 Uhr: Bei einer kleinen Bäckerei in Bendorf sind die Brötchenkörbe fast schon leergekauft. "Die Leute wollten alle vor der Evakuierung noch frühstücken", berichtet die Bäckersfrau.

    10.55 Uhr: Die letzten Autos verlassen die Insel Niederwerth. Fünf Minuten später schließen Polizei und Feuerwehr die Brücke.

    11 Uhr: In Vallendar werden die B 42 ab der Einmündung Westerwaldstraße und die Zufahrt nach Niederwerth gesperrt.

    11.15 Uhr: Die Zufahrten zur B 42 in Bendorf in Richtung Vallendar sind jetzt auch gesperrt, ebenso die Hauptstraße in Höhe der Abzweigung Untere Vallendarer Straße. An der Hafenzufahrt kommt es zunächst zu einem kleinen Verkehrschaos: Die Polizisten haben keine Absperrkegel dabei, um die Kreiselausfahrten zu sperren.

    13.22 Uhr: Der Evakuierungsabschnitt Süd ist geräumt. In den betroffenen Teilen von Vallendar und Niederwerth haben die Menschen ihre Häuser verlassen.

    13.25 Uhr: Ein Polizeihubschrauber überfliegt das Graswerth und sucht nach Menschen, die sich dort noch aufhalten könnten.

    13.57 Uhr: Der nördliche Abschnitt der Evakuierungszone ist ebenfalls geräumt.

    14 Uhr: Im Freibad auf dem Mallendarer Berg suchen eher wenige Gäste aus dem Evakuierungsgebiet Abkühlung, und das trotz freien Eintritts.

    14.20 Uhr: Im Einsatzzentrum wird bekannt gegeben, dass die Entschärfung der Bombe bereits um 14.30 Uhr beginnt.

    14.30 Uhr: Jetzt soll die Bombe entschärft werden. Minuten des Wartens schließen sich an.

    14.40 Uhr: Die Entschärfung wird verschoben auf 14.44 Uhr. Grund: Ein Landwirt aus Weitersburg will mit seinem Traktor aufs Feld hinausfahren.

    14.45 Uhr: Die Entschärfung beginnt.

    15.14 Uhr: Die 1000-Kilo-Fliegerbombe ist entschärft. Sämtliche Sperrungen werden aufgehoben.

    15.40 Uhr: Der Kampfmittelräumdienst verfrachtet das Kriegsrelikt auf eine Lkw-Ladefläche.

    15.56 Uhr: Die ersten Weitersburger kehren zurück ins einstige Sperrgebiet.

    18 Uhr: Alle Bewohner des Seniorenheims St. Josef sind "wieder zu Hause, glücklich, aber müde", sagt Heimleiterin Rita Berens.

    Einsatzleiter Pretz lobt koordinierten Ablauf

    Bombe 800 Helfer an Evakuierung beteiligt

    Vallendar - Neben den Helden vom Kampfmittelräumdienst waren am gestrigen Sonntag rund 800 Einsatzkräfte an der Evakuierung in Weitersburg sowie Teilen von Vallendar, Niederwerth und Bendorf beteiligt. Einsatzleiter und VG-Bürgermeister Fred Pretz freute sich nicht nur über die geglückte Entschärfung der Fliegerbombe in Weitersburg, sondern auch über den reibungslosen Einsatzablauf.

    "Die Sicherheit wurde nach und nach klargestellt und gemeldet. Es war sehr positiv, dass Hand in Hand gearbeitet wurde und jeder seinen Teil dazu beigesteuert hat, dass der Einsatz koordiniert abgelaufen ist", lobte Fred Pretz das Handeln von Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und den Rettungsdiensten unter Koordination des Deutschen Roten Kreuzes.

    Doch nicht nur der gestrige Einsatz sei den Helfern hoch anzurechnen, fuhr Pretz fort. Bereits seit dem Bombenfund am vergangenen Montag habe die Zusammenarbeit bestens funktioniert. Zudem betonte er, dass die Arbeit mit der Entschärfung noch lange nicht vorbei war, und verwies auf die Rücktransporte in Klinik und Altenheime, die die Helfer auch noch stundenlang gefordert hat.

    Per Pressemitteilung hob dann auch Innenminister Roger Lewentz (SPD) die Rolle von Fred Pretz (SPD) bei diesem Einsatz hervor: "Fred Pretz war der richtige Mann, um die große Verantwortung des Einsatzleiters zu tragen", stellte der Minister fest, der zuvor noch den Einsatz des Entschärfteams lobte. "Wieder einmal haben die Kollegen vom Kampfmittelräumdienst bewiesen, dass sie herausragende Fachleute sind, die die gefährlichen Hinterlassenschaften des Krieges höchst professionell beseitigen. Es ist gut zu wissen, dass wir eine Organisation im Land haben, die uns heute vor den Gefahren aus der Vergangenheit beschützen kann", sagte Lewentz. Damian Morcinek

    Weitersburger Bombe: Bewohner nehmen Evakuierung gelassen Impressionen aus Vallendar - Wir sind evakuiertBombenentschärfung in Weitersburg: Verlassenes VallendarBombenentschärfung in Weitersburg: Lahmgelegter VerkehrVallendar/Bendorf: Alte und Patienten müssen der Bombe weichen
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