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  • Alken feiert den Mut des Moosemanns

    Alken. Immer am dritten Fastensonntag feiert der Moselort Alken den Moosemann. Zahlreiche Besucher ließen sich die 768. Auflage des Ereignisses trotz der noch kühlen Witterung nicht entgehen. Gleichzeitig gilt das Fest als Start der Fremdenverkehrssaison im Moseltal.

    Der Moosemann-Umzug in Alken führte auch durch das Fallertor. Der Moselort feierte traditionell den tapferen Junker Emmerich.
    Der Moosemann-Umzug in Alken führte auch durch das Fallertor. Der Moselort feierte traditionell den tapferen Junker Emmerich.
    Foto: Erwin Siebenborn

    Von unserem Mitarbeiter Erwin Siebenborn

    Das älteste Fest an der Untermosel fußt auf der List des Junkers Emmerich von Leinigen, der im Jahre 1248 die Belagerung der Burg Thurant mutig durchbrach. In einem Ballen Moos gehüllt ließ sich der Junker am steilen Nordhang der Burg bis ins Alkener Bachtal rollen. Als die Belagerer den Moosballen entdeckten, schlugen und stachen sie vergeblich mit ihren Piken in die leere Rolle. Emmerich entkam dem Feind, bat Pfalzgraf Otto II. um Hilfe und wurde unsterblich. Allerdings nahmen der Kölner und Trierer Erzbischof die Burg gemeinsam in Besitz, bevor der Graf eingreifen konnte. Seither ist die Burg Thurant eine Doppelburg mit zwei Türmen und Trennungsmauer.

    Den Höhepunkt des Moosemann-Festes bildet ein Umzug durch den historischen Ortskern mit Rittern hoch zu Ross, festlichen Fanfarenklängen, mit Hellebarden bewaffneten Belagerern und Kindern mit Wingertspfählen. Diese symbolisieren die Piken und Speere, mit denen die Belagerer den verlassenen Moosballen durchsuchten. Unter einem mit bunten Bändern geschmückten Tannenbaum verbirgt sich traditionell ein in Moos gehüllter Junge aus dem ersten Schuljahr. Lucas Christ durfte in diesem Jahr in die Rolle des tapferen Junkers schlüpfen.

    Zuvor brachten sich die Festbesucher in der Moselallee mit einem zünftigen Frühschoppen in Stimmung. Die Festlegende verkündete ein Ritter hoch zu Ross. Die Alkener Kinder freuten sich nach dem Festzug über leckere Brezeln. Nach gutem altem Brauch spendierte das zuletzt in Alken getraute Paar (Elisabeth und Jens Heizmann) dem Moosemann und seinen Trägern extra große Exemplare des delikaten Gebäcks. Viele Festgäste nutzten die Gelegenheit zum kostenlosen Besuch der Burg Thurant. Auch die 1000 Jahre alte St.-Michaels-Kirche mit Gebeinhaus und Ehrenfriedhof bildete ein lohnendes Ziel. Auch am historischen Stadttor ("Fallerport") wurden zahlreiche geschichtlich interessierte Besucher gezählt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Interessengemeinschaft Historisches Alken dort ein Modell des Moselortes aus dem Mittelalter präsentierte. Denn Alken war damals durch eine Stadtmauer geschützt und durch das Stadtrecht privilegiert.

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