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  • Bilanz: Zahl der Unfälle auf Koblenzer Straßen steigt

    Koblenz. Die Jahresbilanz für 2015 zeigt: 5858-mal hat es auf Koblenzer Straßen gekracht. Das sind 303 Unfälle mehr als noch im Jahr 2014. Die RZ zeigt unter anderem sechs Unfallschwerpunkte.

    Von unserer Redakteurin Doris Schneider

    Insgesamt 5858 Unfälle wurden gemeldet. Und: Sechs Menschen starben bei Verkehrsunfällen oder an deren Folgen, im Vorjahr war es nur einer gewesen. Auch die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten ist mit 87 um 12 höher als noch im Jahr davor. Diese Bilanz legt Thomas Fischbach, Leiter der Polizeidirektion, gemeinsam mit seinen Kollegen vor. Bei den Gesamtbetrachtungen untersuchen die Polizeibeamten immer auch besondere Risikogruppen und Teilaspekte:

    Kinder: Die Zahl der Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren, ist mit 29 stabil. Auffällig ist, dass zwei Drittel der Unfälle von den Kindern selbst verursacht wurden, bei den schweren Unfällen sind es sogar drei von vier. Wichtig ist deshalb, die Präventionsarbeit noch weiter auszubauen, so Thomas Fischbach. Dazu gehören Schulungen zum richtigen Verhalten der Kinder als Fußgänger, vor allem aber als Radfahrer.

    Junge Fahrer: Die Gruppe der jungen Fahrer, die an Unfällen beteiligt sind beziehungsweise sie sogar verursacht haben, steigt seit Jahren an und liegt jetzt bei 1413 (verursacht 920) Fällen und damit weit über ihrem Anteil an der Bevölkerung. Obwohl in den vergangenen Jahren vieles versucht wurde, um diese Gruppe besser in den Verkehr starten zu lassen (vom Führerschein auf Probe bis zum begleiteten Fahren), sind es vermutlich die besonders komplexen Situationen beim Fahren in der Stadt, die zu den hohen Zahlen führen, so Fischbach. Jedenfalls will die Polizeidirektion mit gezielten Aktionen an Schulen junge Leute noch stärker dafür sensibilisieren, wie man sich verhalten muss, wenn man Auto fahren möchte.

    Senioren: Die Zahl der Unfälle, an denen Senioren über 65 Jahren beteiligt sind, ist erneut um knapp 80 auf 1006 gestiegen. In zwei Dritteln der Fälle haben die Senioren die Unfälle auch verursacht. Fischbach nennt Faktoren wie abnehmende Reaktionsfähigkeit, schlechteres Sehvermögen oder schlechtere Beweglichkeit als Hauptgründe. Obwohl die Zahl der Unfälle seit Jahren ansteigt, entspricht ihr Anteil an Unfällen aber noch nicht dem Anteil der Senioren an der Bevölkerung. Das mag auch daran liegen, dass ältere Autofahrer lieber nur bekannte Strecken fahren oder besonders vorsichtig und langsam sind. Besonders gefährdet sind sie als Fußgänger und Radfahrer: Während man bei Kindern darauf achtet, dass sie Reflektoren an Kleidung und Ranzen tragen, sind Senioren oft in dunkler Kleidung unterwegs und werden leicht übersehen.

    Unfallflucht: Das ist ein immer größer werdendes Thema: 1288-mal haben sich Unfallverursacher entfernt, ohne Personalien zu hinterlassen, das sind fast 100 mehr als im Vorjahr. Die Zahl ist in einer Stadt wie Koblenz auch deshalb vergleichsweise höher als im ländlichen Raum, weil Unfallfluchten ganz häufig im Zusammenhang mit Parken erfolgen. Die Aufklärungsquote dieser Unfälle liegt im Übrigen bei 45,5 Prozent.

    Unfallursachen: Während in eher ländlich geprägten Gebieten im Land zu schnelles Fahren eine Hauptunfallursache ist, ist das in der Stadt ein bisschen anders: Das Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes nach vorn und zur Seite macht mit 2681 Fällen den absoluten Löwenanteil aus, gefolgt von Fehlern beim Wenden oder Rückwärtsfahren (1214), Fehlern beim Wechseln des Fahrstreifens (430 Fälle), nicht angepasste Geschwindigkeit (293), Nichtbeachten der Vorfahrt (287) und Fehlern beim Einfahren in den fließenden Verkehr (185 Fälle).

    Ablenkung: Ohne dass das leicht zu beweisen wäre, spielt das Telefonieren und Nachrichten Schreiben am Steuer wohl eine immer größer werdende Rolle bei Unfällen, ist Manuel Wehrmann, Leiter der Polizeiinspektion 1 sicher. "Vor allem wenn man Nachrichten tippt und dabei nach unten schaut, ist man echt im Blindflug." Die Polizei wird deshalb in diesem Bereich noch viel stärker kontrollieren, kündigt er an. "60 Euro und ein Punkt, das tut den Leuten weh. Nur dann lassen sie es auch."

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