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  • Bendorferin jagt ihren Verlobten mit Auto

    Bendorf/Koblenz. Mit dem Mercedes ihres Sohnes hatte eine in der Zwischenzeit 43-jährige Bendorferin ihren nunmehr 38-jährigen Lebensgefährten vor eineinhalb Jahren verfolgt und angefahren. Deshalb musste sie sich am Dienstag vor dem Koblenzer Amtsgericht wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

    Foto: dpa

    Von unserem Mitarbeiter Peter Karges

    Das Koblenzer Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Dennis Graf verurteilte die 43-jährige fünffache Mutter deshalb zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wird. Zudem muss die Angeklagte, die wegen Beleidigung und mehrfachen Betrugs vorbestraft ist und gerade eine Haftstrafe von vier Monaten verbüßt hat, 180 Sozialstunden leisten.

    Der Vorsitzende Richter Dennis Graf betonte in der Urteilsverkündung, dass die Bewährung widerrufen werde, wenn diese Sozialstunden nicht in den kommenden sechs Monaten abgeleistet werden. Unter "Bauchschmerzen" habe man sich für eine Bewährungsstrafe entschieden, da die erst kürzlich verbüßte Haftstrafe doch sichtlich Eindruck bei der Angeklagten hinterlassen habe, so das Amtsgericht in seiner Urteilsverkündung.

    Der Beziehung scheint die Attacke mit dem Mercedes indes nicht geschadet zu haben. Vor Gericht beteuerten sowohl die Angeklagte als auch der 38-Jährige, der als Zeuge geladen war, zumindest, dass man noch in diesem Jahr heiraten wolle. Am 14. September 2014, als der Unfall in Bendorf geschah, war von der Harmonie des Paars, das im Gerichtssaal in einer Verhandlungspause Händchen haltend auf das Urteil wartete, allerdings nichts zu spüren: Man stritt sich ziemlich heftig, er spuckte sie an, verließ daraufhin die Wohnung, sie rannte ihm nach und bestieg den Mercedes ihres ältesten Sohns. "Wir hatten Stress, und in diesem Moment war ich richtig sauer", erläuterte die 43-jährige Angeklagte vor Gericht. Mit Wut im Bauch fuhr sie also hinter ihrem Verlobten her, und lenkte den Wagen sogar auf eine Wiese, um ihn zu erwischen. Bei zweiten Versuch war sie "erfolgreich" und traf ihren Partner am Bein. "Es ist aber gar nichts Schlimmes passiert, im Krankenhaus hat man später direkt gesehen, dass nichts gebrochen ist", relativierte der in Koblenz lebende 38-jährige Verlobte vor Gericht die damaligen Ereignisse.

    Mit seinem Urteil war das Koblenzer Amtsgericht leicht über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinausgegangen. Diese hatte zwar auch dafür plädiert, dass eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten zur Bewährung auszusetzen sei, aber sich für 120 statt 180 Sozialstunden ausgesprochen. Der Verteidiger der 43-jährigen Angeklagten, die im Prozess alle Vorwürfe eingeräumt hatte, die ihr in der Anklageschrift zur Last gelegt wurden, hatte sich dem Strafmaß der Staatsanwaltschaft angeschlossen. Gegen die 43-Jährige ist zurzeit noch ein weiteres Verfahren wegen Steuerhinterziehung anhängig.

    Da die beiden Parteien Rechtsmittelverzicht erklärten, ist das Urteil rechtsgültig Die Kosten hierfür hat die 43-jährige Angeklagte zu tragen.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

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