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Ministerpräsidentin dankt für Engagement

Hennweiler. Besonders aktive Mitglieder wurden bei der Jubiläumsfeier von Förderverein Lützelsoon und Soonwaldstiftung ausgezeichnet

Die Schinderhannesbande (von links) wurde für ihr nimmermüdes Engagement ebenso geehrt wie Gründungsmitglieder und besonders aktive Fördervereinsmitstreiter. Von rechts: Ehrenmitglied Klaus Müller, Karl Kohl, Horst Frey, Werner Müller, Andreas Müller, Carina Dinig, Harald Jung, Karina Klein und Ingrid Wirzius. ⋌Fotos: Armin Seibert
Die Schinderhannesbande (von links) wurde für ihr nimmermüdes Engagement ebenso geehrt wie Gründungsmitglieder und besonders aktive Fördervereinsmitstreiter. Von rechts: Ehrenmitglied Klaus Müller, Karl Kohl, Horst Frey, Werner Müller, Andreas Müller, Carina Dinig, Harald Jung, Karina Klein und Ingrid Wirzius. ⋌Fotos: Armin Seibert

 Ehre, wem Ehre gebührt. Nach diesem Motto gab es bei den runden Geburtstagen des Fördervereins Lützelsoon (20 Jahre) und der Soonwaldstiftung (15) etliche hochkarätige Ehrungen. Merke: Es muss kein klassisches Jubiläum sein, um Danke zu sagen. Eine tätige Hilfe ist mehr wert als ein tatenlos per Bankeinzug erspartes Goldjubiläum. Für immerwährenden Einsatz, selbstständiges Handeln und außerordentliches Engagement gab es für die Vereinsmitglieder Harald Jung, Carina Dinig, die Schinderhannesbande, Karina Klein und Ingrid Wirzius beim Fest in der Lützelsoonhalle Urkunden, die Ministerpräsidentin Malu Dreyer unterzeichnet hat.

Feierten ausgelassen mit: die medizinischen Beiräte Dr. Wenzel Nürnberger und Dr. André Borsche. Ihre Bühnenbeiträge waren hingegen anrührend.
Feierten ausgelassen mit: die medizinischen Beiräte Dr. Wenzel Nürnberger und Dr. André Borsche. Ihre Bühnenbeiträge waren hingegen anrührend.

Da hieß es: Harald Jung hat immer Lösungen parat, nicht nur als EDV-Beauftragter. Carina Dinig organisiert den größten Weihnachtsmarkt der Region mit einer höchst attraktiven Tombola, betreut den Lützelsoonstand bei den Wirtschaftstagen, führt in der Pfadfindersiedlung Schloss Dhaun den Nachwuchs ans Ehrenamt heran. Die Schinderhannesbande ist „jederzeit ansprechbar für einen kleinen wohltätigen Überfall“, verleiht dem Tourismus eine besondere Note und unterstützt die Soonwaldstiftung, wo immer sie kann. Karina Klein ist da, wenn sie gebraucht wird, ist auf Messen aktiv, bringt ihre Fähigkeit, Konflikte zu lösen, immer wieder ein.

„Donnawetter“ mit Sandra Weiß: Die englischsprachigen Stücke wurden zuvor „übersetzt“ und anmoderiert.
„Donnawetter“ mit Sandra Weiß: Die englischsprachigen Stücke wurden zuvor „übersetzt“ und anmoderiert.

Ingrid Wirzius als unausgesprochene „Mutter der Kompanie“ hat seit Vereinsgründung die Fäden mit in der Hand. „Jetzt muss ich was trinken, jetzt wird’s lang“, scherzte Moderator Stefan Bockelmann vor der Laudatio. Die kreative Kompetenz, der Blick fürs machbare Neue sind bei Ingrid Wirzius stets abrufbar. Sie gab unter anderem ein 160-seitiges Kinderliederbuch heraus, das stark nachgefragt ist. Sie hat mit ihrer wohltuenden positiven Ausstrahlung vor allem einen Zugang zu betroffenen Familien, zu den in ihrem Überlebenskampf gegen den Krebs traumatisierten erkrankten Kindern.

Natürlich wurde auch den Vereinsgründern nachhaltig gedankt. Ex-Ortsbürgermeister und Ehrenmitglied Klaus Müller empfing als Erster die Urkunde. Andreas Müller, Horst Fey, Karl Kohl, Werner Müller und Herbert Wirzius folgen als weitere Gründerväter der zweifellos wirtschaftlich erfolgreichsten Wohltätigkeitsvereins der Hunsrück-Nahe-Region.

Als die Kerzen in den Leuchtern weitgehend heruntergebrannt waren (fünfeinhalb Stunden Brennzeit waren angegeben), freute sich auch Moderator Stefan Bockelmann, seinen Teil zum gelungenen Abend beigetragen zu haben. Was er in sechs Stunden erzählte – es hätte ein Buch gefüllt. Er sei stolz, Teil dieses Teams zu sein, und sein Sohn Denis (7) habe Verständnis gezeigt, dass er dieser Tage so wenig Zeit für ihn gehabt habe, weil er die Jubiläumsveranstaltung vorbereiten musste – mit Dutzenden von Moderationskarten: alle mit Herzchen und zwei Kindern, die sich an der Hand halten und fröhlich zu rennen scheinen, versehen.

Das Geburtstagsfest hat offengelegt, dass vieles geht. Frei nach dem Motto von Herbert Wirzius: „Man muss es nur wollen!“ Alle haben kostenlos mitgemacht, auch wieder ein paar Tausend Euro Spenden in die Kasse gebracht. „Wir haben noch viel vor“, kündigte Herbert Wirzius (78) zum Ausklang nach einem umfassenden Dankeschön an alle Mitwirkenden an .

Danke sagte auch der stellvertretende Vereinsvorsitzende und Bürgermeister Werner Müller für die jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit im Namen von Rat, Verwaltung und Bürgerschaft an die Adresse von Herbert Wirzius und seiner Frau Ingrid. Es sei fantastisch, was sich da in den vergangenen 20 Jahre entwickelte habe, wie man vor allem Kindern in der Region in Deutschland, ja in der ganzen Welt habe helfen können.

Die vielfältigen Aktionen des Fördervereins und der Stiftung seien auch eine gute Imagewerbung. Müller nannte in dem Zusammenhang die von Wirzius mit initiierten „24 Stunden von Hennweiler“ und blickte auf sportliche Großveranstaltungen (Lottoelf) und auf kulturelle Highlights wie die kulinarischen Schlosstage, die man sonst nur in Großstädten finde, zurück.

„Der Herbert macht’s“, habe es immer geheißen, wenn es darum ging, Neues umzusetzen, Antreiber und Vorbild zu sein. Dass Wirzius von der Ehre überrascht war, wurde klar, als er bei diesem Programmpunkte fehlte. Liedermacher Christ Bennett sang also noch ein Lied, zog seinen Auftritt überrascht etwas in die Länge. Wo ist Herbert? Der Sekt war ausgegangen, natürlich musste sich da einer ganz schnell kümmern. Wer wohl? Als Dank überreichten Werner Müller und die Vorstandskollegen Urkunden für Herbert und Ingrid Wirzius, eine Skulptur und einen Gutschein für einen kulinarischen Abend auf der Kyrburg.

Und schon waren wieder existenzielle Probleme ein Thema, mit denen sich Förderverein und Soonwaldstiftung auseinandersetzen. In einer Gesprächsrunde auf der Bühne schilderten Eltern kranker und behinderter Kinder, wie ihnen unbürokratisch und schnell geholfen wurde. Isabelle und Manfred Bodenseh erzählten, wie sie bei der Suche nach optimaler Betreuung für ihre Tochter Juliette an finanzielle Grenzen stießen, wie der Förderverein half. „Herbert, du bist einzigartig“, sagte Isabelle Bodenseh, die mit ihrer Powerband Wonderfrolleins auftrat und als Elternbeauftragte im Verein unterwegs ist. Sie klärt auf, informiert, nimmt Ängste, baut Hemmschwellen ab. Vier weitere Elternpaare erzählten von Delfintherapie, von einem gespendeten Auto, das mobil macht und von erfolgreichen Behandlungstherapien.

Ein Mädchen, das, schulmedizinisch betrachtet, nie hätte laufen können, hilft heute beim Tischdecken. Viele im Saal kämpften da mit den Tränen. Solchen Erfolgen dürfe er sich als Mediziner nicht verschließen, sagte Dr. Wenzel Nürnberger, medizinischer Beirat und Klinikleiter. Er war mit auf der Bühne als Stefan Bockelmann zwei geheilte frühere Leukämiepatientinnen interviewte: Beide waren 13, als die Diagnose 2002 gestellt wurde. Die Lage schien aussichtslos, der Verein half mit, unterstützte. Loredana Valetta hat heute einen Sohn, Vanessa Stahl ist Diplom-Physikerin, steht vor ihrer Doktorarbeit.

„Ja, es gebe noch so viel zu erforschen“, sagte Nürnberger. Mit viel Geld und Fachkompetenz unterstützen Förderverein und Stiftung die Forschungsarbeit. Das tun sie auch mit Filmen, die gut verständlich betroffenen Eltern die entscheidenden schnellen Wege aufzeigen, wenn’s sprichwörtlich brennt nach dem Erkennen einer tödlichen Krankheit.

Immer wieder aufgelockert wurden diese ans Gemüt gehenden Informationsrunden mit hochkarätigen musikalischen Einlagen. So brillierte Sopranistin Maryna Bense mit „Was ich im Leben tat“ nach „My Way“ – eigens für Herbert Wirzius. „Big Spender“ gab’s als Zugabe. Wie Bense wären auch der Frauenchor Donnawetter und die Wonderfrolleins für die Gestaltung eines ganzen Abends erste Wahl gewesen. Armin Seibert

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Bettina Tollkamp

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Kolumnen von

Gerhard Engbarth

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