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  • Zehn Jahre Diezer Tafel: Dank an Ehrenamt

    Diez-Freiendiez. Mit einem Gottesdienst, einem Empfang und der Besichtigung der Räume wurde am Wochenende in Freiendiez an die Gründung der Diezer Tafel vor zehn Jahren erinnert.

    Bürgermeister Michael Schnatz und Ulrike Bittner-Pommerenke vom Diakonischen Werk Rhein-Lahn dankten dem ganzen ehrenamtlichen Team der Diezer Tafel und ehrten folgende anwesenden Mitarbeiterinnen: Regine Born, Christel Willner, Rita Meyer und Brigitte Bormann (von links).
    Bürgermeister Michael Schnatz und Ulrike Bittner-Pommerenke vom Diakonischen Werk Rhein-Lahn dankten dem ganzen ehrenamtlichen Team der Diezer Tafel und ehrten folgende anwesenden Mitarbeiterinnen: Regine Born, Christel Willner, Rita Meyer und Brigitte Bormann (von links).

    Dabei wurde das Engagement der ehrenamtlichen Helfer betont, die die Essenausgabe an bedürftige Menschen und Familien erst ermöglicht. Das Team um Oliver Krebs vom Diakonischen Werk packt nicht nur gern an, wenn es ums Organisieren, Abholen, Einsortieren und Ausgeben der Lebensmittel in der Gartenstraße geht.

    Doris Pillmann, Elisabeth Trost und Christel Willner gestalteten auch den gut besuchten Gottesdienst in der Jakobuskirche mit. Pfarrerin Maike Kniese erklärte in ihrer Predigt, was an der Diezer Tafel, „die schon irgendwie selbstverständlich geworden ist“, alles gut ist: Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren, Menschen am Existenzminimum zu unterstützen und Ehrenamtliche zu haben, durch deren harte Arbeit die Tafel-Idee erst in die Tat umgesetzt werden kann. „Nicht gut ist es, dass es die Tafel überhaupt gibt, dass es in zehn Jahren nicht zu einem Umdenken in unserem Konsumverhalten und in der Produktion der Lebensmittelindustrie gekommen ist“, so Kniese. In Interviews mit den Mitarbeitenden berichteten diese über ihre konkrete Arbeit und erzählten über den Aufbau und die Entwicklung der Tafel in den vergangenen zehn Jahren. In der Liturgie, Gebeten und Gesang wurde zudem die christliche Dimension der Hilfe deutlich.

    Während eines Empfangs im benachbarten Gemeindehaus nutzte die Leiterin des Diakonischen Werkes Rhein-Lahn, Ulrike Bittner-Pommerenke, die Gelegenheit, Mitarbeiterinnen der Tafel für ihr ehrenamtliches Engagement auszuzeichnen. Teilweise sind sie bereits seit der Gründung beherzt im Einsatz; andere übernehmen wichtige Koordinierungsaufgaben, ohne die das System nicht funktionieren könnte. Assistiert wurde ihr dabei vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Diez, Michael Schnatz, der sich dem Dank an die ehrenamtlichen Kräfte anschloss. Geehrt wurden Brigitte Bormann, Regine Born, Rita Faulstich, Margot Klotzeck, Rita Meyer und Christel Willner. Ulrike Bittner-Pommerenke hatte zuvor die mangelnde Verbesserung der Situation kritisiert, aus der die Tafeln hervorgegangen sind. „Es hat sich in den zehn Jahren nichts verbessert. Die soziale Daseinsvorsorge des Staates für die Menschen hat sich sogar noch verschlechtert.“ Fast 9000 Menschen würden derzeit im Rhein-Lahn-Kreis Sozialleistungen beziehen, etwa bis zu 850 Personen nutzten die vier im Kreis angesiedelten Tafeln. Deshalb könne ein solcher Geburtstag auch nicht „gefeiert“ werden, knüpfte sie an das Motto des Tages an „10 Jahre Diezer Tafel – Kein Grund zum Feiern“. Die Wohlfahrtsverbände würden nicht nur helfen so gut es möglich ist; sie hätten auch die Pflicht, den Finger in die Wunde zu legen, sagte Bittner-Pommerenke und zitierte den Schweizer Sozialreformer und Philosophen Pestalozzi: „Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade“. Welche Herausforderung die Sozialpolitik für die Kommune bedeutet, betonte der Zweite Kreisbeigeordnete Karl-Werner Jüngst, der in seinem Grußwort auch im Namen der anderen anwesenden Politiker wie den Landtagsabgeordneten Matthias Lammert, Bürgermeister Volker Satony (Verbandsgemeinde Hahnstätten) und den Diezer Stadtbürgermeister Frank Dobra sprach.

    Entscheidender noch als die Frage des wie viel oder wie wenig sei die gerechte Verteilung der Sozialleistungen. Ein solcher Gedenktag sei gut geeignet, gerade darüber nachzudenken und soziale Fragen in den Fokus zu rücken. Dass die Tafelarbeit auch von den Kommunen unterstützt wird, halte er auch deshalb für wichtig, „damit unserer Bevölkerung klar und deutlich vor Augen geführt wird, dass hier nicht alles rosig ist, und wir nicht alle im Wohlstand leben“ und dass ein Bewusstsein geschaffen werde, an diejenigen zu denken, denen es schlechter geht als einem selbst.Im Anschluss bestand die Möglichkeit, sich die Räume der Tafel in der Gartenstraße noch einmal anzuschauen.

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