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  • Vier Ortsgemeinden streben gemeinsamen Windpark mit zehn Anlagen an

    Altendiez/Heistenbach - Will Altendiez das große Ziel erreichen und bis zum Jahr 2020 klimaneutral werden, kommt die Ortsgemeinde ohne Windkraft nicht aus. In Abstimmung mit den Nachbargemeinden Heistenbach, Eppenrod und Hirschberg denkt die Ortsgemeinde daher jetzt über den Bau eines großen Windparks mit bis zu zehn Anlagen nach.

    Der Windpark bei Eppenrod: Von hier aus zieht sich ein Korridor in Richtung Altendiez, Heistenbach und Hirschberg, in dem weitere Windräder wirtschaftlich zu betreiben wären. Das ist nach Angaben von Ortsbürgermeister Lutz Henschel (Altendiez) Ergebnis einer Untersuchung, die bereits vor mehr als zehn Jahren durchgeführt worden ist. Foto: Hans Georg Egenolf
    Der Windpark bei Eppenrod: Von hier aus zieht sich ein Korridor in Richtung Altendiez, Heistenbach und Hirschberg, in dem weitere Windräder wirtschaftlich zu betreiben wären. Das ist nach Angaben von Ortsbürgermeister Lutz Henschel (Altendiez) Ergebnis einer Untersuchung, die bereits vor mehr als zehn Jahren durchgeführt worden ist.
    Foto: Hans Georg Egenolf

    Altendiez/Heistenbach - Will Altendiez das große Ziel erreichen und bis zum Jahr 2020 klimaneutral werden, kommt die Ortsgemeinde ohne Windkraft nicht aus. In Abstimmung mit den Nachbargemeinden Heistenbach, Eppenrod und Hirschberg denkt die Ortsgemeinde daher jetzt über den Bau eines großen Windparks mit bis zu zehn Anlagen nach.

    Dabei wollen sich die beteiligten Ortsgemeinden die Ankündigung der rheinland-pfälzischen Landesregierung zunutze machen, die den Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten forcieren möchte (siehe Auslagerung). Ortsbürgermeister Lutz Henschel (Altendiez) stellte die Pläne sowie die Altendiezer Initiative „Energievision 2020“ bei einer Informationsveranstaltung in der Heistenbacher Lindenhalle Ernst Christoph Stolper, dem rheinland-pfälzischen Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung, sowie dem Landtagsabgeordneten Frank Puchtler (SPD) vor.
    Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich die vier Ortsgemeinden vorgenommen haben. Auf einem Korridor, der sich vom bestehenden Windpark auf der Anhöhe bei Eppenrod in Richtung der Gemarkungen Altendiez, Hirschberg und Heistenbach zieht, könnten bis zu zehn Windkraftanlagen entstehen. Um die Windverhältnisse über dem Forst optimal auszunutzen, müssen Anlagen entstehen, die eine Nabenhöhe von mehr als 150 Metern und einen Rotorendurchmesser von 90 Metern aufweisen. Die Investitionssumme ist gewaltig und wird für zehn Windräder auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Die Ortsgemeinden versprechen sich neben der angestrebten Klimazahl erhebliche Pacht- und Steuereinnahmen. Die Windkraft kann für die Kommunen zu einem lukrativen Geschäft werden, von dem, geht es nach den beteiligten Ortsgemeinden, auch die Bürger selbst profitieren sollen. „Es ist uns ganz wichtig, die Leute einzubinden“, sagt Henschel und liegt dabei ganz auf der Linie der Landesregierung, die die Akzeptanz von Windrädern im Wald steigern will, indem sie Kommunen und den Menschen vor Ort vermehrt ermöglicht, sich zum Beispiel in Betreibergemeinschaften finanziell an den Anlagen zu beteiligen. Ob und wie das geschehen kann, ist angesichts vieler offener Fragen noch unklar. Die Planungen stehen noch ganz am Anfang. Welche Finanzierungs- und Betreibermodelle infrage kommen, wird sich erst in den nächsten Wochen und Monaten herauskristallisieren.
    Den nächsten wichtigen Termin dazu wird es am Dienstag, 25. Oktober, geben. Dann wird ein Vertreter von Landesforsten den beteiligten Ortsgemeinden im Dorfgemeinschaftshaus erläutern, welche Modelle der Zusammenarbeit mit der rheinland-pfälzischen Behörde möglich sind. Das ist auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil große Waldflächen auf Altendiezer Gemarkung Staatsforst sind.
    Voraussetzung für den interkommunalen Windpark ist zum einen eine geänderte Flächennutzungsplanung, die eine Aufgabe der Verbandsgemeinde Diez ist. Bislang sind die betreffenden Flächen nicht für eine Windkraftnutzung vorgesehen. Außerdem muss auch der Landesentwicklungsplan umgeschrieben werden. Zudem wartet die Verbandsgemeinde noch auf eine modifizierte Verwaltungsvorschrift zu Windrädern in Waldgebieten. Staatssekretär Stolper empfiehlt der Diezer Verwaltung die Flächennutzungsplanung schon jetzt umzuschreiben und nicht abzuwarten, bis der gesetzliche und verwaltungsrechtliche Rahmen neu gesteckt ist. Ziel der Landesregierung sei, den Bau von Windkraftanlagen im Wald grundsätzlich zu erleichtern. So sollen solche Anlagen künftig auch in Natura-2000-Gebieten möglich sein, wenn der Schutzzweck der Flora-Fauna-Habitat-Flächen oder Vogelschutzgebiete durch die Windräder nicht weiter beeinträchtigt wird, kündigte der Staatssekretär an. Den Gemeinden rät Ernst-Christoph Stolper, sich von mehreren potenziellen Betreibern Kooperationsmodelle vorstellen und sich bei einem Vertragsabschluss juristisch beraten zu lassen.

    Hans Georg Egenolf

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    Markus Eschenauer

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    Markus Eschenauer

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