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    BurgschwalbachPfarrhaus wird neues Gemeindezentrum

    Wichtige Weichen für die Zukunft und insbesondere die finanzielle Sicherheit der Gemeinde hat die evangelische Kirchengemeinde Burgschwalbach gestellt.

    Das Pfarrhaus im Zentrum von Burgschwalbach, in unmittelbarer Nähe der Kirche, soll zu einem Gemeindezentrum umgebaut werden. Die Wohnung im ersten Obergeschoss bleibt jedoch erhalten.
    Das Pfarrhaus im Zentrum von Burgschwalbach, in unmittelbarer Nähe der Kirche, soll zu einem Gemeindezentrum umgebaut werden. Die Wohnung im ersten Obergeschoss bleibt jedoch erhalten.

    Der zurzeit pfarrerlose Kirchenvorstand hat sich für den Verkauf des in die Jahre gekommenen Gemeindehauses und einen Umbau des Pfarrhauses zu einem Gemeindezentrum entschieden, und dies aus gutem Grund.

    Wie in allen Kirchengemeinden sinkt auch im rund 1200 Einwohner zählenden Burgschwalbach vor allem demografisch bedingt die Zahl der Evangelischen jedes Jahr um etwa ein Prozent. Hatte die Kirchengemeinde 1996 noch 768 Mitglieder, sind es heute 102 Personen weniger. Ein Ende dieser Entwicklung ist weder in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) noch in Burgschwalbach abzusehen. Das hat nicht zuletzt Folgen auf die Finanzlage.

    Die Landeskirche senkt die Zuschüsse. Kaum eine Gemeinde dieser Größenordnung kann aus eigener Kraft noch teure Gebäude unterhalten geschweige denn sanieren.„Die Entwicklung ist insgesamt sehr schmerzhaft für uns“, erklärt Kirchenvorstandsvorsitzende Ulrike Gapp den Verkauf des Gemeindehauses und die Umbaupläne fürs Pfarrhaus, wo Burgschwalbachs letzte Pfarrerin im Juli 2013 auszog. Die Weichen seien von der Kirchenverwaltung gestellt worden und hätten niemandem in der Gemeinde gefallen. Beim Gemeindehaus handelt es sich um eine umgebaute Fachwerkscheune aus dem 18. Jahrhundert. 1986 kam es in den Besitz der Kirchengemeinde und ist seither bis auf die Außenfassade 1998 und kleine Reparaturarbeiten noch nie saniert worden. Auf durchschnittlich rund 3000 Euro pro Jahr beliefen sich zuletzt die Unterhaltungskosten. Kirchlich genutzt wurde das Gemeindehaus nur noch vom ökumenischen Frauenkreis, den Konfirmanden und für die Sitzungen des Kirchenvorstands. Eine Sanierung wäre wie auch im Pfarrhaus in nächster Zeit unumgänglich gewesen. „Wir hätten finanziell keine Chance gehabt, beide Gebäude zu sanieren“, so Gapp. „Aber den Kopf einfach in den Sand zu stecken, hilft ja auch nicht weiter.“

    Es habe keine Alternative gegeben, sich von einem Gebäude zu trennen, damit das andere auf Dauer erhalten bleiben kann. Rückendeckung erhielten Gapp und der einstimmig hinter der Entscheidung stehende Kirchenvorstand nicht nur von Dekan Christian Dolke, sondern auch dem für die Bauverwaltung zuständigen Vertreter der EKHN-Verwaltung Joachim Bay. „Burgschwalbach ist kein Einzelfall. Es gibt zahlreiche Gemeinden in unserer Landeskirche, die sich derzeit von Gebäuden trennen müssen, um für die nächsten Jahr finanziell auf sicheren Beinen zu stehen.“ Und auf den konkreten Fall angesprochen, erklärt Bay: „Die Zuweisung für das Gemeindehaus aus Darmstadt wäre in den kommenden Jahren gekürzt worden; die für den Zuschuss ausschlaggebende Versammlungsfläche beim Erhalt beider Gebäude war schon jetzt an ihre Grenze geraten. Die Ausgaben hätten dann aus den Rücklagen gestemmt werden müssen.“ Bay war es auch, der der Gemeinde zunächst vorschlug, sich vom Pfarrhaus zu trennen, um Unterhaltungskosten zu sparen. Der Kirchenvorstand präferierte allerdings den Verkauf des entfernteren Gemeindehauses, um das gemeindeeigene Gebäude direkt neben der Kirche erhalten zu können und in ein Gemeindezentrum umzuwandeln, zumal die Nutzung des Gemeindehauses in der Vergangenheit immer mehr zurückging. „Die Nähe des Pfarrhauses zur Kirche war uns dabei wichtig“, sagt Roger Aßmann, Mitglied im Bauausschuss der Kirchengemeinde. „Hier ist die Mitte des Dorfes, hier ist das Dorfgemeinschaftshaus, hier gibt es einen Garten, hier gibt es eine Toilettenanlage für die Gottesdienstbesucher, von hier aus lassen sich Dank der Küche ein Kirchkaffee oder ähnliche Angebote viel leichter organisieren.“ Das könne auch das Gemeindeleben fördern.

    Glücklicherweise habe sich für das Gemeindehaus schnell eine Käuferin gefunden. Das sichert zumindest einen Grundstock zur Finanzierung der Sanierung. Darüber hinaus hofft die Gemeinde auf einen 65-prozentigen Zuschuss der Landeskirche sowie auf Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm.

    Architekt erarbeitet Konzept für den Umbau und künftige Nutzung

    Ein Architekt arbeitet derzeit am Konzept für den Umbau, der noch im Sommer dieses Jahres beginnen soll. Die Wohnung im ersten Stock bleibt erhalten. Im Erdgeschoss soll neben dem Pfarrbüro durch eine Neuaufteilung der Räume ein Gemeindesaal entstehen mit einem barrierefreien Zugang. Unter dem Dach wird Platz für das Kirchenarchiv geschaffen sowie Lagerraum für Gemeinde und Mieter. Für die Sanierung bleibt der Kirchenvorstand auf sich gestellt. Seit Januar 2015 besteht zwischen Burgschwalbach und Oberneisen eine pfarramtliche Verbindung. Die Stelle ist nach dem Wegzug von Stefan Fischbach vakant. „Wir hoffen aber, dass zur Einweihungsfeier auch ein neuer Pfarrer oder eine neue Pfarrerin gefunden ist“, blickt Ulrike Gapp optimistisch in die Zukunft.

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