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  • LimburgBrandschützer aus dem Bilderbuch: Zimmermann und Lorger haben Maßstäbe gesetzt

    Bei den Limburger Feuerwehren ist eine Ära zu Ende gegangen. Der langjährige Stadtbrandinspektor, Kreisausbilder und Leiter der Atemschutzübungsstrecke, Uwe Zimmermann, sowie sein ständiger Stellvertreter Peter Lorger wurden in einer Feierstunde im voll besetzten Sitzungssaal des Rathauses in den Ruhestand verabschiedet.

    Von der Verantwortung an vorderster Stelle der Feuerwehr befreit, freuen sich Uwe Zimmermann und Peter Lorger (2. und 3. von links) bei ihrer Verabschiedung durch Bürgermeister Dr. Marius Hahn (links) und den Ersten Stadtrat Michael Stanke (rechts) über die hohen Ehrenzeichen von der hessischen Landesregierung.  Foto: Dieter Fluck
    Von der Verantwortung an vorderster Stelle der Feuerwehr befreit, freuen sich Uwe Zimmermann und Peter Lorger (2. und 3. von links) bei ihrer Verabschiedung durch Bürgermeister Dr. Marius Hahn (links) und den Ersten Stadtrat Michael Stanke (rechts) über die hohen Ehrenzeichen von der hessischen Landesregierung.
    Foto: Dieter Fluck

    Bürgermeister Dr. Marius Hahn sprach von der „Übergabe des Staffelholzes mitten im Rennen“; denn Feuerwehren könnten sich keine Pausen erlauben. Ein solches Amt erfordere Einsatzbereitschaft rund um die Uhr, aber auch Toleranz und Verständnis seitens der Partnerinnen und Familien. „Sonst kann man ein solches Amt nicht ausüben“, sagte Hahn, bedankte sich bei den Frauen mit Blumen und betonte: „Wir sind dankbar für zwei so erfahrene Feuerwehrkräfte, die so lange durchgehalten haben.“ Ihnen sei hauptsächlich zu verdanken, dass Limburgs Wehren heute ein hervorragendes Team bilden.

    „Viele Bürger glauben, dass Feuerwehrmann wie auch –frau ein Beruf ist. Das ist in unserer Region nicht so; denn bis auf wenige Ausnahmen sind alle ehrenamtlich dabei“, stellte der Erste Stadtrat Michael Stanke klar, in dessen Aufgabenbereich alles fällt, was mit Feuerwehren in Limburg zu tun hat. Der ehrenamtliche Stadtbrandinspektor und sein Stellvertreter führten mehr als 250 aktive Blauröcke in acht Stadtteilen nach ganz bestimmten gesetzlich festgeschriebenen Vorgaben.

    Die Zuständigkeit umfasse neben den Bundesstraßen einen Teilbereich der A3, der ICE-Strecke wie auch der Lahn. Diese verantwortungsvolle Arbeit für in Not geratene Menschen bei Brand- und Unfalleinsätzen habe große Teile des Lebens von Uwe Zimmermann und Peter Lorger bestimmt. Ereignisse wie die Bergung von Toten und Verletzten, wie der Brand eines Bauernhofes in Dietkirchen, der einer fünfköpfige Familie das Leben kostete, seien einschneidende Erlebnisse ihrer Amtszeit gewesen.

    Zimmermann trat 1975 der Staffeler Feuerwehr bei, wurde dort 1990 Wehrführer, später stellvertretender und Wehrführer in der Kernstadt Limburg, dann 2002 Stadtbrandinspektor. „Damals ging ein tiefer Riss durch die Feuerwehren, von ‚verbrannter Erde war die Rede‘ - was nicht zuletzt in einem relativ knappen Wahlausgang zum Ausdruck kam“, blendete Stanke zurück. Heute bildeten die Wehren eine starke Einheit, Zimmermanns Wiederwahl sei zuletzt einstimmig erfolgt.

    Peter Lorger habe in Offheim schon als junger Mann Führungsverantwortung getragen und das Amt des stellvertretenden Stadtbrandinspektors zwei Jahrzehnte vorbildlich ausgeübt. Stanke und Hahn überreichten Zimmermann das vom hessischen Innenminister Peter Beuth für besondere Verdienste um den Brandschutz verliehene „Brandschutzverdienstzeichen am Bande in Silber“, das Lorger in Bronze in Empfang nahm.

    „Uwe Zimmermann und Peter Lorger haben ganz besondere Leistungen erbracht. Ihre Ämter sind nur mit schwierigen theoretischen und praktischen Prüfungen zu erreichen“, würdigte der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung die Arbeit der scheidenden Führungskräfte. Der Brandschutzdezernent des Kreises dankte ihnen für ihre Beiträge in der hochkompetenten Limburger Feuerwehr und ihre Einsätze für die Ausbildung von Feuerwehrleuten im Kreis.

    „Jährlich absolvierten 900 unserer 2.400 Aktiven unter schweren Bedingungen die von Zimmermann geleitete Atemschutz-Übungsstrecke.“ Für das Training der Kameraden in der Flammenhöhle der mobilen Simulations- und Übungsstation habe sich Zimmermann in seinem Hauptberuf sogar eine Woche Urlaub genommen. „Wir verabschieden zwei Persönlichkeiten, die repräsentieren, was Feuerwehr ist“, betonte Jung.

    „Wir verlieren Partner, die seit Jahrzehnten die ihnen gestellten Aufgaben gemeistert haben. Zimmermann hat auch die Kameraden von anderen Wehren unterstützt, Lorger gehe als Gefahrgut-Peter in den Ruhestand, weil er diese Einsätze des Öfteren geleitet habe“, dankte Kreisbrandinspektor Georg Hauch. Der Feuerwehralltag sei eine andere Welt, die den Einsatzkräften bei immer neuen Gefahren und höheren Risiken abverlange. „Jetzt sind beide frei“, so Hauch.

    Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Thomas Schmidt, sprach von „freiwilligen Hauptpersonen, die eine Herkulesaufgabe bewältigt haben“. Beide hätten den Verband auch kritisch begleitet und trügen hohe Auszeichnungen. Zimmermann sagte: „Ich bin stolz auf die Limburger Feuerwehr und habe meinen Dienst gerne gemacht.“ Lorger betonte: „Das war ein Teil meines Lebens. Wir haben uns 15 Jahre die Arbeit geteilt und effizient gearbeitet.“ Dieter Fluck

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