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  • Auftritt im Thing wird zum Heimspiel für Hanne Kah

    Limburg. Handgemachter Folk-Rock - das ist nach eigener Beschreibung die Musik von Hanne Kah. Gerade ist ihr neues Album "Hand full of secrets" erschienen. Natürlich hat sie bei ihrem Konzert im Thing viele ihrer neuen Songs vorgestellt, aber auch die "alten" nicht vernachlässigt.

    Keyboarderin Suvi Mauer, Gitarrist Patrick Jost und Hanne Kah (von links) beim umjubelten Auftritt auf der Kleinkunstbühne Thing in Limburg.  Foto: Müller
    Keyboarderin Suvi Mauer, Gitarrist Patrick Jost und Hanne Kah (von links) beim umjubelten Auftritt auf der Kleinkunstbühne Thing in Limburg.
    Foto: Müller - Andreas Müller

    Zunächst kommt Schlagzeuger Malte Schmidt alleine auf die Bühne und spielt eine Melodie auf einer Melodica. Dann stoßen Patrick Jost (akustische und E-Gitarre, Gesang), Niklas Quernheim (E-Bass, Kontrabass) und Suvi Mauer (Keyboards) dazu. Hanne Kah singt aus dem Hintergrund, folgt dann ebenfalls auf die Bühne, und gemeinsam mit Suvi Mauer sorgt sie auf Stand-Toms für effektvolle Paukenschläge zum Stück "Fury" aus dem neuen Album. "Hey, es ist ausverkauft", freut sie sich. "Schön, dass ihr alle da seid". Viele Freunde und Familienangehörige der gebürtigen Diezerin, die mittlerweile in Mainz lebt, sind ins Thing gekommen. "Nach meinem Abitur war ich 2010 in Syrien, das war noch vor dem Krieg", erzählt Hanne. Ich habe dort viele nette, warmherzige Menschen kennengelernt und finde es schockierend, was da seitdem passiert ist", berichtet sie weiter. Es ist dieser sympathischen jungen Frau ein wichtiges Bedürfnis, ihre Erfahrung dem Publikum mitzuteilen. "Ich möchte den Menschen aus Syrien hier mit der gleichen Wärme begegnen, wie ich sie in ihrem Land erfahren habe. Jeder Fremde ist für mich erst mal ein guter Mensch."Klare Ansage! Schön, dass sie das in ihrem Konzert so auf den Punkt bringt. So spielt sie denn auch ein Lied, das in der Straßenbahn in Mainz entstanden ist, nachdem sie sonnengebräunt aus Syrien zurück war und sich hier der Winter ankündigte. "Das Stück drückt meine Sehnsucht nach Syrien aus, die ich in diesem Moment empfunden habe", erzählt sie. Patrick entlockt zu dem Lied seiner Gitarre Halbtöne, die orientalisch anmuten.

    Bei "Seagulls" tauscht Niklas den E-Bass gegen den Kontrabass aus, den er sogar mit einem Bogen streicht. "Beim nächsten Stück habe ich bei einem Konzert einmal das Kapodaster anstatt auf den fünften Bund auf den vierten gesetzt. Das klang ätzend", gibt Hanne zu. In Limburg passiert ihr das nicht, und das Stück klingt einfach schön. Seit 2009 macht sie bereits mit Patrick zusammen Musik. Sie komponieren auch gemeinsam. "Das nächste Stück ist von Patrick und mir, als wir noch klein waren", kündigt sie verschmitzt an. "Wir haben es nie aufgenommen, weil etwas fehlte. Nun ist es mit dem Piano auf der CD." Sie rechnet, wie viele Jahre die beiden schon zusammen spielen. "Sieben Jahre ist ganz schön lang", meint sie, "und wir verstehen uns immer noch wie am ersten Tag". Sie sei Fan von Hermann Hesse. "Vor dem Einschlafen lese ich oft noch Gedichte von ihm", erzählt sie. Mit "My Hands", ihrem neuesten Lied, hat sie ein Hesse-Gedicht vertont. Das folgende Liebeslied wäre sehr gut ohne die mit harten Knüppeln gespielte Snare-Drum ausgekommen, und wenn doch, dann wenigstens mit weichen Filzklöppeln.

    Hanne Kah spielt mit ihrer Stimme, die unglaublich wandlungsfähig ist. Im tiefen Bereich singt sie meist kräftig, in den Höhen dann wieder sanft und weich. Für eine Rettungsaktion der Mainzer Phönix-Halle, ein altes Industriegebäude mit ganz eigenem Flair, hat sie einen Song geschrieben. "Die Halle heißt jetzt Halle 45 und es gab dort ein Release-Konzert. Da haben wir unverstärkt (sie verwendet nicht den Begriff "unplugged") vor 100 Leuten gespielt". Ihre Oma, die natürlich auch im Publikum sitzt, habe sich immer einen Rock’n’Roll von ihr gewünscht. Und als dann ihr Produzent gesagt habe, "‘Ne schnelle Nummer wäre schön", habe sie "Pieces" geschrieben. Die Ansage mit der schnellen Nummer sorgt natürlich für lautes Gelächter im Saal und Hanne merkt erst da die Doppeldeutigkeit. "Oh mein Gott, das habe ich doch immer so angesagt", meint sie. "Pieces" geht auf jeden Fall ordentlich ab.

    Mit "Jolene" von Boss Hoss und Dolly Parton hat sie dann auch ein Cover im Gepäck und das Publikum darf kräftig mitsingen. Bei "Stay" wechselt Hanne zum Piano und nach dem letzten Stück des Abends, bei dem sowohl Patrick als auch Niklas ihre Instrumente perkussiv einsetzen, will der Applaus einfach nicht enden. Hanne kommt alleine zurück auf die Bühne und sagt: "Da spiel‘ ich doch glatt noch ne Zugabe". Sie dankt ihrer Familie, die sie so gut erzogen habe und dafür sorgt, dass sie immer mit sauberen Schuhen auf die Bühne gehe. Außerdem, dass sie die Musik von Tracy Chapmann geprägt habe. Nach einem Solo begibt sie sich mit Patrick ins Publikum, und sie spielen auch in Limburg unverstärkt. Wieder auf der Bühne vereint, folgt dann als wirklich letztes Stück "The Boxer" von Simon & Garfunkel. Andreas Müller

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