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  • Wut auf Justiz: Angeklagter will "Eurasier" werden

    Diez. Ein 32-jähriger Mann aus Diez ist vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. In zehn Fällen war er nachgewiesenermaßen mit der Bahn schwarzgefahren, außerdem hatte er die Angestellte einer Diezer Tankstelle derb beleidigt. Vor Gericht hinterließ der Angeklagte einen eher merkwürdigen Eindruck: Das Plädoyer des Staatsanwalts Horst Minkler und das von diesem geforderte Strafmaß kommentierte er mit den Worten: „Wenn ich hier rauskomme, lasse ich meine Staatsbürgerschaft sofort auf Eurasier umschreiben.“

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    Diez - Ein 32-jähriger Mann aus Diez ist vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. In zehn Fällen war er nachgewiesenermaßen mit der Bahn schwarzgefahren, außerdem hatte er die Angestellte einer Diezer Tankstelle derb beleidigt. Vor Gericht hinterließ der Angeklagte einen eher merkwürdigen Eindruck: Das Plädoyer des Staatsanwalts Horst Minkler und das von diesem geforderte Strafmaß kommentierte er mit den Worten: „Wenn ich hier rauskomme, lasse ich meine Staatsbürgerschaft sofort auf Eurasier umschreiben.“

    Der 32-Jährige ist der Justiz bekannt und hat am Diezer Amtsgericht schon den einen oder anderen denkwürdigen Auftritt hingelegt, indem er unter anderem dem Amtsgerichtsdirektor Eckhard Krahn dessen Entlassung angedroht hat. Auch in der Stadt Diez ist der gelernte Bankkaufmann, der nicht mehr in seinem Beruf arbeitet, immer wieder auffällig geworden, wenn er, wie ein Polizeibeamter im Zeugenstand berichtet, schreiend durch die Wilhelmstraße läuft oder als Schattenboxer auf dem Marktplatz auftaucht. Der 41-jährige Polizist führt das unkontrolliert erscheinende Verhalten des Mannes auf dessen Betäubungsmittelkonsum zurück. Der Polizei gegenüber sei er in der Regel nicht aggressiv. „Da weiß er, mit wem er es zu tun hat“, so der Ordnungshüter.
    Weniger Respekt zeigte der Angeklagte Anfang Mai dieses Jahres, als er eine Angestellte der Shell-Tankstelle als „Fotze und Hure“ beschimpfte. Die 55-Jährige hatte ihn der Tankstelle verwiesen, nachdem das Unternehmen dem Mann wegen mehrfachen Diebstahls Hausverbot erteilt hatte.
    Der Diezer leugnete, diese Worte gebraucht zu haben, sah es vielmehr als sein gutes Recht an, sich verbal zur Wehr zu setzen, „wenn man so von der Seite angemacht wird“, wie er es ausdrückte. Er habe vielleicht „alte Zicke oder alte Schrulle“ gesagt, die anderen Worte aber nicht gebraucht. Nach Angaben der Betroffenen gibt es dafür aber Zeugen. Allerdings ist die Wortwahl auch nicht unbedingt relevant, „Tatsache ist, dass sie jemanden beleidigt und in der Ehre herabgesetzt haben, das ist strafbar“, versuchte Richter Krahn, dem Angeklagten den juristischen Hintergrund zu erläutern, stieß damit jedoch bis zum Ende auf völliges Unverständnis. „Ich habe das doch nicht grundlos getan“, äußerte der Angeklagte wiederholt.
    10 von insgesamt 48 angeklagten Schwarzfahrten – alle zwischen Limburg und Frankfurt – räumte der Angeklagte ein. Nur einer von mehreren Zugbegleitern hatte sich an den 32-Jährigen erinnern können, weil dieser bei der Bahn als notorischer Schwarzfahrer bekannt war. Bei der Strafzumessung beschränkten sich Staatsanwaltschaft und Richter Krahn schließlich auf die zehn Fälle, die der Angeklagte zugegeben hatte. Die Freiheitsstrafe von sieben Monaten wird zur Bewährung ausgesetzt, die von Minkler geforderte Auflage von 100 gemeinnützigen Arbeitsstunden verhängte das Gericht nicht. Aufgrund der besonderen Persönlichkeit des Angeklagten kann sich Eckhard Krahn nicht vorstellen, dass es eine Institution gibt, die den 32-Jährigen beschäftigen möchte. jgm

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