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  • Keine Gentechnik auf dem Futtertisch: Bio-Betrieb der Familie Singhof

    Nastätten. Kaffee, Kuchen und Katzen streicheln gehört zu den angenehmen Dingen beim Besuch Ulrike Höfkens in Nastätten. Aber nicht deswegen und "nicht, weil es romantisch klingt", setze sie sich als Grünenpolitikerin für die mittelständische Landwirtschaft ein. Zu dem Thema hat die Umwelt- und Landwirtschaftsministerin im Land einiges zu sagen auf dem Hof der Familie Singhof.

    Foto: Thorsten Stötze

    Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist auch für sie ein Kernziel. Agro-Gentechnik lehnt Höfken jedoch ab und weist darauf hin, wie die rot-grüne Regierung in Mainz diese Sparte seit 2011 gebremst habe. 30 Millionen Hektar würden weltweit für den Import von gentechnisch veränderter Soja nach Europa verwendet - besser sei es, diese Flächen für die Ernährung von Menschen zu nutzen.

    "Und die Überproduktion vermasselt unseren eigenen Bauern die Preise", warnt die Ministerin. Bei den aktuellen Milchpreisen müssten zahlreiche konventionelle Erzeuger "weit unter dem Mindestlohn" arbeiten, ist ihr klar. Es herrsche kein Wettbewerb, weil es zu wenige Abnehmer gebe. Die Erlöse für ökologisch erzeugte Milch seien hingegen hoch geblieben, es gebe insgesamt starke Zuwächse bei Bio-Betrieben.

    Bei Manfred Singhof in Nastätten ist Höfken mit solchen Nachrichten an der richtigen Adresse. Der Landwirt und Grünen-Stadtrat hat den Betrieb 2001 auf Biorichtlinien umgestellt, besitzt heute 200 Rinder und bewirtschaftet 115 Hektar Acker und 60 Hektar Grünland. "Wir können unser Futter fast komplett selbst erzeugen", erklärt er; was zugekauft wird, muss ökologischen Standards genügen.

    Auf dem Futtertisch der Kühe liegt beim Rundgang gerade Grassilage mit Getreideschrot. Weiter geht es zum modernen Melkroboter und zu Kälbern, die ihre ersten beiden Lebenswochen in "Iglus" verbringen - so nennt der Fachmann ihre kleinen Behausungen. Eine Maschinenhalle bietet danach das Forum für Höfkens Rede und die Diskussionsrunde, die Christoph Weyrath vom Grünen-Ortsverband moderiert.

    Es läuft der Landtagswahlkampf, natürlich sind Carsten Jansing und Leo Neydek mit dabei, die Direktkandidaten der Grünen im Landkreis. Zu den knapp 30 Teilnehmern gehören aber auch Bürger, die andere oder keine Parteibücher besitzen. Ulrike Höfken stellt sich ihnen nicht nur als Mainzer Ministerin vor, sondern auch als erfahrene Agraringenieurin.

    Den Zuschnitt ihres Ministeriums bewertet sie als sehr vorteilhaft, die Verbindung von Umwelt und Landwirtschaft habe Probleme lösbar gemacht, etwa beim Gewässerschutz. Zur Nitratbelastung des Grundwassers besteht noch größerer Redebedarf. Höfken wehrt sich gegen die CDU, die ökologische Landwirtschaft als "Spielwiese und Nische" darstelle, "der ein paar Verrückte frönen".

    Im intransparent geplanten Freihandelsabkommen TTIP sieht sie einen Angriff auf Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft. Andere Standards bei der Tierhaltung, Hormone in der Milch und Antibiotika in der Mast sind für sie die Gefahren. Auf Energiewende und kostenlose Bildung geht die Politikerin aus der Eifel an diesem Tag ebenfalls noch ein bei Kaffee und Kuchen in der Maschinenhalle von Bauer Singhof in Nastätten. Thorsten Stötzer

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