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  • Tragschrauber kann auch Winzer und Landwirte entlasten

    Remagen. Im Zentrum steht ein Tragschrauber. Um ihn kreist die Forschungsarbeit des Fraunhofer-Anwendungszentrums am Rhein-

    Dieser Tragschrauber steht im Zentrum der Forschungsarbeit des Fraunhofer-Anwendungszentrums in Remagen. Er könnte bald auch über Weinbergen und Äckern im Ahrkreis zum Einsatz kommen.
    Dieser Tragschrauber steht im Zentrum der Forschungsarbeit des Fraunhofer-Anwendungszentrums in Remagen. Er könnte bald auch über Weinbergen und Äckern im Ahrkreis zum Einsatz kommen.
    Foto: jl

    AhrCampus in Remagen. Aus der Vogelperspektive liefert dieses Ultraleichtflugzeug mithilfe einer speziell entwickelten Kameratechnik Übersichts- und Infrarotbilder sowie Navigationsdaten. Diese Messdaten werden in Remagen ausgewertet.

    Sie können nützlich sein für die Agrar-, Forst- und Gewässerwirtschaft sowie für den Weinbau. Durch die Auswertung der Daten kann gezielter gedüngt oder es können Schädlinge besser ausgemacht werden. Die Effizienz auf dem Acker oder im Weinberg kann so gesteigert werden.

    Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums am RheinAhrCampus ist Prof. Jens Bongartz. Er hat mit Landwirten und Winzern im Ahrkreis bereits erste Gespräche für mögliche Kameraflüge geführt - mit Weinbaupräsident Hubert Pauly und Ursula Krupp, Geschäftsführerin des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau (Kreisverband Ahrweiler). Bongartz: "Wein ist ein hochpreisiges Produkt. Es kann interessant sein, wenn die Effizienz steigt." Klar ist: Für Winzer und Landwirte müssen sich die Flugkosten des Tragschraubers rentieren. Bongartz weiß: "Wir brauchen natürlich Partner, die eine gewisse Offenheit mitbringen." Mit seinen Flügen kann der Tragschrauber auch Versorgungstrassen und Überlandleitungen überwachen.

    In der Zentrale in München ist die Forschungsarbeit so gut angekommen, dass der Vertrag nun um zwei Jahre verlängert wurde. Gesteuert wird der Tragschrauber von einem Piloten. Er kann mit seiner Maschine bis zu fünf Stunden in der Luft bleiben und so eine Fläche von bis zu 10 000 Hektar (100 Quadratkilometer) überfliegen. Pro Stunde kostet ein Flug mit dem Tragschrauber rund 200 Euro. Die Flughöhe beträgt bis zu 1500 Meter.

    Derzeit sind zwei Mitarbeiter von Bongartz in Südafrika unterwegs, um das Kamerasystem weiter zu optimieren. Sind Landwirtschaftsflächen in Deutschland oft 50 Hektar groß, sind es in Südafrika schon mal 20 000 Hektar. Für die dortigen Farmer lohnt sich ein Überflug mit dem Tragschrauber daher eher.

    Dennoch: In 300 Meter Höhe ist der Tragschrauber bereits 2013 den damaligen Fichtenriegel im Rahmen des Naturschutzprojekts Obere Ahr-Hocheifel abgeflogen. Aus 25 Einzelbildern ist so eine komplexe Übersichtsaufnahme entstanden, die die Fläche vor und nach der Rodung zeigt.

    Die Kameratechnik ist dabei so konstruiert, dass sie auch an andere Ultraleichtflugzeuge wie Trikes angedockt, also unabhängig vom Tragschrauber des RheinAhrCampus eingesetzt werden kann. Bongartz: "Der Vorteil ist, dass von der Konstruktion bis zum Flug alles in einer Hand in Remagen liegt."

    In Kambodscha sind die Forscher aus der Römerstadt im November im Einsatz. Mit Hilfsorganisationen vor Ort erarbeiten sie ein kostengünstiges, schnelles und vor allem sichereres Verfahren zum Aufspüren von Landminen (wir berichteten). Die Sprengstoffe, die die Minen im Lauf der Zeit abgeben, werden von Pflanzen aufgenommen, was so zu einem veränderten Reflexionsverhalten des Sonnenlichts führt. Infrarotkameras können diese Veränderung einfangen.

    In Bad Neuenahr will Bongartz mit dem Tragschrauber noch in diesem Jahr den Bau der Umgehungsstraße zur B 266 fotografieren und so den Baufortschritt dokumentieren. Für den RheinAhrCampus sieht er den Vorteil, dass die Hochschule durch das Tragschrauberprojekt im Konkurrenzkampf der Hochschulen interessanter werde. Und dass Studenten im Fraunhofer-Institut in Wachtberg einen potenziellen Arbeitsplatz haben. Einigen ist der Wechsel dahin bereits gelungen.

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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