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  • RZ-Adventskalender: Die Redaktion öffnet sonst verschlossene Türen

    Kreis Ahrweiler. Schokolade finden Sie in unserem RZ-Adventskalender nicht, aber jeden Tag einen spannenden Einblick. Heute geht es ins Innere der Ahrtalbrücke.

    Heute ist der 1. Dezember. Zumindest für Kinder ein großer Tag: Das erste Türchen im Adventskalender darf geöffnet werden. Fortan gibt es jeden Morgen schon gleich nach dem Aufstehen eine kleine süße Überraschung in Form von Schokolade. Und das bis zum Heiligabend.

    Mit Schokolade zum Frühstück kann die RZ-Redaktion Ihnen leider nicht dienen. Aber ein Türchen aufmachen, hinter dem sich vielleicht eine Überraschung verbirgt, wollen wir schon mit unserem RZ-Adventskalender. Bis zum Heiligabend wollen wir ein Türchen aufmachen zu verborgenen Orten und Schätzen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt. Zum Auftakt nehmen wir Sie mit ins Innere der Ahrtalbrücke:

    Eine dunkle Betonröhre, die sich scheinbar bis ins Nirgendwo erstreckt, und ein krachendes Bum Bum Bum, das die Trommelfelle zum Erzittern bringt: der erste Eindruck im Innern der Ahrtalbrücke.
    Eine dunkle Betonröhre, die sich scheinbar bis ins Nirgendwo erstreckt, und ein krachendes Bum Bum Bum, das die Trommelfelle zum Erzittern bringt: der erste Eindruck im Innern der Ahrtalbrücke.
    Foto: Hans-Jürgen Vollrath

    Eine dunkle Betonröhre, die sich scheinbar bis ins Nirgendwo erstreckt und ein krachendes Bum Bum Bum, das die Trommelfelle zum Erzittern bringt: Das sind die ersten, fast Angst einflößenden Eindrücke, wenn man sich im südlichen Widerlager der Ahrtalbrücke durch den engen Einstieg gezwängt hat und im inneren Trog der 1522 Meter langen Autobahnbrücke steht - direkt unter der Fahrbahn.

    Der erste Eindruck ist gewaltig. Nichtmal eine einzige Fledermaus fliegt herum oder sitzt an der Decke, nur vier bis fünfeinhalb Meterhohe und sieben Meter breite Leere und drum herum jede Menge Stahlbeton. Lediglich links oben in der Ecke verläuft ein Rohr. "Zum Ableiten des Regenwassers, das auf die Fahrbahn fällt", erklärt Bautechniker Holger Zepp von der Autobahnmeisterei Mendig. Schwache Lampen geben etwas Licht.

    Die Ahrtalbrücke - genau genommen stimmt das nicht, denn es sind vier unabhängige Brücken, die von 1973 bis 1976 für 55 Millionen Mark gebaut, wurden. Die beiden Fahrbahnenverlaufen getrennt voneinander und genau in der Mitte des Ahrtals sind die Fahrbahnen in der Längsachse ebenfalls getrennt. Hier ist eine etwa 70 Zentimeter breite Fuge, die durch eine Überbrückungskonstruktion zum Auffangen der Dehnung dient. Mit einem gewaltigen Donnern scheppern besonders die Lkw darüber hinweg.

    Der höchste, rund 50 Meter hohe Pfeiler, etwa in Talmitte, hat direkt unter dem Fahrbahntrog einen Ausstieg mit einer außen liegenden Stahlkonstruktion. Über steile Leitern geht es raus an die frische Luft. Die Aussicht bei Sonnenschein ist herrlich, aber die Höhe nichts für schwache Nerven. 
    Der höchste, rund 50 Meter hohe Pfeiler, etwa in Talmitte, hat direkt unter dem Fahrbahntrog einen Ausstieg mit einer außen liegenden Stahlkonstruktion. Über steile Leitern geht es raus an die frische Luft. Die Aussicht bei Sonnenschein ist herrlich, aber die Höhe nichts für schwache Nerven. 
    Foto: Hans-Jürgen Vollrath

    21 Pfeiler halten die ganze Konstruktion stabil. Doch nicht alle stehen im selben Abstand. 53 und 70 Meter liegen zwischen ihnen, zwei Mal sogar 106 Meter. Von außen ist das gar nicht so abzuschätzen. Der höchste, rund 50 Meter hohe Pfeiler, etwa in Talmitte, hat direkt unter dem Fahrbahntrog einen Ausstieg mit einer außen liegenden Stahlkonstruktion. Über steile Leitern geht es raus an die frische Luft. Die Aussicht bei Sonnenschein ist herrlich, aber die Höhe nichts für schwache Nerven, denn die durchsichtigen Bodengitter geben das Gefühl, durch die Luft zu schweben.

    Heimersheim, Heppingen, Bad Neuenahr, Apollinaris und das Berufsbildungszentrum liegen ganz weit unten und über den Autobahnzubringer im Tal flitzen die Autos. Außen am Trog könnte man jetzt noch einige Meter höher steigen. Für Holger Zepp und seine Männer kein Problem, aber eben nur für sie. Für den Normalbesucher endet das Zittern in den Knien erst, wenn man wieder im Dunkeln, aber sicheren Trog ist. Über den Pfeilern sind die Tröge, um die Festigkeit zu erhöhen, durch Zwischenwände mit großen Durchstiegen nochmals verstärkt. Jedes Wort hallt von den Wänden zurück und natürlich auch die Fahrgeräusche, die von oben, von der Fahrbahn kommen.

    Mehr als 80 000 Fahrzeuge, darunter etwa 25 000 Lkw passieren täglich die Brücke, die sich in kühnem Schwung über das Ahrtal erstreckt. In regelmäßigen Abständen müssen die Männer der Autobahnmeisterei zur Kontrolle den langen Weg durch die Brücke machen, denn es ist kein Bau für die Ewigkeit. 100 Jahre soll sie als längste Autobahnbrücke in Rheinland-Pfalz halten. Aber die wird sie nur dann, wenn sie gründlich und regelmäßig gepflegt wird.

    Von unserem Mitarbeiter Jochen Tarrach

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