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    Bad BreisigRömerthermen: 4 Millionen für neue Technik

    Rund 4 Millionen Euro will die Stadt Bad Breisig in die Hand nehmen, um ihre Römerthermen zukunftsfähig zu machen und sie so auf lange Sicht als Besuchermagnet und wichtigen Bestandteil der Infrastruktur zu erhalten.

    Rund 100 Bad Breisiger kamen zur Infoveranstaltung in Sachen Sanierung der Römertherme. Rund 4 Millionen Euro will die Stadt dafür investieren.
    Rund 100 Bad Breisiger kamen zur Infoveranstaltung in Sachen Sanierung der Römertherme. Rund 4 Millionen Euro will die Stadt dafür investieren.
    Foto: Vollrath

    Vor allem die Technik des Anfang der 90er-Jahre eröffneten Bades ist veraltet. Das wurde bei der Einwohnerversammlung im Jugend- und Kulturbahnhof deutlich, wo Planer, die vom Stadtrat mit der Untersuchung des Zustands betraut sind, Rede und Antwort standen.

    "Wir sind bereit, die erschreckend hohen Kosten zu schultern, weil wir überzeugt sind, dass es sich für die Stadt rechnet", betonte Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch. Unterstützung in Höhe von 1 Million Euro soll es vom Land als zugesagtes Pilotprojekt als Teil des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geben, wie Michael Münch von der Technischen Hochschule Bingen in Aussicht stellte. "Die Thermen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Tourismus, sodass dies eine große Chance auf die maximale Förderung in Höhe von circa 1 Million Euro ist." Die ehemalige Wirtschaftsministerin Eveline Lemke habe sich starkgemacht. Münch stellte die Technik vor, mit der das 32 Grad warme Thermalwasser des Geyr-Sprudels für die Wärmegewinnung genutzt werden soll. Eine drastische Senkung der Energiekosten sei absehbar. Zahlen wollte er noch nicht nennen, weil die noch nicht gegengerechnet sind. 2014 betrugen die Energiekosten des Bades laut Münch 430 000 Euro.

    Die Phase der Vorplanung soll bis zum nächsten Frühjahr abgeschlossen sein, im Sommer 2017 die Vergabe erfolgen, und im Herbst würden die Arbeiten beginnen. Geplant ist, das Bad ab Oktober 2017 bis März 2018 für die Sanierung zu schließen. "Dies bringt für die Stadt 2017 einen voraussichtlichen Verlustbetrag in Höhe von 498 000 Euro und im Jahr 2018 einen Verlust von 673 000 Euro mit sich, den sie gänzlich aus dem eigenen Haushalt zu bestreiten hat", rechnete Toni Haas, der mit Wirtschaftsförderer Gerhard Oelsberg noch die Geschäftsführung der Thermen innehat, vor. Im sechsmonatigen Sanierungszeitraum soll auch das Innenbecken erneuert werden, das, wie Ingenieur Stefan Kraus vor Augen führte, ebenfalls marode ist. Kostenschätzung: 500 000 Euro. Wie Haas auflistete, werden 2,7 Millionen Euro in die Erneuerung der Heizungs- und Lüftungstechnik und in die Wärmeerzeugung über das Thermalwasser des Geyr-Sprudels investiert werden. 40 000 Euro soll die neue Elektronikanlage kosten, 100 000 Euro sollen in den Brandschutz investiert werden, und nochmals 100 000 Euro sind als Nebenkosten kalkuliert.

    Die Heizungs- und Lüftungsanlage soll nach Einschätzung von Johannes Bott von der Firma HTP in Ettringen sinnvollerweise aus dem Keller der Thermen in den Außenbereich verlegt werden, um sie so von der Wassertechnik und ihren aggressiven Chlorgasen abzukoppeln. Angeregt wurde seitens der Bürger, die Wärmegewinnung auch für angrenzende öffentliche Gebäude wie Schulen und Kindergärten nutzbar zu machen. Noch nicht berücksichtigt bei der Sanierung wurde die Wassertechnik. "Wenn Sie hier nichts machen, werden Sie Ihre Römerthermen in absehbarer Zeit schließen müssen", befand Marco Knorr von der MAT Andernach. Sukzessive soll die Situation verbessert werden, die ganz große und mit 1,7 Millionen Euro veranschlagte Sanierung hat aber noch rund zehn Jahre Zeit, so Geschäftsführer Haas. Für die Erneuerung von Pumpen sind bereits 100 000 Euro in den Nachtragshaushalt Ende 2015 eingestellt worden.

    Der politische Wille, die Thermen zu erhalten, ist gegeben. "Die Römerthermen sind für Bad Breisig von großer Bedeutung", befand einmal mehr Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch. Ein bereits in Auftrag gegebenes Gutachten soll das mit Zahlen und Fakten belegen. "Warum machen Sie ein Gutachten, wenn Sie ohnehin sanieren wollen?", so eine kritische Stimme aus der Zuhörerschaft. Kritik gab es auch an den erhöhten Eintrittspreisen. Das Bad sei bereits merklich leerer geworden, wollen einige Bürger festgestellt haben. "Im Augenblick sehen die wirtschaftlichen Zahlen aber noch gut aus, und im Vergleich mit benachbarten Thermen liegen wir preislich eher im Mittelfeld", hielt die Bürgermeisterin dagegen.

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

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