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  • Problem für Waldbesitzer: Staat bei Holzvermarktung künftig außen vor

    Dümpelfeld. Die Holzvermarktung wird für Waldbesitzer im Ahrkreis schwieriger. Diese Erkenntnis nahmen Besucher der Jahresversammlung des Waldbauvereins Ahrweiler in Dümpelfeld mit nach Hause.

    Rund 51 Prozent der Kreisfläche sind mit Wald bedeckt. Der Waldbauverein Ahrweiler vertritt die privaten Waldbesitzer.
    Rund 51 Prozent der Kreisfläche sind mit Wald bedeckt. Der Waldbauverein Ahrweiler vertritt die privaten Waldbesitzer.
    Foto: Vollrath

    Von unserem Mitarbeiter Horst Bach

    Der Wald bleibt interessant, und Holz ist weiterhin ein gefragter Rohstoff. Veränderungen befürchten die Waldbesitzer jedoch beim Thema Bewirtschaftung kommunaler Wälder durch die staatlichen Forstämter. Das wurde bei der mit rund 60 Teilnehmern nur mäßig besuchten Jahresversammlung des Waldbauvereins Ahrweiler am Samstagnachmittag im Gemeindehaus Dünalü in Dümpelfeld deutlich. Die Holzmobilisierung habe sich etabliert und sei zu einem festen und zentralen Tätigkeitsbereich des Waldbauverein Ahrweiler geworden, erläuterte der Vorsitzende Albrecht Freiherr von Boeselager. Zumal im vergangenen Jahr knapp 7500 Festmeter Holz über den Verein vermarktet worden seien.

    Allerdings könnten sich auf diesem Gebiet im Land wesentliche Veränderungen ergeben. "Die Kartellbehörden haben sich als noch rigoroser als befürchtet erwiesen. Die Bewirtschaftung kommunaler Wälder durch die staatlichen Forstämter wird wohl aufgegeben werden müssen", erklärte Freiherr von Boeselager. Die Holzvermarktung durch die staatlichen Forstämter werde zumindest für größere forstliche Zusammenschlüsse künftig nicht mehr möglich sein. Dies bedeute für die Waldbewirtschaftung in Rheinland-Pfalz einen erheblichen Einschnitt. "Der Vorstand des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit den Konsequenzen und möglichen Lösungen befasst", kündigte der Vorsitzende des Waldbauvereins Ahrweiler an.

    Bei durchgehend guten und stabilen Holzpreisen habe der Waldbauverein 2015 den Bewirtschaftungsblock Wershofen fertigstellen können, hob Geschäftsführer Bernd Schiffarth heraus. Hinzu gekommen seien die Durchforstungsblöcke im Privatwald der Gemeinden Lind und Kesseling. Der Nettodurchschnittserlös je Festmeter für die Waldbesitzer sei gegenüber dem Vorjahr um zwölf Euro auf 34 Euro gesunken", rechnete Schiffarth vor. Der Gesamtverkaufserlös aus der selbstständigen Vermarktung betrug rund 259 000 Euro.

    Die forstliche Förderung habe 2015 stagniert, beklagte Schiffarth. "Wir haben aus diesem Grund keinerlei Förderbeiträge beantragen oder abrufen können. Auch die Förderrichtlinien für die Jahre 2014 bis 2020 sehen nur noch wenige Förderbereiche vor", sagte Schiffarth. Allerdings gebe es eine neue Möglichkeit, Zuwendungen für den forstlichen Zusammenschluss direkt zu beantragen. "Dies haben wir getan und warten nun auf die Auszahlung des Geldes", betonte der Geschäftsführer. Ein Vorteil sei, dass dadurch die Mitgliedsbeiträge im Waldbauverein Ahrweiler weiterhin stabil gehalten werden könnten.

    "Eine nachhaltige Forstwirtschaft liefert verlässlich den Rohstoff für eine Wertschöpfung, die viele Arbeitsplätze sichert. Aufgrund dieser vielfältigen und wichtigen Funktionen des Waldes, muss es unser gemeinsames Ziel sein, ihn in gutem Zustand zu bewahren", unterstrich der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies in seinem Grußwort. Der Waldbauverein setze sich in herausragender Weise für die Belange der privaten Waldbesitzer zum Wohl des Waldes und zum Erhalt einer artenreichen und vielseitigen Landschaft in unserer Region ein.

    "Wir privaten Waldbesitzer bekennen uns zu den drei Säulen der Nachhaltigkeit. Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Soziales. Wir wollen mit unserem Wald Geld verdienen und ihn pflegen, um ihn für die nächste Generation zu erhalten und auch zu verbessern, wie es die Generationen vor uns getan haben", versicherte Freiherr von Boeselager. Klar sei indes, dass die Dienstleistungen der Forstverwaltung für den Privatwald erheblich teurer geworden seien. Die Stundensätze seien um 25 bis 50 Prozent gestiegen. Im nächsten Jahr würden zudem nicht mehr der ermäßigte, sondern der volle Mehrwertsteuersatz auf diese Dienstleistungen berechnet werden. Dies werde mutmaßlich dazu beitragen, die Beziehung zwischen Privatwald und den staatlichen Forstämtern zu lockern, "da private Anbieter auf dem Markt möglicherweise bald konkurrenzfähig werden", berichtete der Vorsitzende.

    Sorgen bereitet weiterhin der hohe Wildbestand. "Es ist mir unverständlich, mit welcher Blauäugigkeit schwere langfristige Umweltschäden neben den hohen Vermögensverlusten dadurch in Kauf genommen werden", ärgerte sich von Boeselager. Es sei zu wünschen, dass es mit der Waldflurbereinigung etwas schneller vorangehe.

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    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Chef v. Dienst

     

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