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    Koblenz/DernauPädophilen-Prozess: Vom Onkel zum Sex angeboten

    Seit Ende September stehen vor dem Koblenzer Landgericht ein Luxemburger und ein Mann aus dem Kreis Ahrweiler vor Gericht: Sie haben drei kleine Jungen entführt und missbraucht.

    Symbolbild.
    Symbolbild.
    Foto: Uwe Zucchi/dpa

    Sie lernten sich im Internet kennen, teilten pädophile Fantasien: Dann bot ein Luxemburger (28) seiner Chatbekanntschaft aus dem Kreis Ahrweiler (23) die eigenen Neffen (4, 6, 10) zum Sex an- und sitzt wegen Kindesentziehung auf der Anklagebank. Der 23-Jährige soll dem Luxemburger nach dem Leben getrachtet haben. Tatvorwurf: Versuchter Mord. Vor Gericht sprach jetzt die Mutter der drei Jungen.

    Angstzustände und Panikattacken - davon seien ihre Söhne in Folge der Entführung gezeichnet. Ihr Bruder (28) hatte die Kinder im März entführt, um sie seiner Chatbekanntschaft (23) in einem Wald nahe Dernau als Sexspielzeuge anzubieten. Die drei Jungen wurden von dem Mann aus dem Kreis gefesselt und geknebelt, mussten ihre Hosen runterlassen. Laut Anklageschrift hatte der 23-Jährige einen Plan: Der Onkel der Kinder sollte sich mit einer CO2-Waffe selbst töten, damit der Jüngere die Kinder mitnehmen und an einen Abnehmer in die Schweiz verkaufen könne. Der Luxemburger hielt die Waffe an den Kopf, schoss - und blieb verletzt, aber lebendig zurück. Sein Gegenüber türmte. All' das gestanden die Angeklagten selbst.

    Die beiden Männer hatten dem Gericht in ihren Einlassungen beim Prozessauftakt und Anfang November - scheinbar völlig emotionslos - von ihren Taten erzählt. Am Freitagmorgen sprach zum ersten Mal die Mutter der entführten Kinder. Unter dem Vorwand, zu McDonald‘s fahren zu wollen, lockte ihr Bruder seine Neffen ins Auto. Als das Fehlen der Kinder aufgefallen sei, verständigten die Eltern die Polizei. Die Ermittler hätten sie zuerst beschwichtigen wollen - die drei Jungen seien schließlich mit ihrem Onkel unterwegs. Auf Drängen der Mutter leiteten sie dann aber die Suchaktion ein.

    Auch acht Monate nach der Tat sitzen die Schrecken der Entführung tief. Ihr Jüngster (4) habe inzwischen Angst, zum Arzt zu gehen, so die Zeugin- der Deutsche hatte sich den Kindern gegenüber als "Privatarzt" ausgegeben. Der Junge befürchte, auch bei Routineuntersuchungen wieder die Hosen ausziehen zu müssen und einen Knebel in den Mund zu bekommen. Am schlimmsten kämpfe nach Angaben der Mutter ihr Ältester mit den Erinnerungen an die Geschehnisse: Er mache sich Vorwürfe, seine Geschwister nicht beschützt zu haben.

    Wie reagierten die beiden Angeklagten auf die Schilderungen der Mutter? Keiner der Männer zeigte eine Reaktion, beide lauschten mit versteinerten Mienen, was die Zeugin von dem Leid ihrer Kinder berichtete. "So etwas habe ich auch noch nicht erlebt", erklärte der Verteidiger des 23-Jährigen, Rechtsanwalt Markus Herzog, im Gespräch mit unserer Zeitung.

    Der Prozess wird am 2. Dezember fortgesetzt.

    Von unserer Mitarbeiterin Julia Fourate

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