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    Mordfall des Dernauers Hofmann: Angeklagter suchte Opfer völlig willkürlich aus

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    Es sagte ein 47-jähriger Kripo-Beamter aus Mayen aus. Er hatte den mutmaßlichen Doppelmörder Alfred Y. noch am Tag seiner Festnahme vernommen. Und Y. gestand den Mord an dem Dernauer Familienvater noch im Auto sitzend, als er nach seiner Festnahme am 13. März 2011 von der JVA Bielefeld zum Bonner Polizeipräsidium zum Verhör gebracht wurde.

    Y. hielt es am zweiten Prozesstag wie beim Auftakt am Dienstag: Er machte keine Aussagen, saß die meiste Zeit fast regungslos, sein Kopf aber zuckte unaufhörlich vor sich hin. Das Gesicht hatte Y. von den 15 Zuschauern im großen Schwurgerichtssaal abgewandt, den Blick starr vor sich hin gesenkt, die Augen fast geschlossen. Als die Sprache aber auf seinen Sohn kam, da wurde der 57-Jährige emotional: Er weinte. Sofort verbarg er das Gesicht in seinen Händen, wischte sich die Tränen mit den Händen aus den Augen, schnäuzte in sein Taschentuch - und erstarrte wieder.

    Gegenüber der Kripo hatte Y. direkt nach seiner Festnahme am Nachmittag des 13. März 2011 ausgesagt, dass er Geld gebraucht habe. Damit wollte er seinen Sohn unterstützen, den seine japanische Ehefrau angeblich ins Kinderheim stecken und ihm zugleich das Sorgerecht entziehen wollte; dies habe sie ihm in mehreren Anwaltsschreiben mitgeteilt. Allerdings fanden die Ermittler später heraus, dass Y. seit Jahren keinen Kontakt mehr zu besagtem Sohn hatte.

    Doch Y., der noch eine knapp vierjährige Haftstrafe wegen Versicherungsbetrugs abzusitzen hatte, brauchte Geld. Auf einem USB-Stick hatte er unter dem Dateinamen "Mission 2011" zuvor zwar mehrere mögliche Ziele ausgemacht - darunter Banken, Juweliere und Waffengeschäfte.

    Doch seine Raubzüge in Bonn, die für den 42-jährigen Verkäufer eines Matratzengeschäfts in Belderberg und den Dernauer Hofmann tödlich endeten, hatte er nicht geplant. Bis zur Mittagszeit hatte er jeweils eine stattliche Menge Alkohol getrunken - beim ersten Mord rund zweieinhalb Liter Bier, dann sechs kleine Schnapsfläschchen. Erst danach suchte er sich seine Opfer völlig willkürlich aus.

    Den Ennert-Parkplatz in Bonn-Pützchen hatte er laut dem Mayener Kripo-Beamten zunächst eine zeitlang beobachtet. Doch die Jogger und Wanderer stiegen zu schnell aus und in ihre Autos, als dass er sie hätte überfallen können. Doch dann kam der 49-jährige Dernauer in seinem Audi-Geländewagen. Der hielt an, las und aß offenbar etwas, gab Y. genug Zeit sich zu nähern und aus kürzester Entfernung zu schießen. Der Schuss habe sich "einfach so gelöst. Ich wollte ihn nicht töten", sagte Y. der Kripo. Wie bei der Tat drei Wochen zuvor in Belderberg.

    In der Zeit zwischen den Morden wohnte Y. in einer Bonner Pension. Er ging morgens raus, kam abends wieder, lief völlig planlos durch die Gegend. Was er den ganzen Tag so trieb, konnte er der Polizei später nicht mehr erklären. Die Waffe aber trug er stets bei sich - geladen und in einer Umhängetasche ganz dicht an seinem massigen Körper.

    Von unserem Redakteur Jan Lindner

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