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  • Maroder Bahnzaun in Oberwinter: Lebensgefahr für Kinder

    Oberwinter - Wenn Wolfgang Stein aus dem Küchenfenster schaut, hat er nicht selten ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Vor allem dann, wenn Kinder und Jugendliche auf der Straße spielen. Denn von seinem Haus Am Hahnsberg in Oberwinter aus sind es nur wenige Meter bis zur viel befahrenen Strecke der Deutschen Bahn. Abgetrennt durch einen Zaun, der seit mehr als einem Jahr vor sich hin rottet, niedergedrückt und kaum erkennbar ist und somit keinen wirksamen Schutz darstellt. "Ich habe schon mehrfach an die Bahn geschrieben. Weder habe ich eine Antwort bekommen, noch hat sich im letzten halben Jahr etwas verändert", erklärt der 63-Jährige im Gespräch mit der Rhein-Zeitung.

    Foto: picture alliance / dpa

    Der Vater einer erwachsenen Tochter und stolze Opa von Enkel Julian hat lange gewartet mit dem Schritt in die Öffentlichkeit. Aufgrund der Dringlichkeit und auch der anhaltenden Bewegungslosigkeit der Bahn hat er dann aber doch seine Meinung geändert: "Ich könnte es mir nie verzeihen, wenn tatsächlich einmal etwas passiert und ich nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hätte", begründet Wolfgang Stein seine Entscheidung. Denn schließlich sieht er ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial im funktionslosen Zaun: Kinder gelangen ohne Widerstand auf den Bahndamm; allzu groß ist aber auch die Verlockung, eine vermeintliche, wenn auch lebensgefährliche, Abkürzung zu nehmen.

    Für Wolfgang Stein stellt der marode und niedergedrückte Zaun am Bahndamm in Oberwinter keinen effektiven Schutz dar. Die Deutsche Bahn hat nach langem Ringen und Warten endlich einen Ersatz in Aussicht gestellt.
    Für Wolfgang Stein stellt der marode und niedergedrückte Zaun am Bahndamm in Oberwinter keinen effektiven Schutz dar. Die Deutsche Bahn hat nach langem Ringen und Warten endlich einen Ersatz in Aussicht gestellt.
    Foto: Andreas Wetzlar

    Bereits im Herbst des vergangenen Jahres hatte Wolfgang Stein die erste E-Mail an die Deutsche Bahn geschickt: Keine Reaktion. Auch auf die Schreiben vom Januar und Februar gab es keine Antwort. Sein Eindruck: "Bei den Großkonzernen gibt es heute keine direkten Ansprechpartner mehr. Alles läuft über E-Mail oder ein Call-Center. Da wundert es nicht, dass sich kaum ein Mitarbeiter verantwortlich fühlt". Seine Ausdauer möchte Wolfgang Stein daher auch als ein kleines Zeichen gegen die Gleichgültigkeit verstanden wissen. Sein nächster Schritt wäre daher auch ein Schreiben an den Bürgerbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz gewesen.

    Die Rhein-Zeitung hat ebenfalls den Kontakt zur Deutschen Bahn, genauer zur Unternehmenskommunikation in Frankfurt, gesucht, um auf die Problematik hinzuweisen. Und siehe da, kaum einen Tag später wurden entlang des Zaunes gleich mehrere Arbeiter in orangen Warnwesten gesichtet, die sich persönlich einen Eindruck vom maroden Zaun verschafften. Und dann sogar, fast schon ein wenig erschreckend schnell, der Rückruf aus Frankfurt: "Wir haben den Ernst der Situation erkannt und werden noch in diesem Jahr einen neuen Zaun errichten", versichert ein Unternehmenssprecher. Wann genau dies geschehen soll, konnte zwar nicht gesagt werden. Man sei aber um eine schnelle Abarbeitung des Falls bemüht. Geht doch!

    Verena Plenz, die Tochter von Wolfgang Stein, hat sogar noch einen passenden Vorschlag für die Deutsche Bahn parat. "Wenn schon am Zaun gearbeitet wird, könnte eigentlich doch auch noch einmal über einen "legalen" Übergang am stillgelegten Gleis am Bahnhof nachgedacht werden. Damit würde die Bahn sicher einige Pluspunkte bei den vielen Pendlern hier im Ort sammeln. Vor allem bei jenen, die von der Rheinhöhe kommen".

    Wolfgang Stein wird auf jeden Fall auch weiterhin aufmerksam aus seinem Küchenfenster schauen. Zum einen aus genannter Sorge um die spielenden Kinder auf der Straße. Wohl aber auch, um den Moment nicht zu verpassen, an dem die Bahn ihr Versprechen einlöst und den Zaun am Hahnsberg endlich wieder in Ordnung bringt.

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    Nina Borowski

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