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    KempenichKreis Ahrweiler: Hoher Rotwildbestand bereitet Sorgen

    Zum zweiten Mal unter sich waren bei der traditionellen Rotwildlehrschau in der Kempenicher Leyberghalle die Mitglieder des Rotwildrings Ahrweiler. Die Rotwildhegegemeinschaften des ehemaligen Kreises Mayen haben bekanntlich ihr Mitwirken aufgekündigt.

    Joachim Polch (links), Ralf Mocken und Friedrich Kahle (3. und 4. von links) mit den Repräsentanten der Trophäen, die mit Medaillen bedacht wurden.
    Joachim Polch (links), Ralf Mocken und Friedrich Kahle (3. und 4. von links) mit den Repräsentanten der Trophäen, die mit Medaillen bedacht wurden.
    Foto: Hans-Josef Schneider

    Von unserem Mitarbeiter Hans-Josef Schneider

    Besonders war die Versammlung auch für Kreisjagdmeister Joachim Polch. Der will am 15. April in Dernau nicht mehr für das Amt kandidieren, befand sich quasi auf Abschiedstournee in Kempenich. Vor den 200 Jägern in Kempenich würdigte Rotwildchef Ralf Mocken die Verdienste von Polch, der als Mittler zwischen Kreis und Jägerschaft eine nicht immer leichte Aufgabe zu bewältigen hatte. Mocken warb für Polchs Stellvertreter Stefan Schuck, ihm die Stimme bei der Wahl in Dernau zu geben.

    Wieder ein gutes Händchen bewiesen die Männer um Mocken bei der Auswahl des Gastreferenten. Marcus Moller-Racke, seit vielen Jahren Vorsitzender der Rotwildhegegemeinschaft (RHG) Binger Wald, beleuchtete das Geschlechterverhältnis und die Altersstruktur des Rotwilds im Kreis Ahrweiler und stieß mit seinen kritischen Ausführungen nicht immer auf Begeisterung bei seinen Zuhörern.

    "In den letzten 36 Jahren gab es eindeutig zu wenig reife Hirsche, dafür aber einen markanten Überhang an weiblichem Wild. Daher möchte ich die Bereitschaft wecken, das Wild anders zu bejagen", so Moller-Racke. Drei Empfehlungen gab er den Jägern mit auf den Weg, wie man zu mehr reifen Hirsche kommt. Oder anders ausgedrückt: Wie man bei Altersstruktur und Geschlechterverhältnis wieder zur Normalität zurückkehren kann.

    Austausch über Rotwilddichte

    Zum Einen müsste mehr weibliches Rotwild erlegt werden.Zum Zweiten soll erreicht werden, dass mehr Hirschkälber geboren werden und drittens müsste die Bejagung von Spießern ausgesetzt oder zumindest halbiert werden. "Mehr Junghirsche müssen die Chance bekommen, zu überleben", forderte der Referent. Dem konnte sich Mocken, der seit 1998 im Revier Herschbach jagt, nur anschließen: "Diese Strategie verfolge ich schon lange. Wir sollten uns an die eigene Nase fassen und im kommenden Jahr die Forderung umsetzen, 50 Prozent der Spießer zu schonen."

    Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch wies in seinem Grußwort auf die hohe Rotwilddichte im Kreis hin. "Die nach wie vor hohen Abschusszahlen belegen, dass die Jäger sich um eine Reduzierung bemühen. Bei der Abschussplanung muss eine Lösung gefunden werden, die den Ansprüchen auf eine vernünftige Waldbewirtschaftung und der Sicherung des Wildbestandes gerecht wird. Dabei ist es wichtig, dass neben den jagdlichen Maßnahmen auch die Lebensraumverhältnisse des Rotwilds verbessert werden." Und das am besten revierübergreifend. Daher die Empfehlung: In den Bewirtschaftungsbezirk eintreten und Mitglied einer Hegegemeinschaft werden. Derzeit gibt es zwei davon: Hohe Acht-Kesseling und Barweiler-Aremberg.

    Auch Mocken zollte den Jagdausübungsberechtigten größten Respekt für ihre Anstrengungen, das Abschusssoll zu erfüllen. Und dies vor allem wegen der Probleme mit der üppigen Mast und des milden Winters. Besonders am Herzen liegt dem Vorsitzenden die Anpassung des Bewirtschaftungsgebietes. "Anträge auf Aufnahme in das Bewirtschaftungsgebiet werden teilweise blockiert durch Reviere, die den unmittelbaren räumlichen Anschluss verhindern. Und das im Glauben, man könne in den Freigebieten tun und lassen, was man wolle. Dem ist nicht so. Laut Gesetz muss dort unter Beachtung des Mutterschutzes jedes Stück Rotwild erlegt werden, ausgenommen Hirsche der Klassen I und II."

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