40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Kinokarriere: Beim Schnitt weit über Durchschnitt
  • Aus unserem Archiv

    Rech/Köln/LondonKinokarriere: Beim Schnitt weit über Durchschnitt

    Fiona Brands stammt aus Rech, ist 26 Jahre alt und schon dabei, ins internationale Filmbusiness einzutauchen. Jetzt ist auch die Fachwelt auf sie aufmerksam geworden: Seit vergangenem Wochenende ist sie Trägerin des Nachwuchspreises des Deutschen Kamerapreises in der Kategorie Schnitt.

    Da kommt Freude auf: Fiona Brands hat 5000 Euro Preisgeld gewonnen.
    Da kommt Freude auf: Fiona Brands hat 5000 Euro Preisgeld gewonnen.
    Foto: -

    Das "Who is Who" der Filmbranche traf sich in Köln bei der Verleihung des Deutschen Kamerapreises. Unter den Preisträgern war auch Fiona Brands aus Rech die in der Kategorie Schnitt den Nachwuchspreis gewann.
    Das "Who is Who" der Filmbranche traf sich in Köln bei der Verleihung des Deutschen Kamerapreises. Unter den Preisträgern war auch Fiona Brands aus Rech die in der Kategorie Schnitt den Nachwuchspreis gewann.
    Foto: -

    Von unserem Redakteur Frieder Bluhm

    Für Kino konnte sich Fiona Brands schon während ihrer Schulzeit auf dem Calvarienberg begeistern. "Ich habe mich immer schon für Geschichten interessiert und viel gelesen", erzählt sie. "Von daher kommt mein Interesse am Film."

    Nach dem Abi hielt sie sich mehrere Monate in Neuseeland auf. Es war die Zeit, als auch die Filmbranche die Insel entdeckte, die Zeit, in der "Herr der Ringe" gedreht wurde. "Mir war klar, dass ich keine Regisseurin werden wollte und auch keine Schauspielerin", sagt die 26-Jährige. Es war der Schnitt, der sie am meisten interessierte, oder auch der Ton.

    Noch von Neuseeland aus bewarb sie sich an der Internationalen Filmschule (ifs) Köln für ein Studium im Bereich Editing und Sound Design - und wurde zu ihrer Überraschung angenommen. "Sonst wäre ich wohl noch länger in Neuseeland geblieben", erzählt Fiona Brands. Es war der erste Schritt, ihr Interesse für den Film zum Beruf zu machen.

    Aber warum gerade Schnitt? Warum nicht Regie, Kamera oder Drehbuchautorin? Ist sie als Editorin nicht diejenige, die mit dem Material arbeiten muss, das ihr andere vorlegen? Worin besteht der Reiz? "Als Editorin bin ich die erste, die das Material sichtet, noch vor dem Regisseur, und es auch schon zusammensetzt. Ich bin die erste, die die Geschichte zu sehen bekommt", schildert die 26-Jährige. Wobei Regisseure gut daran tun, ihre Editoren schon vor dem Dreh in die Planung einzubeziehen, um Kameraeinstellungen zu vermeiden, mit denen man am Schnittpult nichts anfangen kann. Das spart Produktionskosten. Zwar gibt das Drehbuch die Handlung vor, doch oft geht etwas schief. "Dann muss der Editor eine Lösung finden", sagt Fiona Brands. "Im Grunde erfindet man den Film noch einmal neu."

    Von 2010 bis 2015 arbeitete die junge Frau aus dem Ahrtal in Köln als Freelance Editorin und Schnittassistentin an zahlreichen Spielfilmen, Fernsehfilmen und Serien. 2012 machte sie ihren Bachelor of Arts. 2013 schnitt sie ihren ersten Langfilm "Hüter meines Bruders", der auf den 64. Internationalen Filmfestspielen Berlin in der Kategorie Perspektive Deutsches Kino und Bester Erstlingsfilm nominiert wurde. Seit Januar 2015 lebt sie in Beaconsfield bei London, wo sie an der National Film und Television School (NFTS) studiert. Zurzeit bereitet sie sich auf ihren Master-of-Arts-Abschluss vor.

    Mitten in die Phase der Abschlussarbeit platzte der Gewinn des Nachwuchspreises des Deutschen Kamerapreises in der Kategorie Schnitt. Ausgezeichnet wurde die Arbeit am Kurzfilm "Die Ballade von Ella Plummhoff", der auf verschiedenen Festivals gezeigt wurde und den ersten Preis bei den 32. Video/Film-Tagen in Koblenz gewann. "Ich war total überrascht", erklärt Fiona Brands. Denn dass Regisseurin Barbara Gördes den Kurzfilm für den Deutschen Kamerapreis eingereicht hatte, war ihr nicht bekannt. Die Auszeichnung sieht sie als Bestätigung für den von ihr eingeschlagenen Weg. "Für mich ist das total toll", freut sich die junge Frau. Zur Preisverleihung im Rahmen einer Gala beim WDR Köln reiste sie übers Wochenende von London in die Domstadt. Viele wichtige Leute habe sie da kennengelernt, berichtet sie. Freuen durfte sie sich auch über 5000 Euro Preisgeld. Seit Montag sitzt sie wieder an ihrer Masterarbeit.

    Fiona Brands mag Filme wie "The Fall" von Tarsem Singh und schlichtweg alles, was Martin Scorsese dreht. "Für mich", sagt sie, "ist wichtig, dass eine Geschichte echt ist und dass etwas Magisches dabei ist." Zwar hat sie nichts dagegen, in Deutschland zu arbeiten. "Aber die Filme, die mich besonders interessieren, werden außerhalb Deutschlands gemacht", gibt sie zu. Und so hofft sie, dass sie nach dem Studium noch weiter in England arbeiten kann. Wenn alles nach Drehbuch läuft.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Montag

    12°C - 22°C
    Dienstag

    14°C - 24°C
    Mittwoch

    16°C - 28°C
    Donnerstag

    15°C - 26°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach